Für Rettungshubschrauber gibt es keinen Flugplan.

Eine Story von Roland Cartarius
08.04.2024

In dieser Story

36 Jahre zuvor…

…also 1987 begann eigentlich schon der Weg zu meinem heutigen Zielfoto. Mit meinem Fotofreund Oli war ich oft unterwegs. Unter anderem hatten es uns „Action-Shots“ des Saarbrücker Rettungshubschraubers „Christoph 16“ angetan. Als Zivildienstleistender (ich war 21) im Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr Saarbrücken, die damals die Rettungssanitäter von Christoph 16 stellte, war der Zugang zur Hubschrauberstation für uns denkbar einfach. So kamen wir an die Gelegenheit eines „Night-Shootings“, denn die Piloten der Bundespolizei (damals noch BGS) hatten eine gewisse Anzahl von Nachtflügen zu absolvieren. Dadurch kam es zur Verabredung bei einem der sehr seltenen geplanten Nachtflüge von Christoph 16. Es war mit dem Piloten verabredet, dass er bei seiner Rückkehr zur Station auf dem Landepad aufsetzt, dort einige Sekunden die Maschine nicht bewegt, damit wir eine Langzeitbelichtung machen können, bevor er zur Landeplattform schwebt. Wir waren mit Stativ, Canon AE-1(ich) bzw. Nikon FE-2 (Oli), Festbrennweiten 50 mm 1.8 bzw. 85 mm 1.8 und Agfachrome 1000 Diafilm bewaffnet und sehr aufgeregt. Die Ergebnisse machten uns später stolz wie Oskar. Mehr war damals technisch einfach nicht rauszuholen. Und so sollte es für lange Zeit bleiben. (Siehe die zwei kleinen Fotos)

Heute…

…mit 58 (zum Zeitpunkt des Fotos noch 57) bin ich immer noch genauso Foto-verrückt wie damals, auch die „Action-Shots“ von Hubschraubern kommen bei mir noch gut an, beim Rettungsdienst bin ich ebenfalls noch dabei (Notarzt), doch Nachtaufnahmen von Rettungshubschraubern? – Schwierig, denn absolut nicht planbar. Es muss schon ein Einsatz sein, der bei Tageslicht begonnen wird, dann kommt die Maschine nach Sonnenuntergang zurück. Dann muss ich noch mit einer guten Kamera und geeignetem Objektiv bereit stehen – ich hab’ ja sonst nix zu tun! – Also schwierig.

Aber vor ein paar Monaten war es dann tatsächlich soweit: Ich war mit meiner D750 vor Ort, was aber eigentlich ganz andere Gründe hatte. Im Nachhinein wäre auch mein 85 mm 1.8 besser gewesen, ich hatte allerdings nur mein 50 mm1.8 dabei. Fabrice (Pilot) tat mir den Gefallen, schön langsam einzuschweben, dass ich mit 1/125 (kürzer ist ungünstig, sonst sehen die Rotorblätter zu statisch aus) und auch etwas abgeblendet (Scheinwerferstrahlen) meinen Shot machen konnte. Heute wie damals 1000 ASA. Das Processing erfolgte rein in Lightroom: Maskieren und Aufhellen des Hubschraubers, Nachfahren der Scheinwerferstrahlen mit dem „Pinsel“-Werkzeug und Aufhellen. KI-Entrauschen der RAW-Datei.

Was ein Unterschied zu 1987! Es ist alleine das Ergebnis des techn. Fortschritts, denn ich kann nicht besser fotografieren, als damals.

 

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Autor:in
Roland Cartarius
aus Saarbrücken
Die Fotografie ist neben anderen mein ältestes und längstes Hobby. In den Achtziger Jahren damit begonnen, hatte ich in Schwarzweiss noch selber entwickelt und vergrößert. Ich fotografiere alles, was mich ästhetisch anspricht, aber hauptsächlich Landschaft, urbane Räume und Transport, manchmal mit künstlerischem, manchmal mit dokumentarischem Charakter.
Die Fotografie ist neben anderen mein ältestes und längstes Hobby. In den Achtziger Jahren damit begonnen, hatte ich in Schwarzweiss noch selber entwickelt und vergrößert. Ich fotografiere alles, was mich ästhetisch anspricht, aber hauptsächlich Landschaft, urbane Räume und Transport, manchmal mit künstlerischem, manchmal mit dokumentarischem Charakter.

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