Ein Experiment: Wie gut schlägt sich die günstigste DSLR, die ich auftreiben kann?

Eine Story von FloKuGrafie
23.10.2023
Verwendetes Equipment: Nikon D70s, AF Nikkor 50mm f1.8

Ich weiß nicht genau, ob es einfach Langeweile war, oder ob mich die ganzen Diskussionen über ach so guten oder schlechten Autofokus in den neuesten Kameras genervt haben. Da wird so getan, als könnte man eine Kamera nicht gebrauchen, die statt 500 nur 250 AF Felder hat.

Also habe ich mal geschaut, welches die günstigste DSLR ist, die ich in die Finger bekommen kann. Und das war eine Nikon D70s für sage und schreibe: 36€.
Wohlgemerkt über einen Händler, also mit Gewährleistung. Was kann die D70s? Da hätten wir einen 6,3 Megapixel Sensor, 3 Bilder die Sekunde bei ganzen 5 Autofokus-Felder.

Eine Sache fehlte aber noch, da ich schon lange nicht mehr mit Nikon unterwegs war. Ein Objektiv musste noch her. Hier war mir nur wichtig, dass es Autofokus hat und eine Festbrennweite ist. Das günstigste war hier ein 50mm f1.8, mit kleinem Kratzer auf der Frontlinse und einer Delle im Body. Dafür hat es nur 63€ gekostet. Mein komplettes Setup für meinen Test hat also genau 99€ gekostet.

Ich habe die Kombo dann mit nach Hamburg genommen, an einem sehr sonnigen Frühlingstag. Und das auch noch zur Mittagszeit. Mein Glück: Die D70s hat noch einen CCD Sensor, welcher locker Belichtungszeiten von bis zu 1/8000 schafft, im Gegensatz zu den CMOS Sensoren in den folgenden Einsteiger-Kameras wie D3000 oder D5000. Dort hat an maximal 1/4000.
Ich konnte also auch mittags bei Sonnenlicht mit sehr weit geöffneter Blende arbeiten.

Ich habe wirklich nicht viel erwartet, immerhin kam die Kamera 2005 auf den Markt, also vor gut 18 Jahren. Da muss man den Unterschied in der Bildqualität doch eigentlich sehr deutlich sehen, oder etwa nicht? Auf dem Bildschirm auf der Rückseite konnte ich das noch nicht so wirklich ausmachen, da dieser wirklich ein Witz ist. Ganze 130.000 Pixel, also 0,13 Megapixel. Da kann man so gut wie nichts erkennen. Oder wir sind einfach schon zu verwöhnt von den modernen Kameras.

Die Runde durch Hamburg mit der Kamera hat jedenfalls ordentlich Spaß gemacht. Über den japanischen Garten in Planten un Bloomen ging weiter zur Binnenalster. Hier haben sich wirklich tolle Motive ergeben. Zu Hause angekommen habe ich dann tatsächlich gar nicht schlecht gestaunt, dass die Dateien sich gar nicht vor denen aktueller Kameras verstecken müssen. Klar, 6,3 Megapixel sind schon fast winzig im Vergleich zu dem, was man heutzutage so gewohnt ist. Aber zum Teilen auf Instagram oder im Messenger-Status reicht es alle Male aus. Ich würde sogar behaupten, da erkennt keiner den Unterschied zur modernen Kamera.

Noch mehr als vorher gilt für mich seit dem: Gute Fotos sind keine Frage der besten Kameratechnik.
So einen kleinen Nostalgie-Tripp mit altem Equipment kann ich nur jedem mal Empfehlen.

Autor:in
FloKuGrafie
Webentwickler aus Moorrege
Jahrgang ’86, geboren im Herzen Schleswig-Holsteins. Hier bin ich auch aufgewachsen und fotografiere am liebsten das Meer, Landschaften und die Sterne.
Jahrgang ’86, geboren im Herzen Schleswig-Holsteins. Hier bin ich auch aufgewachsen und fotografiere am liebsten das Meer, Landschaften und die Sterne.

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Diskussionsbeiträge (2)

21.11.2023, 10:04 Uhr
Michael Stoll
21.11.2023, 10:04 Uhr
Tolle Idee. Ich grabe auch gerne mal die Canon EOS 10D aus und gehe los. Mir macht das sehr große Freude.
09.11.2023, 15:46 Uhr
Jörg Tiemeyer
09.11.2023, 15:46 Uhr
Sehr coole Idee! Vielleicht läuft man sich in Hamburg mal über den Weg. VG Jörg
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