Viele Wege führen nach Rom und dieser zu meinen ersten Tierfotos seit Jahren

Eine Story von Chris Martin
06.03.2023

In dieser Story

Wie alles begann…

Fotomesse! Große Erwartungen, die dann doch schnell relativiert wurden.
Fünf Messestände mit den üblichen Verdächtigen: Sony, Canon, Panasonic, Sigma und Tamron. Nicht einmal Nikon hat es hierher geschafft…
Naja, Provinz-Messe eben auf kaum mehr als 250qm. Hoffentlich gibt es wenigstens einen ordentlichen Messerabatt, so dass ich mir mein Sigma 14-24 F2.8 DG DN kaufen kann, das ich schon zig mal im Warenkorb, dann aber doch wieder rausgenommen hatte, da der Preis zwar günstig im Vergleich zu Sony ist, aber trotzdem heftig für ein Hobby. Mit 10% Messerabatt hatte Sigma auf der Messe zwar nicht gerade ein unmoralisches Angebot gemacht, aber es war der günstigste Preis den ich seit einiger Zeit gesehen hatte und eigentlich war ich nur wegen des Sigma Objektivs hier – also los.
Warteschlange an der Kasse. Der Kunde vor mir ist genervt weil sein 70-300mm Panasonic Objektiv nicht verfügbar ist auf der Messe und der Berater schlägt ihm ein Sigma 100-400mm vor das deutlich besser ist, 100mm mehr Zoom hat und mit 701 € deutlich günstiger als das eigentliche Panasonic.
Moment! Sigma 100-400 F5-6.3 DG DN OS? Da war doch was! Sagte Stephan Wiesner nicht mal dass das eigentlich super ist und so ein Tele auch für Landschaft immer mal gut einsetzbar ist? Aber kostete das nicht um die € 1.000?!
“Entschuldigen Sie! Gibts das auch für Sony E-Mount für € 701?”
Eine Antwort später hatte ich zwei Objektive gekauft und durch Nachfrage am Sigma Stand erfahren dass der Händler den falschen Preis aus der Preisliste genommen hatte, weshalb das Objektiv so günstig war. Naja – man kann ja auch mal Glück haben.

Erste Zweifel – was mache ich jetzt eigentlich mit dem 100-400 und wie lange ist meine Frau böse?

€ 300 günstiger war einfach ein MUSS Kaufgrund! Aber auf dem Heimweg fiel mir dann meine liebe Frau ein und wie ich ihr das mit dem zweiten Objektiv eigentlich erkläre. Zumindest sollte ich das jetzt offensichtlich und oft nutzen, also gleich morgen raus und Bilder machen!
Allerdings musste ich schnell feststellen dass der Einsatzbereich von 100-400mm schon ziemlich speziell ist. Landschaftlich muss das schon passen mit dem Super-Telezoom und was für Tiere soll ich alternative damit fotografieren? Ich bin nicht der Typ der zu Hause im Garten Meisen oder Rotkehlchen fotografiert. Fotografie heißt für mich unterwegs sein, eine Tour planen, genaue Vorstellungen haben und einen Plan schmieden für das Zielfoto.
Also Inspirations-Couching am MacBook. Chris Kaula ist doch Tierfotograf und hat immer geile Tipps und motivierende clips. Mal schauen was es da gerade aktuell so gibt an inspirierenden Videos. You-Tube an und zack! Tierfotografie in der Stadt – mit gamanderlopez.
Na das passt doch und einen kleinen Weiher haben wir auch in der Nachbarstadt. Außerdem bin ich Jäger und es daher gewohnt mir über Stunden den Arsch platt zu sitzen und die passende Kleidung habe ich ja auch.

Mama warum liegt der Mann da im Schilf und warum man samstagnachmittags am Stadtweiher keine Fotos machen sollte

Also los! Jagd- bzw. Tarnkleidung an, Isomatte und Kamera eingepackt und ab zum Stadtweiher.
Erstmal ein gutes Plätzchen suchen. Am besten irgendwo in Schilfnähe.
Und da sind Sie auch schon – Stockenten, Blässhühner, Knäkenten und sogar Kanada Gänse. Also mal anpirschen.
Dies hat dann erstmal dazu geführt, dass ich es mir für eine halbe Stunde auf meiner Isomatte gemütlich machen konnte und freien Blick auf den leeren Weiher hatte. Aber dann kamen die Kanada Gänse zurück und verweilten auch genau in der richtigen Position so dass ich erste Fotos machen konnte. Die Challenge war zu diesem Zeitpunkt weniger die Gänse, sondern eher mich andauernd beschnüffelnde Hunde von Spaziergängern die ebenfalls die letzten Sonnenstrahlen der goldenen Stunde nutzen wollten, sowie lautstarke Kinder die sich über den Mann der im Schilf liegt wunderten.
Trotzdem hat es einen Heiden Spaß gemacht und ich denke es kamen auch ein paar ganz brauchbare Bilder heraus.

Fazit und Lessons Learned

Wie bei allem im Leben ist der Weg das Ziel und manchmal nimmt man zufällig eine Abzweigung die interessante (neue) Aspekte oder Herausforderungen
bietet an denen man wächst oder die einem neue Einblick gewähren.
Das wird jedenfalls nicht der letzte fotografische Ausflug meinerseits ins Reich der Wildtiere gewesen sein.
Allerdings sicher der letzte zur besten Stunde am Stadtweiher.
Darüber hinaus musste ich feststellen dass manuelles Fokussieren in Situationen mit Schilf im Vordergrund und Hintergrund durchaus seine Vorteile hat, auch bei einer Sony A7IV, deren Augenautofokus ansonsten durchaus gut ist. Eine geringere ISO max Einstellung wäre außerdem sinnvoll gewesen.
Trotzdem hoffe ich ihr habt Spaß an den Bildern 🙂

 

Weitere Bilder

 

 

Autor:in
Chris Martin
Prokurist aus Saarland
Familienvater und Ehemann, der das Leben als einzigartiges Abenteuer begreift. Der Weg ist das Ziel und niemand hindert einen daran jeden Tag etwas neues zu lernen oder auszuprobieren.
Familienvater und Ehemann, der das Leben als einzigartiges Abenteuer begreift. Der Weg ist das Ziel und niemand hindert einen daran jeden Tag etwas neues zu lernen oder auszuprobieren.

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