Mit Schlammfüßen zum besten Milchstraßen-Foto

Eine Story von Jakob Kluck
03.07.2023

In dieser Story

Weiteres Equipment: SIGMA 20mm F1,4 DG HSM

Urlaub in Grömitz

Viel zu selten schaffe ich es, mein teures Equipment für Milchstraßen-Fotos mal einzusetzen. Zumindest im Urlaub muss es mal klappen. Das war auch im Sommer 2021 in Grömitz (Ostsee) der Anspruch. Das Wetter sollte gut werden, der Mond nicht stören und die Insel Fehmarn mit wenig Lichtverschmutzung war nur eine Dreiviertelstunde entfernt.

Zielfoto: Milchstraße über dem Leuchtturm Staberhuk.

Ich fuhr also rechtzeitig zum Leuchtturm Staberhuk, parkte das Auto und suchte mir zunächst einen Platz für einen Zeitraffer während des Sonnenuntergangs. Die Kamera hatte ich schon so ausgerichtet, dass der Leuchtturm im Bild war, das Licht irgendwann angehen und dahinter die Milchstraße auftauchen würde – dachte ich. Doch als die Sonne untergegangen und die Aufnahmen für die Timelapse im Kasten waren, konnte ich mit bloßem Auge nur noch eins sehen: Das Licht des Leuchtturms. Auf ersten Testbildern: Das Licht und Wolken. Sch***.

Plan B

Aufgeben wollte ich noch nicht, der Himmel könnte wieder klar werden. Aber hier war es definitiv zu hell. Spontan ging ich also zum Auto und fuhr einmal ans andere Ende der Insel, zum Leuchtturm Westermarkelsdorf. Dort war ich ein paar Tagen vorher im Naturschutzgebiet, am Strand und bis zu einer Aussichtsplattform unterwegs. Den Weg hatte ich also ungefähr im Kopf. Dort angekommen – 20 min Fahrt und 30 min Fußmarsch später – immer noch Wolkendecke. Immerhin, sie war schon etwas durchsichtiger und der Leuchtturm weit genug weg, um nicht total zu blenden. Um auf weniger Wolken zu warten, fing ich wieder eine Timelapse an.

Und tatsächlich: Langsam verzogen sich die Wolken wieder und darunter sah man die Milchstraße über den Himmel ziehen. (Timelapse gibt’s auf Insta)

Das Zielfoto

Danach schoss ich noch einige einzelne Bilder, nun mit freiem Himmel, von der Milchstraße über dem weit entfernten Leuchtturm. Mal wieder blendete ich mehr ab, weil ich den Fokus mit meinem Sigma 20 1.4 nicht so recht hinbrachte. Und am Rückweg trat ich noch bis zu den Knöcheln in den Schlamm und musste barfuß heimfahren. Aber ich war schon happy. Das Zielfoto war im Kasten, wenn auch mit einem anderen Leuchtturm als geplant.

Erst eineinhalb Jahre später – ja, ich bin ewig hinterher mit Instagram – stieß ich auf YouTube-Tutorials für Stacking: Kleine Strukturen, die auf mehreren Bildern gleich sind (Sterne), bleiben. Zufällige Strukturen (Rauschen) verschwinden. Das wollte ich unbedingt ausprobieren, brauchte nur noch mehrere Bilder in genau derselben Einstellung… Und mir fielen die Timelapse-Bilder ein, die ich ja nur gemacht hatte, weil die Wolken noch da waren. Tadaa – hier mein Zielfoto und erstes quasi rauschfreies Milchstraßen-Foto überhaupt.

 

Weitere Bilder

 

 

Autor:in
Jakob Kluck
Journalismus-Student und Fotograf aus Leipzig
Fotografiert Konzerte und Veranstaltungen (am liebsten für Geld), außerdem Landschaften und die Milchstraße. Liebt technische Herausforderungen wie Zeitraffer, responsive Templates (Premiere, DaVinci) und kleine, private Vlogs, die aus Versehen Doku-Länge annehmen.
Im Hauptberuf Journalismus-Student und eines Tages TV-Journalist.
Fotografiert Konzerte und Veranstaltungen (am liebsten für Geld), außerdem Landschaften und die Milchstraße. Liebt technische Herausforderungen wie Zeitraffer, responsive Templates (Premiere, DaVinci) und kleine, private Vlogs, die aus Versehen Doku-Länge annehmen.
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