Auf der Suche nach dem Eisvogel

Eine Story von PeterTaylor
06.02.2024

In dieser Story

Ich beschäftige mich noch nicht solange mit der Wildlife-Fotografie, aber von Beginn an hatte ich den Wunsch, irgendwann mal einen Eisvogel zu fotografieren. Im letzten Herbst bin ich ca. 20x vergeblich losgezogen, ohne auch nur den Schimmer eines Eisvogels zu erhaschen. Dann bekam ich den Tipp, dass in der Innenstadt von Paderborn an den Paderquellen mindestens einer der fliegenden Edelsteine zu finden sei.

Also habe ich Kamera und Objektiv eingepackt und habe mich auf den Weg über knapp 40km nach Paderborn gemacht. Ohne einen wirklichen Plan, wo genau der Vogel zu finden ist, bin ich losgestiefelt und habe mir erst einmal einen Überblick über das Gebiet verschafft. Auf den ersten 200m dachte ich mir noch, dass es wohl ein aussichtsloses Unterfangen sei, einfach auf einen Sonntag Nachmittag loszuziehen und zu hoffen, den fliegenden Edelstein zu finden, der sich mir bis dahin hartnäckig verweigert hatte.

Ich hatte den Gedanken gerade zu Ende gedacht, als ich aus dem Augenwinkel einen kleinen, blauen Punkt an mir vorbeifliegen sah – da war er, der Eisvogel. Aber wohin war er geflogen und wie konnte ich ihn nun finden? Als ich darüber nachdachte fiel mir auf, dass ganz schön viele Fotografen im Verhältnis zu der Gesamtzahl an Menschen dort unterwegs waren. Einige mit (aus meiner Sicht) eher wenig erfolgversprechendem Equipment, andere mit Wildlife-Vollausstattung im Bollerwagen mit Tarnung, langen Brennweiten, Klappstühlen…

Also habe ich kurzerhand zwei offenbar erfahrene Fotografen mit professionellem Equipment angesprochen und sie nach den einschlägigen Ansitzstellen gefragt. Naja, die Kollegen gehörten eher zu der Sorte „ich weiß was, verrate es aber nicht“. Schade, dass unter Fotokollegen so eine Haltung herrscht, aber bereits der nächste Mensch mit Kamera war deutlich freundlicher und hat sich als Kenner des Gebiets und der Gewohnheiten des Eisvogels herausgestellt. Mit seiner Hilfe habe ich dann 4-5 Ansitzstellen identifizieren können und danach war es eine Frage der Geduld und Vorbereitung.

Bei den ersten zwei Stellen hatte ich leider kein Glück, da war die Warterei umsonst und ich beschloss wieder zurück zu der Stelle zu gehen, an der ich ihn im Flug gesehen hatte. Circa 50 Meter entfernt war einer der Sträucher, auf dessen Äste der kleine Fischer angeblich häufiger ansitzt, um nach Futter Ausschau zu halten.

Ich hatte ein stabiles Stativ mit dem Markins BV-22 auf einem Q20i dabei, so dass ich die Kamera gut in Position bringen und halten konnte. Nach ca. 30 Minuten Wartezeit kam der Vogel tatsächlich genau zu dem Ast, auf den ich fokussiert hatte und ich hatte mein erstes Eisvogelbild im Kasten. Leider war es schon nach 15:30 Uhr und Mitte Januar, so dass das Licht an diesem bewölkten Tag nicht sonderlich toll war. Um Bewegungsunschärfe zu vermeiden hatte ich 1/1250sek bei Blende 6.3 eingestellt, was zu ISO 12800 bis ISO 20000 führte.

Leider war ich bei dieser ersten Gelegenheit, den Eisvogel zu fotografieren, etwas aufgeregt und habe die Chance verpasst, mit niedrigerer Verschlusszeit (und damit niedrigerer ISO) zu experimentieren. Wahrscheinlich hätte ich mit etwas Glück auch noch mit 1/125sek und ISO1600 vom Stativ scharfe Bilder hinbekommen, aber das ist dann die Aufgabe für das nächste Mal…

Autor:in
PeterTaylor
Kfm. Angestellter aus Rheda-Wiedenbrück
Fotobegeisterterter Mensch mit Gefallen an schönen Dingen und spannenden Menschen.
Fotobegeisterterter Mensch mit Gefallen an schönen Dingen und spannenden Menschen.

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