Sonnenuntergang am Ammersee

Eine Story von Wolfgang Leitz
20.03.2024

In dieser Story

Die Anreise
Es sollte ein schöner Tag im September werden, auf der Suche nach dem perfekten Sonnenuntergang. Ich entschloss mich mit meinem kleinen Citroen C1 und Dachzelt auf den Weg in die bayrischen Alpen zu machen. Von meinem Standpunkt aus gut 6 Stunden fahrt entfernt.
Zuvor hatte ich mir mittels Youtube und Instagram zahlreiche Eindrücke von schönen Sonnenuntergängen eingeholt. Die Qual der Wahl lag nun vor mir. Wie sollte der Sonnenuntergang aussehen und welche Location sollte es werden. Es gab zahlreiche Motive die in Frage kamen. Sicherlich naheliegend wären die Alpen gewesen.

Das Fotomotiv
Aus heutiger Sicht kann ich nicht mehr sagen warum es nicht die Alpen wurden, zumal ich ja extra 6 Stunden Fahrt auf mich genommen hatte. Ein Youtuber der immer vom Ammersee schwärmte, ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. So entschloss ich mich, dass mein Sonnenuntergangs-Foto am Ammersee entstehen sollte.

Das Scouting
Es war mittlerweile schon später Nachmittag als ich den Ammersee erreichte. Das Wetter spielte einigermaßen mit. Kein blauer Himmel aber Sonnenschein, perfekt!!!. Was wäre ein schöner Sonnenuntergang ohne dramatische Wolken die bestenfalls noch angeleuchtet werden könnten. Die Stimmung passte zumindest schon mal. Wäre das Problem mit der Location nicht.
Ich begann also nun mit meinem Scouting. Zuerst schaute ich mir die Ortschaft “Riederau” an. Ich musste nun leider feststellen, dass viele Bereiche nicht ohne weiteres begehbar waren (Privatgrundstücke, Vereinsfläche usw.) Man sollte meinen, dass die Natur jedem gehören sollte. In der Realität sieht dies leider völlig anders aus. Auch “Dießen am Ammersee” entsprach nicht meinen Vorstellungen. Also weitersuchen…
Die Sonne neigte sich immer mehr Richtung Untergang, als mir etwas sehr wichtiges bewusst wurde:

Die Fehleinschätzung
Obwohl ich ein gutes Smartphone mit zahlreichen Foto-Apps hatte, war mir nicht aufgefallen, dass ich auf der falschen Seeseite stand. Von hier aus konnte ich gar nicht den Sonnenuntergang am Ammersee fotografieren. Dumme Sache!!!
Da nun mein Zeitfenster immer enger wurde, eilte ich so schnell ich konnte zurück zu meinem überteuerten Parkplatz und fuhr recht zügig auf die andere Seeseite.

Die Erkenntnis
Ich hatte mich total verrannt, die Zeit nicht wirklich im Blick gehabt. Ich irrte umher auf der Suche nach dem perfekten Platz. Sollte die Fotografie nicht pure Entspannung sein, entschleunigen und uns wieder Lebensqualität geben?
Stress, Wut und Enttäuschung machten sich breit. So konnte kein schönes Foto entstehen. Also erstmal sammeln und auf das wesentliche konzentrieren:
Nicht das perfekte Foto, sondern die Freude am fotografieren, der Spass bei der Erstellung eines Fotos, der sinnvolle Einsatz seiner Fotoausrüstung und zu guter letzt: Ruhe!!!! Das sollte Fotografie ausmachen.

Die Wende
Ich entschloss mich, das Projekt Sonnenuntergang zu vertagen. Auch wenn der Wetterbericht nicht gerade gute Nachrichten für mich bereithielt. Ich wollte aber ein schönes Foto und es sollte sich auch genau so anfühlen. Ich stieg in mein Auto und fuhr los. Auf dem Weg zu meiner Schlafunterkunft, ein Bauernhof wo ich einen Stellplatz gemietet hatte, um in meinem Dachzelt zu nächtigen, fuhr ich an der Ortschaft “Herrsching” vorbei.

Die perfekte Location
Es war wie eine Erscheinung, als ich den kleinen Parkplatz mit den 2 Fischerhütten sah. Das war er, der perfekte Ort.
Ich näherte mich den Fischerhütten und sah die Schienen die ins Wasser führten. Rechtsseitig befand sich ein schöner langer Steg. Die Sonne ging unter und leuchtete wie erwartet die Wolken an. Perfekt!!!!
Ich baute mein Stativ recht bodennah auf, und schraubte meine Sony A7IV auf den Stativkopf. Erst mit einem ND64 Filter und einem leichten Verlaufsfilter ausgestattet, schraubte ich den Filterhalter (mit Polfilter) auf mein 14mm Sony Weitwinkelobjektiv. Als die Sonne schlussendlich versunken war, konnte ich den ND64 komplett weglassen. So entstand letztendlich mein Zielfoto.
Ich verweilte noch bis zum Ender der “blauen Stunde” an jenem Ort und machte zahlreiche schöne Fotos. Zufrieden und glücklich fuhr ich nun zu meiner Schlafstätte und verbrachte eine recht kühle Nacht in meinem Dachzelt. Ein wirklich schöner Tag ging zu Ende. Ich blieb letztlich fast 2 Wochen in der Region, mal einen Abstecher nach Österreich, mal Richtung Bodensee. Es war eine wirklich schöne Zeit, die ich definitiv wiederholen werde.

Meine Erkenntnis:
Es braucht nicht viel, um ein gutes Foto zu schießen. Einfach nur Spaß am fotografieren, keine zu hohen Ziele oder Erwartungen stecken, Ruhe und nicht zu viel Ehrgeiz in ein Projekt stecken. In der Regel kommt das perfekte Foto zu dir, wenn du nicht mit geschlossenen Augen durch die Weltgeschichte gehst.
Ich wünsche allen Hobbyfotografen viel Spass bei diesem wunderschönen Hobby…

Autor:in
Wolfgang Leitz
Pensionär aus Neunkirchen-Seelscheid
Begeisterter Landschafts- und Naturfotograf der gerne neues lernt und sich der Natur verbunden fühlt
Begeisterter Landschafts- und Naturfotograf der gerne neues lernt und sich der Natur verbunden fühlt

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Kommentare (2)

22.03.2024, 16:21 Uhr
Wolfgang Leitz
Autor:in der Story
22.03.2024, 16:21 Uhr
Hallo Sascha, Ja da liegst du vollkommen richtig. Ich folge Siegfried Eichhorn schon eine Weile. Er ist eine Bereicherung für die Landschaftsfotografie.
Gruß Wolle
21.03.2024, 14:44 Uhr
Sascha Puls
21.03.2024, 14:44 Uhr
Ob der Youtuber, der vom Ammersee schwärmt, wohl Siegfried Eichhorn heißt ? ;-)
Sehr schönes Foto.
LG - Sascha
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