Winterwonderland im Fichtelgebirge

Eine Story von Doogie
17.05.2023
Verwendetes Equipment: Canon 80d , Ef-S 10-18 , Haida Rechteckverlaufsfilter GND soft 1.2, ND1000 Filter

Runter vom Sofa

Ein langweiliger Sonntagnachmittag im Januar, es liegt Schnee, am Himmel ein Mix aus Sonne und Wolken.
“Runter vom Sofa” denke ich mir und mache mich auf den Weg ins 45 Fahrminuten entfernte Fichtelgebirge, denn wenn es bei mir zuhause schon Schnee hat, im Fichtelgebirge hat es sicher mehr.
45 Minuten später stehe ich am Parkplatz, der Rucksack ist auf dem Rücken, die Sonne strahlt mir ins Gesicht, die Stimmung könnte nicht besser sein, zumindest noch.

Na dann mal los

Ich mache mich auf den Weg, der ausgetretene Pfad schlängelt sich durch den tief verschneiten Wald.
Meine Schneeschuhe hatte ich sowieso zuhause vergessen in der Eile, aber die brauchte ich ja scheinbar nicht.
Ich folgte dem Pfad und kam doch ganz gut zurecht, klar sanken die Füße ein bisschen ein im Schnee, aber kein Problem.
Doch dann sank ich immer tiefer ein. Obwohl die Spur genau so ausgetreten war stecke ich mittlerweile bei jedem Schritt bis zu den Knien im Schnee, jeder Schritt wird unendlich anstrengend, ich kämpfe mich Schritt für Schritt den Hügel hinauf, was soll ich jetzt auch anderes machen?

Die Zeit drängt

Ich komme nicht wirklich voran, keuche wie ein Ackergaul und mache kaum Meter gut. Die Sonne sinkt immer tiefer, ein leichter Anflug von Panik macht sich breit. Vielleicht ist es auch ein bisschen Verzweiflung.
Ich will das Foto nicht aufgeben, also weiter.
Nach rund eineinhalb Stunden komme ich patschnass durchgeschwitzt auf dem Gipfel an. Eineinhalb Stunden! Die Strecke laufe ich sonst in knapp 40 Minuten…

Das Foto

Oben auf dem Gipfel ist natürlich einiges los. Über den Ochsenkopf zieht eine dicke Wolkenfront herein, die sich ziemlich schnell Richtung Sonne bewegt, Eile ist geboten.
Ich baue mein Stativ auf und nach einem Testfoto schnalle ich GND und ND Filter drauf. Ich bin fast fertig mit meiner Belichtung, als mir eine Dame beim Selfiemachen mal ordentlich gegen das Stativ rempelt. Auch das noch, die Wolkenfront kommt immer näher.
Noch einmal versuche ich eine 120s Belichtung, die einzige, die nicht verwackelt war an diesem Tag.
5 Minuten später stehe ich komplett in der Wolkensuppe, der Zauber ist vorbei.

Für kein Foto hatte ich bisher nochmal solche Strapazen auf mich nehmen müssen, vielleicht auch deshalb eines meiner Lieblingsbilder.

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Autor:in
Doogie
Schreiner aus Oberpfalz
Schreiner, Musiker und leidenschaftlicher Landschaftsknipser
Schreiner, Musiker und leidenschaftlicher Landschaftsknipser

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