Dank der Tibetischen Gesellschaft

Eine Story von Frank Widmer
13.08.2023

In dieser Story

Zwei Tage vor dem Foto ist Yeshe aus New York in der Schweiz angekommen. Sie ist die beste Freundin der Schwester Tenzin, meiner Freundin Dekyi. Dekyi hat sie das letzte Mal vor einem Jahr, im September 2022, in New York gesehen, als sie ihre Schwester Tenzin besucht hat. Dekyi lebt jetzt seit 2012 in der Schweiz, Tenzin seit 2011 in New York. Die restlichen Familienmitglieder leben in ihrer ursprünglichen Heimat Tibet. 2022 bekam Dekyi endlich ein Visum für die USA. Als sich Dekyi und Tenzin nach über 10 Jahren zum ersten Mal wieder trafen, am Flughafen von New York, war auch ihre beste Freundin Yeshe dabei und filmte das emotionale Wiedersehen. Zu sehen in dem verwackelten Smartphone-Video sind die beiden, wie sie sich in die Arme fallen und weinend zu Boden gehen, da sie so überwältigt waren von den Gefühlen, sich nach so langer Zeit endlich wieder persönlich gegenüberzustehen. Dekyi und Tenzin konnten sonst nur per Videoanruf miteinander kommunizieren. Der Kontakt zur Familie in Tibet ist schwer, da die Familie Restriktionen befürchtet. Dekyi konnte nun endlich 2 Wochen mit einem Familienmitglied verbringen und dies auch noch in einer so spannenden Stadt wie New York. Es war eine ihrer schönsten und bewegendsten Zeiten ihres Lebens. Es ließ sie für eine kurze Zeit vergessen, welche schlimme Zeit sie durchmachen musste, beginnend von einer Zeit, in der man unentwegt unterdrückt wurde, hin zur Flucht und einem langen Leidensweg, getrennt von ihren Liebsten.

Einen Tag vor dem Foto beschlossen wir, Yeshe, die Freundin der Schwester, Dekyi und ich, auf die Wanderung zum Seealpsee zu machen. Tenzin war überwältigt von der Schönheit der Schweizer Berge. Beide sprachen davon, wie sehr die Region an ihre Heimat Tibet erinnert. Am Seealpsee machten wir ein Picknick und genossen den schönen Bergsee, für den der Kanton Appenzell bekannt ist. Am Tag des Fotos fuhren wir mit der Schwebebahn auf den Säntis und standen vor dem Monument der Tibetischen Gesellschaft. Auf der Steintafel steht: “Die Schweiz nahm als erstes Land im Westen ab 1960 tausend tibetische Flüchtlinge auf. Inzwischen fanden hier 2000 Tibeterinnen eine zweite Heimat. Die Tibetergemeinschaft in der Schweiz dankt der Schweizer Bevölkerung und Regierung für ihre großzügige Hilfe.” Mir kahmen fast die Tränen, als ich vor diesem Monument stand und an diese 2000 anderen Lebensgeschichten denke, die allesamt einen ähnlichen Leidensweg hinter sich haben wie meine Freundin Dekyi.

Autor:in
Frank Widmer
Maschinenbauer aus Schweiz Zürich
Ich bin Hobby Fotograf der Fotografieren benutz um einen Grund zu haben raus in die Natur zu gehen.
Daneben baue ich Nixie Clocks oder beschäftige mich sonst mit Elektronik und Microcontroller. Ausserdem Speile ich gerne Gitarre.
Ich bin Hobby Fotograf der Fotografieren benutz um einen Grund zu haben raus in die Natur zu gehen.
Daneben baue ich Nixie Clocks oder beschäftige mich sonst mit Elektronik und Microcontroller. Ausserdem Speile ich gerne Gitarre.

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