Impressionen von der CP+ Camera & Photo Imaging Show 2024 in Japan

Eine Story von Tobias Kleinschmidt
08.03.2024

In dieser Story

Vorwort

Ich absolviere derzeit ein Praktikum in Japan und hatte daher letztes Wochenende die Gelegenheit, die CP+ Camera & Photo Imaging Show in Yokohama (im Großraum Tokyo) zu besuchen. Diese Messe ist eine bedeutende Veranstaltung in der Welt der Fotografie und Videografie und bietet jährlich einen umfassenden Einblick in die neuesten Produkte, Innovationen und Trends der Branche.

In diesem Bericht werde ich hauptsächlich meine persönlichen Eindrücke als ambitionierter Hobby- / nebenberuflicher Fotograf und Neuling, was Messen betrifft, teilen. Die neuesten technischen Ankündigungen lasse ich vorerst außen vor, da es wahrscheinlich bereits genügend Artikel und Videos dazu gibt.

Disclaimer: Es war eine spontane Idee eine Story darüber zu verfassen und ich hatte keine Zeit mich mit jedem Stand im Detail auseinderzusetzen, daher keine Garantie auf Vollständikeit.

Meine Erwartungen

Zunächst war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch und unschlüssig ob ich teilnehmen sollte, da beim Blick auf die Aussteller erstmal nichts Überraschendes dabei war. Yokohama liegt zwar nur etwas über eine Stunde von meinem Wohnort entfernt, aber die Hin- und Rückfahrt kostet mich mit dem Schnellzug Shinkansen dennoch etwa 90 Euro. Es wurden jedoch auch einige interessante Vorträge und Workshops angeboten, weshalb ich mich schließlich doch entschied, die Messe zu besuchen.

Ankunft am Veranstaltungsort

Die Messe findet im Yokohama Pacifico statt, einem großen Kongress- und Konferenzzentrum im Minato Mirai Viertel, einem modernen Geschäfts- und Unterhaltungsviertel direkt am Hafen. Das Viertel ist bekannt für seine Wolkenkratzer, Einkaufszentren und Restaurants und ist auch außerhalb der Messe immer einen Besuch wert.

Als ich die Messehalle betrat, war ich zunächst überrascht, keine große Menschenmenge anzutreffen. Außer mir und meinen Freunden waren auch recht wenig andere Ausländer da, bei einer Messe solcher Größenordnung habe ich auf jeden Fall mit mehr internationalem Publikum gerechnet.

Überblick über die Aussteller

Die größten Stände wurden natürlich von den “Big 3” der Kamerahersteller Canon, Nikon und Sony dominiert. Auf den Bühnen präsentierten Tänzer, Models und Sportler ihr Bestes, und Besucher konnten die Autofokusfähigkeiten der neuesten Produkte oder auch ihrer eigenen Kameras testen. Aber auch OM System hatte einen einzigartigen Stand, der in drei Abteilungen unterteilt war: eine für Makroobjektive, eine für Naturfotografie und eine für Vogelbeobachtung.

Auch sonst war alles vertreten was einem bei Youtube oder der Internet Recherche nach Kameras und Equipment so begegnet. Von Peak Design bis Vanguard, Neewer, oder Eizo. Gefreut habe ich mich auch über einen kleinen Stand von 3 Legged Thing, die unter anderem echt schicke L-Brackets für Nikon Kameras herstellen.

Es gab auch einige Stände mit Fotobüchern, denen zwar weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wo ich aber noch stundenlang hätte stöbern können.

Positiv überrascht war ich von den Bildausstellungen der Fotografie-Clubs aus verschiedenen Universitäten in ganz Japan. Dass Nachwuchskünstlern bei so einer Veranstaltung neben Schwergewichten der Medienbranche eine Bühne geboten wurde, hat mich doch sehr beeindruckt.

Kleiner Exkurs: Club-Aktivitäten, oder auf Japanisch “Bukatsu”, haben in Japan eine lange Tradition und fast jeder Schüler und Student ist Mitglied in einem oder mehreren Clubs. Es gibt Sportclubs, bei denen verschiedene Unis gegeneinander antreten, Musikclubs, Kunstclubs wie Malerei oder Fotografie, sowie viele andere Interessensvereinigungen. An meiner alten Austauschuni gab es sogar einen Schreibmaschinenclub. Je nach Club wird sich regelmäßig getroffen, trainiert, gefeiert, und oft haben die Club-Aktivitäten eine höhere Priorität als die akademischen Leistungen.

Persönliche Erfahrungen

Mein persönliches Highlight war das Testen von Kameras und Objektiven. Am Sony-Stand zum Beispiel konnte man sich Kameras aus dem gesamten aktuellen Produktkatalog aussuchen, von der “Einsteiger”-Vollformatkamera Sony A7 IV bis zur aktuellen Profikamera A9 III. Da ich dachte, dass es wahrscheinlich eine einmalige Gelegenheit ist, entschied ich mich für die Flaggschiff-Kamera Sony A1 mit dem 600mm F4 GM. Diese Kombination hat einen Wert von dem einen oder anderen neuen Kleinwaen, und für mich als Student im normalen Leben natürlich unerreichbar.

Ebenso interessant fand ich die Stände von Samyang und Tokina, die eine vielfältige Auswahl an Objektiven zur Schau stellten, die man an seiner eigenen Kamera direkt anschrauben und ausprobieren konnte. Im Gegensatz zu dem zuvor erwähnten Equipment sind das auch eher Linsen, die für mich als Pfennigfuchser in Frage kommen.

Außerdem habe ich zum ersten Mal mit OM/Olympus-Kameras fotografiert, mit denen ich vorher noch nie in Berührung gekommen war.

Fazit

Obwohl ich anfangs skeptisch war, erwies sich die CP+ Camerea & Photo Imaging Show 2024 in Yokohama als eine äußerst bereichernde Erfahrung und ich kann es jedem empfehlen mal eine solche Messe zu besuchen.

Die Vielfalt der Aussteller, von den großen Kameraherstellern bis hin zu kleineren Marken und Fotografie-Clubs, bot einen umfassenden Einblick in die Welt der Fotografie und Videografie. Es war definitiv ein aufregendes Erlebnis Kameras und Objektive in die Hand zu nehmen und auszuprobieren, die man sonst nur von YouTube Videos, Internet- oder Zeitschriftartikeln kennt. Dank der Models und Sportler konnte man auch direkt noch ein paar Bilder für sein Portfolio mitnehmen.

Aus zeitlichen Gründen habe ich es leider nicht mehr geschafft an Workshops teilzunehmen, für das nächste Mal weiß ich also, dass ich mehr Zeit einplanen muss. Um wirklich das Beste aus der Messe herauszuholen hätte man auch gut mehrere Tage dort verbringen können.

Auch nach dem Besuch der Messe bietet sich die Kulisse des Hafengeländes und der atemberaubende Blick auf die Skyline von Yokohama an, die Zeit zu genießen und schöne Fotos zu schießen.

Ich bin auf jeden Fall motiviert auch in Zukunft wieder an Messen teilzunehmen, sei es in Japan, Deutschland, oder sonst wo.

Autor:in
Tobias Kleinschmidt
Student
Hi ich bin Tobi, begeistert von Japan, Musik, Foto- und Videografie.
Hi ich bin Tobi, begeistert von Japan, Musik, Foto- und Videografie.

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