Eine Begegnung der besonderen Art im Torres del Paine

Eine Story von Hendrik David
09.02.2024

In dieser Story

Im Torres del Paine Nationalpark in Chile gibt viele unterschiedliche Vogelarten. Auf meiner Reise im Januar 2024 wollte ich die Zeit nutzen um einige von Ihnen zu fotografieren. Während meiner sechstägigen Wanderung durch den Park hatte ich schon ein stark pixeliges Bild von einem Steinkauz mit Maus geschossen, da ich da nur das Rf24-240 montiert hatte und es mir an Brennweite fehlte. Auf einer speziellen halbtägigen Vogelwanderung habe ich mich dann natürlich für ordentlich Brennweite entschieden.

Die Wanderung ging an der Ostseite des Parks einen Fluss entlang. Hier gab es nur den Guide und mich. Keine anderen Wanderer und Touristen waren unterwegs, da man dieses Gebiet nur in Begleitung eines ortskundigen Führers betreten darf. Hintergrund sind die wilden “Kühe” in der Region, die wir in der Ferne hören konnten aber nicht zu Gesicht bekamen. Auf dem Weg zeigte ich dem Guide voller Stolz die Aufnahme vom Steinkauz. Er war sehr erstaunt, dass ich den gesehen habe und meinte das sei äußerst schwer diese zu finden.

Wir liefen immer weiter den Fluss entlang. Auf dem Track gab es viele unterschiedliche Vogelarten zu sehen. Enten, Gänse und zahlreiche kleine Singvögel. Mittlerweile konnte ich schon an einigen Lauten erkennen um welchen Vogel es sich handelt, der direkt neben einem im Gebüsch ordentlich über unsere Anwesenheit schimpfte. Doch ein Fiepen hatte ich vorher erst einmal gehört. Direkt vor uns in einem Baum beschwerte sich ein Patagonien-Sperlingskauz über uns. Er saß direkt auf Augenhöhe nur 5 Meter entfernt. Was für ein Moment. Wir erstarrten voller Ehrfurcht. Ich zückte die Kamera und war froh über den lautlosen Auslöser. Keiner von uns regte sich. Doch plötzlich merkten wir, dass es nicht nur ein Fiepen gab. Zwei Meter daneben saß ein weiterer Sperlingskauz, und dann noch einer und noch einer auf der anderen Seite vom Weg. Einen fünften hörten wir auch, aber konnten den sehr gut getarnten Vogel nicht finden. Um den Moment zu genießen haben wir uns auf den Waldboden gesetzt und äußerst ruhig verhalten. Die Käuze beäugten uns die ganze Zeit und wirkten nicht ängstlich oder scheu. Es war so eine besondere Begegnung.

Zwischen meinem ersten und letzten Bild lagen 16 Minuten. Eine kleine Ewigkeit. Wir beschlossen weiter zu gehen und die Käuze haben uns hinterhergeschaut und zum Abschied gefiept.

Es war ein unvergessliches Erlebnis. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment zurückdenke.

 

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Autor:in
Hendrik David
Projectmanager Travel aus Hamburg
Hobbyfotograf, immer auf der Suche nach schönen Landschaften und Motiven.
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