Der eine einzige Tag im Jahr

Eine Story von m.led93
31.03.2023

In dieser Story

Die Lillach bei Weißenohe

ist einer der seltenen Kalktuffbäche in Deutschland.
Für die Entstehung der sogenannten Sinterstufen ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren wichtig. Mit Kohlendioxid angereichertes Regenwasser sickert durch Kalkgestein und löst einen Teil des Kalks dabei aus dem vorhandenen Gestein. Durch die Wasserbewegung in Quellen und Bächen fällt der Kalk aus. Feine Kalknadeln lagern sich dann an den Pflanzen ab. Moose und Algen wirken der Verkrustung entgegen und wachsen über die verkalkte Schicht hinaus. Am Ende dieses Prozesses entstehen Stockwerkartige, fragile Kalkgebilde. Das Wachstum beträgt zwei bis drei Millimeter pro Jahr. Daher dürfen die ausgewiesenen Wege auf gar keinen Fall verlassen werden!!!

Der beste Blick auf das Naturwunder-Sinterstufen und deren Ausprägung ergibt sich in den Monaten, in denen die Bäume und Sträucher keine Blätter mehr tragen. Ein besonderes Highlight ergibt sich, wenn der erste Schnee im Jahr die moosbewachsenen Sinterstufen der Lillachquelle säumt.
Seit ich das Hobby der Fotografie ausübe, wurden genau an einem Tag alle Voraussetzungen für ein Foto dieser Art erfüllt.

Mehrere Faktoren müssen wie gesagt zusammenfallen.

Die Wahl der Jahreszeit. Im Sommer regiert das Grün. Die Sinterstufen sind durch Laub von Bäumen und Sträucher größtenteils verdeckt. Lediglich die größeren Wasserteller schimmern hindurch.
Im Frühjahr und Herbst ist es meist zu eintönig braun und matschig, für ein ästhetisches Bild unter diesen Bedingungen bin ich leider zu unkreativ. Aufgrund der abgeschirmten Lage im Tal lassen sich auch zur Blauen/Goldenen Stunde wenig Akzente setzen.

Der Winter

Bleibt noch der Winter. Das Wetter im Winter hat einen entscheidenden Anteil auf die Bildwirkung.
Die Lillacher Sinterstufen führen zu wenig Wasser, um der Kälte lange genug standzuhalten, so dass sie schnell zufrieren. Eine Langzeitbelichtung mit fließendem Wasser ist dann nicht mehr möglich. Zusätzlich darf es nicht zu viele Tage, um genau zu sein, keinen einzigen Tag vor dem ersten Schnee Frost geben. Denn dann würde das Moos absterben und die grünen Akzente gingen verloren. Aber es muss wiederum lange genug im Voraus langsam abkühlen, damit der Schnee am Boden und an den kahlen Bäumen liegen bleibt und nicht direkt schmilzt. Ist es zu schnell zu kalt, bestünde die Gefahr, dass der Schnee relativ zügig die Stufenstruktur und die Wasseroberflächen bedeckt. Zuletzt sollte der gefallene Schnee relativ feucht sein, um an den Oberflächen kleben bleiben zu können. Petrus man wünscht sich ja sonst nichts.
Ach ja, und der Fotograf inkl. Equipment sollte ebenfalls Zeit haben. Im Januar 2021 war es dann soweit. Ein später erster Schnee fiel unerwartet, zur Zeit, in denen die Tage bereits wieder etwas länger wurden. Nicht wissend, ob es einige Täler entfernt ebenfalls schneien würde, packte ich meine sieben Sachen und machte mich auf den Weg um mein Glück zu versuchen. Dieses Mal sollte alles passen und ich wurde mit einer wunderschönen, märchenhaft verschneiten Landschaft entlohnt.

Autor:in
m.led93
Hobby Fotograf aus Fränkische Schweiz
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