2 Kilo extra auf Hochtour

Eine Story von Marcus Seewald
04.08.2023

In dieser Story

Wird der Rucksack wirklich so voll?

Sommerzeit bedeutet für mich Zeit in den Bergen zu verbringen. Als ambitionierter Hobbybergsteiger darf es dabei auch mal länger und höher hinauf gehen.
Für heute war eine sechstägige Hochtour im Gebirge um das Aostatal angesagt.
Vor einer Tour wird natürlich zunächst die Route geplant, dann geht es auch schon darum das richtige Equipment für die Tour und 6 Tage rauszusuchen.
Ich schreibe hierfür immer eine Checkliste und lege dann alles nebeneinander auf den Boden (siehe Fotos) um nichts zu vergessen oder Überflüssiges doch noch zu streichen. Anschließend wird probegepackt und der Rucksack gewogen. Es bereitete mir Sorgen, dass das Ding jetzt schon 10 Kilo wog und mich noch immer diese Fragen quälten?

Hat die Kamera Platz? Welche Objektive können/müssen mit? Kann ich das alles auch in großer Höhe noch tragen?

Am liebsten Fotografiere ich Landschaften, die ich beim Bergsteigen entdecke. Also ist die Kamera eigentlich immer dabei. Das war bei 1-2 tägigen Touren noch nie ein Problem für mich, auch nicht als die Kamera noch Canon EOS 5D Mark II hieß
Seit ein paar Jahren fotografiere ich mit einer Sony A7 III und nehme je nach Tour mal mehr oder weniger Objektive mit. Im schwierigen Gelände ist es dann oft nur mehr das Handy oder wenn ich doch APSC Qualität möchte, die Ricoh GRIII, die kleinste APSC Kamera die es gibt (?).
Nach kurzem hin und her war für mich klar, dass die Kamera mitkommen muss. Ich werde eindrucksvolle Landschaften sehen und soll dann davon keine Bilder machen, die ich mir zu Hause im Großformat aufhängen möchte? Sicher nicht!

Somit sich nur mehr die Objektiv Frage für mich stellt. Ich besitze außer einem Weitwinkelzoom nur Festbrennweiten. Sich auf eine Brennweite festzulegen schien mir absurd, also bin ich zum Kameraverleih gefahren und habe mir dort ein Standardzoom geholt. Das Tamron 28-75 2.8 G2. Der perfekte Kompromiss aus Preis, Gewicht und Qualität.

Wieder zu Hause öffnete ich den Rucksack, packte die A7iii, das Tamron und mein Weitwinkel Sigma ein und stellte alles noch mal auf die Waage.
12 Kilo… ach ja da wäre ja auch noch das Seil und Trinkwasser…. 15Kilo

Der Weg zum Zielfoto

Das Aostatal liegt an der Grenze zwischen Schweiz und Italien. Nach der Ankunft erkundeten wir für einen Tag kleinen entzückenden Dörfer und ich freute mich, dass ich hier schon Postkartenreife Fotos machen konnte. Das Tal wird von vielen eindrucksvollen und bekannten Bergen eingerahmt und die Vorfreude bald dort oben zu sein, ließ mich meinen schweren Rucksack wieder vergessen. Noch hätte ich die Chance die Kamera einfach bei Freunden im Auto liegen zu lassen und ohne extra Gepäck auf die Berge zu klettern.
Zum Akklimatisieren stiegen wir zunächst in einer zweitägigen Tour auf den Gipfel des Gran Paradiso auf. Ich hatte schnell festgestellt, dass der Rucksack nicht mehr so viel wiegt, wenn man die Hälfte des Equipments am Körper trägt und war umso erleichterter, meine Kamera dabei zu haben. Schon an den ersten beiden Tagen konnte ich viele eindrucksvolle Momente festhalten.
Nach der ersten Tour ging es für uns auf der Mantova Hütte am Monte Rosa Massiv weiter.

Das Zielfoto

Von unserer Hütte aus stiegen wir jeden Tag auf ein Gletscher Plateau in Rund 4200m Höhe auf, das von mehreren Gipfeln umgeben ist.
Getreu dem Motto “das Beste kommt zum Schluss”, war unser letzter Tag, dank perfekter Bedingungen, unser bester Tag.
Wir durften gleich 4 Gipfelsiege feiern (Parrotspitze Überschreitung, Schwarzhorn, Ludwigshöhe und Vincentpyramide).
Am Rückweg über das Gletscherplateau kamen wir an dieser beeindruckenden Eisformation vorbei, die wir schon am Vortag bei schlechterem Wetter bestaunen durften. Der blaue Himmel sorgte heute aber für den perfekten Kontrast und ließ den Sérac noch eindrucksvoller aussehen.
Direkt am Weg liegend, vermittelte uns dieses Gebilde fast den Eindruck, dass wir hier in der Arktis unterwegs wären. So etwas habe ich noch nie aus nächster Nähe gesehen. Was für ein Glück, dass ich das nun auch in hoher Qualität festhalten durfte. *click* Zielfoto!

Fazit:

Ich hatte übrigens zu keinem Zeitpunkt gemerkt, dass mein Rucksack etwas schwerer war. Sowohl die Kamera als auch das Leihobjektiv haben die Tour unversehrt überstanden. Ein Fotobuch und mehrere Wandbilder werden mich immer an diese Tour erinnern und mich auch in Zukunft bestärken die Kamera einzupacken.

 

Weitere Bilder

 

 

Autor:in
Marcus Seewald
Marketing aus Wien
Hobbyfotograf irgendwo zwischen Bergen und mehr
Hobbyfotograf irgendwo zwischen Bergen und mehr

Gefällt dir diese Story?

Schreibe deine Story

Diskussionsbeiträge

Noch keine Diskussionsbeiträge vorhanden. Schreibe jetzt den ersten Beitrag!
Jetzt mitdiskutieren
Du bist interessiert an neuen Equipment?
Jetzt Angebot mit Bestpreis-Garantie sichern.