Turmfalkennachwuchs in der Fränkischen Schweiz

Eine Story von m.led93
20.03.2023

In dieser Story

Die Turmfalken finden ein neues Zuhause

Im folgenden möchte ich Euch mein ganz persönliches Sommermärchen 2021 erzählen. Die Vorgeschichte trug sich Anfang Juni zu. Über einen Zeitraum von mehreren Tagen hinweg war ein helles “zick”-Rufen aus einem alten verwucherten Krähennest ganz in der Nähe zu vernehmen.
Wie sich herausstellte, handelte es sich hierbei um die Lockrufe eines männlichen Turmfalkens, der seinem Weibchen den auserkorenen Brutplatz mitteilen wollte. Die Horstwahl des Männchens überzeugte das Weibchen aber leider gar nicht und sie blieb dem Krähennest fern.
Kurzum entschloss ich mich, als Wingman einzuschreiten. Basierend auf einer Anleitung von Nabu ist im Handumdrehen ein Nistkasten mit Sitzwarte entstanden und an der Hauswand befestigt worden. Gefüllt wurde der Brutkasten mit einer Mischung aus Hackschnitzel, Steinen und Stroh, damit der männliche Turmfalke eine Horstmulde bilden kann.
Wenige Stunden später ist der Brutkasten tatsächlich schon angenommen worden.

Nahrungsbeschaffung ist Männchensache

Fortan, und über einen Zeitraum von ca. vier Wochen, konnte nur noch das Männchen beim Verlassen des Nistkastens beobachtet werden. Er hatte nun die Nahrungsbeschaffung für das Weibchen mit übernommen. Das Turmfalken-Weibchen huderte in dieser Zeit das Nest. Lediglich bei der Nahrungsübergabe konnte ein Blick auf das Weibchen erhascht werden.

Mittlerweile war es Ende Juli. Die Häufigkeit, mit welcher der männliche Turmfalke Nahrung an das Weibchen im Horst übergab, wuchs von Tag zu Tag. Zusätzlich legte auch das Weibchen ein neues Verhaltensmuster an den Tag. Näherte sich eine Taube, Star oder Krähe dem Nest, verteidigte es den Horst mittels atemberaubender Flugmanöver. Dieses Spektakel konnte einige Tage beobachtet werden, bevor nun auch das Weibchen zu eigenen Beutezügen aufbrach.
Kam nun ein adultes Tier von einem Beuteflug zurück, ertönte ein zartes Piepen aus dem Horst. Es dauerte weitere zwei Wochen bis das erste Jungtier, von Neugierde getrieben, einen ersten Blick aus dem Nest wagte.

Die Jungtiere zeigen sich

Mit der Zeit wurden die Aufenthalte des Jungtieres auf der Sitzwarte häufiger und länger. Das Küken blieb nicht lange alleine. Da nach und nach seine Geschwister ebenfalls einen Sonnenplatz beanspruchten, wurde es vor der Sitzwarte immer enger. Nach drei Wochen konnten schon drei Jungtiere beobachtet werden. Die adulten Turmfalken, getrieben durch die unermüdlichen Nahrungsrufe ihrer Jungen, verkürzten abermals die Fütterungsfrequenz.

Im Alter von ca. vier Wochen stellten die adulten Tiere die Fütterung des Nachwuchses ein. Die Beute wurde von nun an direkt in das Nest gelegt und die Jungtiere fraßen selbstständig. Auch der Schwächste der Brut gesellte sich nach etwa vier Wochen zum ersten Mal zu seinen Geschwistern auf die Sitzwarte. Die diesjährige Brut umfasste demnach vier gesunde Junge! Der Flaum war zu diesem Zeitpunkt fast vollständig abgestoßen worden und das Federkleid entsprach dem eines adulten Tieres.
So viel Fressen und Wachsen machte natürlich müde, weshalb ein ausgiebiger Verdauungsschlaf oft nicht fehlen durfte.

Sie lernen fliegen

Von nun an begannen die Jungtiere damit, ihre Flugkünste zu erproben. Zunächst nur zwischen Horst und dem nahegelegenen Dachfirst, meist in der Abenddämmerung. Um Kraft zu tanken und Nahrung aufzunehmen, kamen die jungen Turmfalken stets zum Horst zurück.

Lediglich der Nesthocker traute sich noch nicht, das traute Heim zu verlassen. Interessiert beobachtet der kleinste Turmfalke der Brut seine Geschwister bei den ersten Flugversuchen außerhalb des Horstes.

Nach ca. viereinhalb Wochen hatten alle Turmfalken-Jungtiere das Nest verlassen. Die adulten Falken platzierten die Nahrung nun im Umkreis des Nestes, um erste Flug- und Jagdinstinkte zu fördern. Nahrung wurde auch nicht mehr zwischen Geschwistern geteilt. Der Schnellste verteidigte die Beute und verschlang die Maus im Ganzen. Der junge Turmfalke schirmt dabei die Beute mit seinen Flügeln ab.

Die Familie zieht aus

Mitte August flog die Turmfalkenfamilie zu sechst aus. Die adulten Turmfalken hatten die Jungtiere mit auf Jagd und in die Wildnis genommen, um ihnen alles Nötige für die Selbstständigkeit beizubringen. Letztendlich vertrieben die Eltern ihre Jungtiere aus dem Revier
Hin und wieder überfliegt dennoch ein junger Turmfalke seine Geburtsstätte und äußert dabei einen dankenden Ruf. In diesem Fall nimmt er sogar kurz auf einem Blitzableiter Platz und genießt die Sonne und blickt ein letztes Mal auf seine Geburtsstätte.

 

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m.led93
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Kommentare (2)

30.03.2023, 22:10 Uhr
m.led93
Autor:in der Story
30.03.2023, 22:10 Uhr
Vielen Dank
20.03.2023, 10:14 Uhr
Peter Ebel
20.03.2023, 10:14 Uhr
Eine super Dokumentation!
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