Wenn das Wetter dir einen Strich durch die Rechnung macht

Eine Story von Marvin Sengera
10.03.2023

In dieser Story

Weiteres Equipment: Sigma 24mm F1.4 Art (Canon EF)

3000m Höhe

Alles fing mit der jährlichen Urlaubsplanung an. Das Ziel der Reise stand schnell fest und wir waren uns einig, dass es Italien werden sollte.
Nachdem der Urlaub fertig geplant war, stand für mich fest das ich in diesem Urlaub unbedingt auf der Spitze des Stilfserjochs auf über 3000m Höhe ein Bild der Milchstraße machen möchte. Voller Erwartung wurde natürlich jeden Tag der Wetterbericht gecheckt und das beste Wetter für das Vorhaben abgepasst. Leider machte uns das Wetter dann doch einen Strich durch die Rechnung, dazu aber später mehr…

Am geplanten Tag war die erste Herausforderung, überhaupt die Zeit zu überbrücken bis es dunkel genug ist um das Bild machen zu können. Wir entschieden uns also über Umwege erst nach Livigno zu fahren (Einen Ort auf der anderen Seite des Stilfserjochs, somit mussten wir für den Heimweg über den Stilfserjochpass fahren) und auf dem Rückweg dann das Foto zu machen.
Schon auf dem Hinweg ging einiges schief… Da wir einen Umweg fuhren, führte uns Google Maps direkt über den Gaviapass nach Bormio. Was wir nicht wussten, dass dieser Pass durchweg rund 1,5m Spurbreite hat (gefühlt), es keine Leitplanken am 1500m tiefen Abgrund gab, die Straße in erbärmlichen Zustand war und es zu allem Überfluss auch noch Gegenverkehr gab. Das alles erschwerte uns mit unserem extrem tiefen MX5 aus dem Jahre 1991 extrem die Weiterfahrt. Sämtliche Bodenwellen mussten umfahren werden, jeder Gegenverkehr artete zu einer Extremsituation aus. Leider sind wir mit unserem Wagen an einer Felswand hängen geblieben und eine Felge wurde stark beschädigt. Zum Glück konnten wir weiter fahren und es ist sonst nicht viel passiert… Ein Abschleppwagen hätte uns sicher nicht abgeholt.

Livigno

Als wir endlich in Livigno ankamen, war es höchste Zeit für ein Bier… Das war nach dem ganzen Stress auch nötig. Nach dem Essen hatten wir uns wieder beruhigt und planten unsere Rückfahrt über das Stilfserjoch und die Umsetzung der Fotoidee. Die Felge war ja ohnehin kaputt, das Foto lies sich aber noch machen!

Wir brachen gegen 20Uhr in Livigno auf und fuhren hoch auf das Stilfserjoch. Es breitete sich schon bei der Auffahrt der 39 Spitzkehren eine tiefe Enttäuschung aus. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und es fing teilweise sogar an zu regnen. Zum Glück war es auf der Spitze trocken und wir konnten dennoch ein paar Fotos machen. (Fotos anbei)
Leider aber nicht das ersehnte Milchstraßenfoto vom Stilfserjoch…

Das Zielfoto

Enttäuscht fuhren wir die gesamte Strecke bis nach Meran zurück und fanden uns gegen 1 Uhr in unserer Unterkunft ein. Mein Kollege Lucas ging bereits duschen und machte sich fertig. Als er fertig war und wieder ins Wohnzimmer kam schaute er mich an und sah in meinem Blick eigentlich alles. Er fragte direkt: „Es ist klar draußen, oder?“, ich nickte nur. Seine zweite Frage war, „Ich kann mich wieder umziehen, oder?“, ich nickte wieder und wir begannen zu lachen.

Da wir nicht wussten wie lange es nun klar sein wird, entschieden wir uns dazu statt zum Stilfserjoch (Rund 2 Stunden fahrt), direkt den Jaufenpass hoch zu fahren und das Foto einfach oben auf dem Jaufenpass zu machen. Wir kamen bis rund 2000m Höhe und was soll ich sagen…
Der Himmel war so dermaßen mit Sternen übersäht… Sowas habe ich bisher noch nicht gesehen. Desto länger wir im dunkeln standen, desto mehr Sterne wurden es. Es war einfach unrealistisch. Es war extrem dunkel so weit oben, mit sehr wenig Lichtverschmutzung und auch sonst war hier nichts zu sehen oder zu hören.

Hier ist nun mein Zielfoto entstanden. Es ist mittlerweile fast halb drei nachts. Wir stehen in kurzen Sachen auf rund 2.000m Höhe bei unter 15 Grad und sind einfach nur glücklich die Minivorschau auf der Kamera zu sehen. Wir sahen die Milchstraße. Selbst auf der Kamera war sie schon klar zu sehen.

Das Foto besteht aus rund 15 Hochkantaufnahmen die danach zusammengesetzt wurden. Wir verbrachten rund 1,5 Stunden auf dem Pass. Danach wurde uns zu kalt und wir mussten wieder ins Tal fahren.

Ich bin sehr stolz auf das Foto und die Geschichte dahinter. Es hat nur einen ganzen Tag, eine Felge und Sprit für rund 400km gebraucht um dieses Foto zu schießen.

Dennoch, bleibt die Foto Idee auf dem Stilfserjoch bestehen. Vielleicht klappt es ja dieses Jahr.

 

Weitere Bilder

 

 

Autor:in
Marvin Sengera
Fotograf aus Paderborn
Ich bin Marvin Sengera, leidenschaftlicher Fotograf aus Paderborn. Egal ob auf Reisen, im heimischen Paderborner Land oder im schönen Lippstadt, es gibt überall einzigartige Momente zu entdecken.
Ich bin Marvin Sengera, leidenschaftlicher Fotograf aus Paderborn. Egal ob auf Reisen, im heimischen Paderborner Land oder im schönen Lippstadt, es gibt überall einzigartige Momente zu entdecken.

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