Nachts am Phare de Mean Ruz

Eine Story von Patrick Bergs
07.08.2023
Verwendetes Equipment: Nikon D3x, Nikkor 35mm/f1.4 MF,Gitzo Stativ, Manfrotto 3D Kopf

Vorgeschichte

Vor ca. 30 Jahren war ich zum letzen mal an der Côte de Granit Rose. Jetzt ist mein Sohn erwachsen und ein wahrscheinlich letzter Familienurlaub sollte auch ihm die Schönheit der Natur, die mich damals berührt hatte, zeigen. Bei meinem ersten Besuch hatte ich, mit einer geliehenen Linhof Technika und einem Rollfilmmagazin, eine Langzeitbelichtung von dem berühmten Leuchtturm gemacht. Damals war die Belichtungszeit ungefähr eine halbe Stunde und der Effekt des spiegelglatten Wassers erst nach der Entwicklung zu Hause zu sehen. Leider ist dieses Dia nach der Produktion von zwei Abzügen verloren gegangen. Mein Sohn kannte dieses Bild und als wir in Perros-Guirec auf dem Campingplatz waren beschlossen wir eine neue Aufnahme mit modernen Mitteln zu versuchen.

Platzwahl

Da wir am Nachmittag schon eine Wanderung auf dem Küstenwanderweg von Perros-Guirec nach Ploumanac’h gemacht hatten, wussten wir ungefähr die Position für die Aufnahme. Gegen 20:45 Uhr machten wir uns dann mit den Fahrrädern auf den Weg zum Leuchtturm. Am Parklatz angekommen sahen wir, daß wir an diesem Abend nicht die Einzigen sein würden. Auf dem Weg zu unserer Fotoposition sahen wir auch schon einige Fotografen, welche den vermeintlich besten Ausblick auf den Phare de Mean Ruz eingenommen hatten. Der Punkt war uns zu weit oben am Weg und so gingen wir die Felsen weiter runter, bis wir fast auf Wasserhöhe waren. Mit etwas Glück könnten wir so eine Spiegelung des Leuchturmlichts auf der Wasseroberfläche bekommen.
Leider waren die Felsen extrem rutschig und so blieben ca. 3m Abstand zur Wasseroberfläche. An dem Tag war auch eine Springflut vorhergesagt, sodass das Wasser schon sehr hoch stand. Im Laufe der Aufnahmen fiel der Pegel etwas, die Position konnten wir trotzdem nicht mehr verändern.
Nachdem das Stativ und die Kamera eingerichtet waren hieß es warten bis die Sonne untergegangen war. Vielleicht würden dann auch die Leute, welche den Sonnenuntergang vom Leuchturm aus beobachteten langsam weniger. Immer wieder machten wir Aufnahmen und langsam wurden die Zeiten, wie gewünscht, länger.

Los geht’s

Die ersten Aufnahmen sahen ganz gut aus, aber dann wurde das Licht schon sehr knapp. Um eine Langzeitbelichtung nicht plötzlich abzubrechen, tauschte ich noch meinen fast leeren Akku gegen einen Vollen aus. Nur die Reflexion vom Himmel erleuchtete jetzt noch die Szenerie. Ich wollte die Idee meine alte Aufnahme zu wiederholen schon aufgeben, aber kurz vor 23:00 Uhr riskierte ich eine Belichtung mit knapp 15 Minuten. Meine Sohn bekam noch meinen fast leeren Akku für seine D3, um auch einen letzten Schuss zu versuchen. Nach einer Ewigkeit beendete ich die Aufnahme mit dem Fernauslöser und musste fast genauso lange warten, bis die Kamera ein Bild anzeigte. Naja,das Bild was mir angezeigt wurde war ganz okay. Mein Sohn schloss mit dem letzten bisschen Saft aus dem Akku auch sein Shoot ab, konnte aber nicht schauen, ob es was geworden war.
Mit einem Gefühl zwischen Euphorie, wegen des schönen Abenteuers und Skepsis, ob das Foto auch gut sein würde, packten wir in fast völliger Dunkelheit unser Equipment ein und begaben uns, komplett alleine, auf den Rückweg.

Die Spannung steigt

Am nächsten Tag wurde, nach dem Frühstück sofort, das Bildmaterial gesichert und mit CaptureOne bearbeitet. Und nachdem ich noch eine Belichtungskorrektur, von ca. einer Lichtstufe mehr gemacht hatte, kamen die Farben und das Leuchten der rosa Steine zum Vorschein. Alles war wie gewollt scharf und eine zufriedenes Grinsen machte der Skepsis Platz. Der Aufwand hatte sich gelohnt und auch mein Sohn war mit dem letzten Foto, was zum Glück noch gespeichert wurde, sehr zufrieden. Aber auch ohne Foto wäre die gemeinsame Erinnerung, mit meinem Sohn, an diesen Abend Gold wert.

 

Weitere Bilder

 

 

Autor:in
Patrick Bergs
Techniker Elektrotechnik aus Aachen
Ich Reise gerne und mache dabei Fotos.
Im Alltag fotografiere ich gerne Sport und Konzerte.
Früher mit Analogkameras, heute digital.
Ich Reise gerne und mache dabei Fotos.
Im Alltag fotografiere ich gerne Sport und Konzerte.
Früher mit Analogkameras, heute digital.

Gefällt dir diese Story?

Schreibe deine Story

Diskussionsbeiträge

Noch keine Diskussionsbeiträge vorhanden. Schreibe jetzt den ersten Beitrag!
Jetzt mitdiskutieren
Du bist interessiert an neuen Equipment?
Jetzt Angebot mit Bestpreis-Garantie sichern.