A once in a lifetime shot!

Eine Story von Lyaphine
05.03.2023

In dieser Story

Weiteres Equipment: Canon 77D, SkyWatcher Star Adventurer, Samyang 135mm f2, Canon 50mm 1.8 STM, Sigma 18-35mm 1.8 ART

Ein neuer Komet

Im März 2022 wurde ein neuer Komet entdeckt “Komet C/2022 E3 (ZTF)” oder wie die Medien in nannten “Der grüne Komet”, sollte schon bald der Erde sehr nahekommen.
Als Astrofotografin freut mich so eine Nachricht besonders! Mir war ganz klar, den möchte ich fotografieren!
Dann war es endlich so weit. Ende Januar kam er vorbeigeflogen.

Das Problem mit dem Wetter

Seit Wochen war das Wetter schlecht. Ein riesiges Meer aus Hochnebel bedeckte fast ganz Europa. Die einzige Möglichkeit, diesen Wolken zu entfliehen, um ein Foto zu ergattern, boten hohe Orte in den Alpen. Also durchsuchte ich halb Google Maps, um einen passenden Ort zu finden, mit freier Sicht Richtung Norden (da der Komet zu der Zeit fast am Polarstern stand). Für meinen gefundenen Ort, der auch weit abgelegen, ohne Lichtverschmutzung und innerhalb von einer 4 Stunden Fahrt zu erreichen war, wurde für das Wochenende gutes Wetter vorhergesagt. Da man bei diesen Bedingungen aber nie sicher sein kann, haben mein Freund und ich auch den Montag und Dienstag freigenommen. Nachdem alles geplant war, kam es wie es kommen musste, die Wettervorhersage hat sich komplett geändert. Jetzt sollte plötzlich der darauf folgende Donnerstag klar sein. Ich konnte meinen Urlaub verschieben, aber mein Freund nicht. Er konnte aber immerhin verhandeln, erst um 12 zur Arbeit zu erscheinen. Aber soweit so gut! Oder auch nicht.. Wieder änderte sich das Wetter. Jetzt sollte der Mittwoch klar sein. Dann hab ich meine Freundin gefragt, ob sie vielleicht mit mir mitkommen möchte. Alleine im Dunklen an einen fremden Ort und dann übermüdet Auto fahren, hielt ich für keine gute Idee.
Am morgen von der Abfahrt dann die Nachricht, es wird überhaupt kein klares Wetter in ganz Nordösterreich geben. Da der Neumond bereits vorbei war und der Mond von Tag zu Tag voller wurde, hatte ich nur noch diese Woche, um den Kometen in voller Pracht zu fotografieren. Das Mondlicht würde ihn sonst überstrahlen.
Also nochmal Planänderung. Zum Glück haben wir Bekannte in der Schweiz mit dunklem Himmel, bei denen ich unterkommen könnte. Dort sah das Wetter vielversprechend aus. Denn eine wichtige Sache brauchte ich bei meiner Location auch und das war Strom! Mein Plan war es, den Kometen sowohl detailliert mit meinem neuen Teleskop, als auch mit meinem normalen Kameraequipment und Vordergrund zu fotografieren.

Wenige Stunden bevor es losging dann die Nachricht, sie haben ja gar keine freie Sicht Richtung Norden.
Irgendwie war das alles verhext. Also hab ich ganz schnell nach Gasthäusern in der Nähe gesucht. Natürlich waren alle komplett ausgebucht. Aber das war zum Glück nicht so wichtig, denn alles was ich brauchte, war Strom. Freundlicherweise hat sich eine Gaststätte dazu bereit erklärt, uns über die Nacht damit zu versorgen.
Dann alles schnell gepackt uns los gings!

Noch mehr Probleme

Dort angekommen, die erste böse Überraschung. In der kompletten Gegend gab es nur eine einzige Straßenlampe. Und wer hätte es gedacht, die war natürlich genau am Haus der Gaststätte. Und dann kamen eine Menge weiterer Probleme hinzu. Neues Equipment zu nutzen, was man vorher nicht testen konnte (Gruß geht raus an die Wolken), birgt eine ganze Menge an Überraschungen. So musste ich feststellen, dass die Treiber zu alt waren. Also hab ich erstmal 3 Treiber aktualisiert. Beim Neustart des Rechners hat sich dann das Windows Update angekündigt. Mittlerweile war es schon komplett dunkel und die Temperaturen bei um die -10°C. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich den Rechner wieder benutzen. Aber aus irgendeinem Grund ging die Tastertur nicht mehr. Also Handschuhe aus und alles über Touch bedienen.

Und dann gab es noch ein Problem mit meiner Teleskopmontierung. Diese bekam keinen Strom. Ich hab alles an-, aus- und umgesteckt, aber Fehlanzeige. Etwas niedergeschlagen machte ich mich auf den Weg zum Auto, um das Equipment wieder einzupacken. Und dann hörte ich plötzlich hinter mir den Piepston, der signalisiert, dass meine Montierung Strom bekommt. Der Abend war wieder gerettet und ich konnte endlich loslegen, die ersten Bilder zu machen. Erklären kann ich mir das bis heute nicht.
Aber da war ja noch mein zweites Projekt. Zwischendrin, als der Mond noch nicht ganz untergegangen war, hab ich mit meiner Canon R6 und dem Nifty Fifty den Vordergrund für meinen geplanten Widefield Shot aufgenommen. Meine Finger waren zwar schon komplett taub aber das wollte ich mir nicht nehmen lassen. Also hab ich die R6 mit dem 135mm auf meinen Tracker gepackt, um über die nächsten Stunden nur den Kometen aufzunehmen. Die Kometenaufnahmen wollte ich dann in das Widefieldbild einarbeiten, um so möglichst viele Details zu bekommen.
Während die R6 fleißig Bilder aufnahm, hab ich das Sigma 18-35 1.8 auf meine Canon 77D gepackt. Der Bildausschnitt ist durch den Cropfaktor dem Vordergrundbild recht ähnlich. Mein Ziel war es eigentlich, eine Timelapse für ein YouTube Video zu diesem Ausflug zu machen aber daraus wurde nichts.
Am nächsten Morgen dann noch eine Überraschung. Der Wind hat den Rauch vom Schornstein nach unten auf mein Equipment gedrückt. Die Hälfte der Aufnahmen waren unbrauchbar.
Kann man nichts machen. Ich hab dann alles eingepackt und bin nach Hause gefahren.

Das Ergebnis überzeugt!

Als ich dort dann die Timelapse gesichtet hab, war ich sprachlos. Da war doch tatsächlich eine super helle Sternschnuppe genau zwischen den beiden Berggipfeln! So viel Glück muss man erstmal haben. Und dann ist sie auch noch an der genau perfekten Stelle für die Bildkomposition! Damit war alles gerettet! Auch die Daten der R6 sahen ziemlich cool aus. Der Kometenschweif hatte sich aufgeteilt, was auf Sonnenwinde zurückzuführen ist. Sowas finden wir Astrofotografen besonders spannend.
Sternschnuppe und Komet hab ich dann an richtiger Position und Größe eingefügt und das ist das Ergebnis 🙂

 

Weitere Bilder

 

 

Autor:in
Lyaphine
Softwareentwicklerin aus Augsburg
https://www.instagram.com/lyaphine/
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Kommentare (1)

05.03.2023, 12:28 Uhr
Peter Ebel
05.03.2023, 12:28 Uhr
Ein echt cooles Bild, es gefällt mir am besten von all denen, die ich von diesem Kometen gesehen habe.
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