Was die Sony A7R VI über die FX3 II und A7S IV verrät und was Filmmaker sich davon erhoffen

Die A7R VI ist seit ca. 3 Wochen offiziell, und wer zwischen den Zeilen liest, sieht dort mehr als nur eine Hochauflösungskamera. Filmmaker Matt Johnson hat sich in einem ausführlichen Video auf YouTube genau damit beschäftigt: Was hat Sony mit der A7R VI an Karten gezeigt und was bedeutet das für die FX3 II und A7S IV, die beide mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später kommen?
SonyAlphaRumors hat das Video aufgegriffen und als sehenswerte Einschätzung empfohlen.
Johnson teilt seine Erwartungen in drei Kategorien: was er für nahezu garantiert hält, was er für wahrscheinlich hält, und was reines Wunschdenken ist.
Was er für nahezu sicher hält
Klappbarer EVF von der FX2. Der schwenkbare Sucher der FX2 war eine der wenigen Stärken dieses Modells, das sonst wegen seines gecropten 4K/60p-Bildes in der Kritik stand. Johnson wäre schockiert, wenn Sony diesen EVF nicht in eine FX3 II übernimmt. Für die A7S IV erwartet er ihn dagegen nicht. Sony hat bei fotografie-orientierten Alpha-Kameras bislang keinen solchen Sucher verbaut.
Front-Tally-Lampe. Die A7R VI hat erstmals eine Tally-Lampe an der Front, die beim Aufnehmen leuchtet. Für Solo-Creator, die sich selbst filmen, ist das Gold wert. Johnson erwartet sie auch in der A7S IV.
Aufklappbares und schwenkbares Display. Das seit der A7R V bekannte Flip-and-Tilt-Display ist bei Sony inzwischen Standard. A7R VI, A7 V, alle haben es. Für FX3 II und A7S IV wäre ein Fehlen dieses Displays eine echte Überraschung.
BIONZ XR2 und neue Batterie. Das ist der vielleicht wichtigste technische Punkt. Die A7R VI bringt nicht nur einen neuen Prozessor, sondern auch eine neue Batteriegeneration mit höherer Spannung. 7,82 Volt statt 7,2 Volt bei den bisherigen NP-FZ100-Akkus, was rund 17 Prozent mehr Kapazität bedeutet. Johnsons Theorie: Die alte Batterie war nicht in der Lage, die Kamera gleichzeitig mit dem neuen XLR-Handle zu betreiben. Deshalb hat Sony die Spannung erhöht. Das erklärt auch, warum die A7 V, die nur wenige Monate älter ist als die A7R VI, den neuen XLR-Adapter nicht unterstützt, sie hat noch die alte Batterie.
32-Bit-Float-Audio über XLR-Handle. Die A7R VI unterstützt mit dem neuen XLR-A4-Adapter erstmals 32-Bit-Float-Aufnahme intern in der Kamera. Für eine videofokussierte Kamera wie die A7S IV erwartet Johnson das ebenfalls, für die FX3 II sogar in einer robusteren, videospezifischen Version des Adapters mit Verriegelung und hoffentlich einem etwas größeren Griff.
Was er für wahrscheinlich hält
Open Gate. Die wohl meistgefragte Funktion im Sony-Universum. Johnson spricht regelmäßig mit Sony-Mitarbeitern und versichert: Sony weiß, dass Filmmaker Open Gate wollen. Die A7R VI hat es nicht, aber welche Kamera wäre prädestinierter dafür als eine filmfokussierte A7S IV oder FX3 II? Er glaubt, es kommt. “Filmmaker würden revoltieren, wenn nicht.”
Internes RAW-Video. Canon kann es, Nikon kann es, Panasonic kann es, Sony bisher nicht, zumindest nicht in dieser Kameraklasse. Johnsons Hoffnung: ProRes RAW als lizenzierte Option wie bei Panasonic, oder Sonys eigenes X-OCN, das bisher nur in Venice und Burano steckt. Beides wäre ein echter Sprung nach vorne.
Höhere Frameraten. Die A7S3 hat 2020 mit 4K/120fps für Aufsehen gesorgt. Was wäre das Äquivalent heute? Johnson spekuliert auf 4K/240fps. Nicht ganz so abwegig, wie es klingt, wenn man bedenkt dass Sony vor über einem Jahrzehnt mit der FS700 schon 240fps in einem Kamera-Gerät hatte.
Verbessertes Low-Light. Die A7S-Serie ist für ihre Nachtleistung bekannt, aber Panasonic und Nikon haben aufgeholt. Johnson erwartet mindestens den Erhalt der zweiten Basis-ISO bei 12.800 und spekuliert auf eine dritte bei 51.200 oder höher, ähnlich wie Canon es mit drei Basis-ISOs in manchen Modellen bereits macht.
Das Wunschdenken
Vollständig entsperrter Quad-Bayer-Sensor. Das klingt zunächst wie eine wilde Idee, hat aber eine interessante technische Basis: Der A7S3-Sensor hat laut Teardowns tatsächlich 48 Megapixel, die aber auf 12 MP zusammengeführt werden. Was wäre, wenn Sony diese Technologie vollständig entsperrt? 8K-Aufnahme mit demselben Sensor, der in 4K-Modus die Pixel zu größeren, lichtstärkeren Einheiten zusammenfasst. Das Beste aus beiden Welten.
Global Shutter. Derzeit nur in der A9 III. Für Filmmaker wäre er ein echter Gewinn. Kein Rolling Shutter, keine Probleme mit Kunstlicht-Flicker. Red baut ihn standardmäßig ein. Warum nicht Sony?
Interner ND-Filter. Der ewige Wunsch. Johnson hat ihn von Sony-Mitarbeitern immer mit demselben Argument abgewimmelt bekommen: Die Physik lässt es nicht zu, ohne die Kamera erheblich größer zu machen. Er gibt die Hoffnung trotzdem nicht auf.
4-Zoll-Display. Größer als das aktuelle, näher an dem, was Nikon ZR oder Kinefinity Vista bieten. Ob es dann noch das Flip-and-Tilt-Mechanismus beibehalten könnte, ist laut Johnson fraglich.
Das Wunschdenken
Johnsons Preisprognose: Die A7S IV dürfte ähnlich wie die A7R VI eingepreist werden, also rund 4.500 bis 4.700 Dollar. Für die FX3 II, die traditionell mit XLR-Handle kommt, rechnet er mit unter 5.000 Dollar, vermutlich 4.998 Dollar, weil Sony eine Schwäche für die Zahl 8 bei Preisenden hat. Angesichts allgemeiner Preissteigerungen bei Elektronik hält er günstigere Preise für unwahrscheinlich.
Welches Feature auf dieser Liste wäre für euch der Kaufgrund? Open Gate, internes RAW oder doch der Global Shutter? Schreibt es in die Kommentare.







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