Warum ich mein NAS in zwei Hälften teile (Und du es auch tun solltest)

Backup für Fotografen NAS

Warum ich mein NAS in zwei Hälften teile – Backup für Fotografen (2/2)

Wer heute als Hybrid-Shooter arbeitet, kennt das Problem die Gesamtdatenmenge wächst rasant und wenn man mehrere Kopien von allem aufheben möchte… wird es schnell sehr teuer. Mein Ansatz vespricht sehr hohe Datensicherheit – bei vertretbaren Kosten. Im ersten Teil dieser Blog-Serie erkläre ich mein Setup und schätze die größten Gefahren ein. Was ist überhaupt ein NAS und was bedeutet RAID?

Auf der einen Seite liegen bei mir rund 5 Terabyte an Fotos plus ein paar TB sonstige Daten. Wenn diese Dateien verschwinden, habe ich ein gewaltiges rechtliches und finanzielles Problem. Auf der anderen Seite füllen 20 Terabyte an B-Roll und fertigen Videoprojekten meine Festplatten. Die sind wichtig, fressen aber gigantisch viel Speicherplatz, wachsen schnell und liegen ohnehin noch sicher offline auf meinen externen Festplatten im Schrank (Cold Storage).

Lange Zeit dachte ich, die Lösung für dieses 30-Terabyte-Problem sei einfach: Man kauft ein riesiges NAS, füllt es mit sündhaft teuren Festplatten, macht ein gewaltiges RAID 5 oder RAID 6 daraus und wirft einfach alles in denselben Ordner.

Heute weiß ich: Das ist nicht nur Geldverschwendung, es ist auch unnötig.

In meinem aktuellen Setup fahre ich deshalb eine radikale “Split-Brain”-Strategie. Ich behandle Fotos und Videos komplett unterschiedlich. Hier ist mein System:

Speicherpool 1: Die Foto-Festung (RAID 1)

Für meine 5 TB an Fotos gehe ich absolut keine Kompromisse ein.

Hier arbeiten zwei identische Festplatten im sogenannten RAID 1-Verbund (Spiegelung). Alles, was ich in diesen Ordner schiebe, wird in Echtzeit zu 100 % auf beide Platten gleichzeitig geschrieben.

  • Die Sicherheit: Raucht eine der beiden Festplatten ab, merke ich das beim Arbeiten nicht einmal. Das NAS piept, ich ziehe die kaputte Platte heraus, schiebe eine neue ein und das System heilt sich von selbst. Null Datenverlust, null Ausfallzeit.
  • Das Dateisystem: Dieser Pool läuft zwingend auf Btrfs, damit unsichtbare “Snapshots” mich vor Ransomware-Attacken schützen können.

Speicherpool 2: Das Video-Silo (Basic-Modus)

Hier wird es jetzt spannend. Anstatt für meine 20 TB Videos teure Redundanz-Festplatten zu kaufen, die einfach nur da sind, um den Ausfall einer anderen Platte abzufangen, nutze ich hier den Basic-Modus (Einzel-Laufwerke).

Ich stecke eine gigantische Festplatte (z. B. 22 TB) in das NAS und richte sie als komplett eigenständiges Laufwerk ein. Keine Spiegelung, keine komplizierten RAID-Berechnungen.

  • Das kalkulierte Risiko: Wenn diese Video-Festplatte stirbt, ist das ärgerlich, aber keine Katastrophe. Warum? Weil ich von diesen Videos ohnehin Backups auf meinen externen Offline-Festplatten (Cold Storage) habe.
  • Der Ablauf im Notfall: Geht die Platte kaputt, kaufe ich einfach eine neue, baue sie ein und lasse das NAS über das Wochenende die 20 TB von meiner externen USB-Platte zurückkopieren. Das kostet mich etwas Zeit, rettet mir aber beim initialen Hardware-Kauf hunderte von Euros.
  • Wachstum: Pro Jahr kommen 2-3 TB Videodaten dazu. Eine weitere Festplatte liegt daher schon parat. So kann ich mein System über die nächsten Jahre weiter wachsen lassen. Da die Daten chronologisch geordnet sind, kann ich sie gut auf mehrere Festplatten verteilen.

Die 3 genialen Vorteile dieser Trennung

  1. Massive Kostenersparnis: Speicherplatz für Videos ist teuer. Durch den Verzicht auf RAID-Redundanz bei den Videos muss ich nicht eine oder zwei 22-TB-Platten extra kaufen, die reinen Leerlauf produzieren.
  2. Hardware-Schonung: Wenn ich stundenlang 4K-Videos schneide, rödelt nur die Video-Festplatte. Die beiden Festplatten aus der Foto-Festung können sich schlafen legen, weil nicht das gesamte NAS-System in Bewegung gesetzt werden muss. Greife ich auf Fotos zu, kann die Video-Platte weiter schlafen. Das verlängert die Lebensdauer der Mechanik.
  3. Zukunftssicherheit: Mein NAS hat 6 Schächte. Mit diesem Setup (2x Foto-RAID, 1x Video-Platte) habe ich immer noch drei Schächte komplett leer! Wenn das Video-Archiv wächst, schiebe ich einfach eine weitere Platte ein und erstelle “Video-Silo Nummer 2”.
Ugreen NAS Synchronisieren

Synchronisation und Backup

Ein NAS ist kein Backup. Lösche ich aus versehen Dateien… sind sie weg. Fange ich mir einen Ransom Virus ein… sind meine Daten weg. Wird das NAS geklaut… sind meine Daten weg.

Daher habe ich ein zweites (kleineres) NAS an einem anderen Standort stehen. Dort ist kein RAID eingerichtet, da es ja nur als Backup dient. Das spart bares Geld! Jede Nacht werden die Systeme synchronisiert und sind daher immer tagesaktuell. Dabei synchronisiere ich nur die Fotos, da die Video-Daten sich nur alle paar Monate ändern, wenn ich meine aktuellen Projekte auf das NAS verschiebe. Auf die Fotos muss ich am zweiten Standort zugreifen, auf die Videos nicht. Das kleine NAS hat vier Schächte, ist sehr sparsam im Stromverbrauch, sehr leise und ausreichend schnell für normales Arbeiten.

Zwei Kopien sind gut, aber drei sind besser! Daher verwende ich noch externe Festplatten, auf die ich weitere Kopien ziehe. Dank der Backup-Funktion vom Ugreen NAS funktioniert das problemlos. Diese Backups mache ich nur alle paar Monate, wenn ich Daten vom Computer aufs NAS schiebe.

Jede wichtige Datei befindet sich auf mindestens drei, meist sogar fünf, Laufwerken an drei Standorten. Selbst wenn beide NAS zum gleichen Zeitpunkt sterben würden… würde ich keine Daten verlieren, sondern das Cold Storage Backup vom Dachboden des Schwagers holen und alles neu aufsetzen.

Mein Fazit für euch:

Hört auf, alle eure Daten gleich zu behandeln. Bewertet euer Material nach Wichtigkeit und Wiederherstellbarkeit. Eine intelligente Strategie schlägt immer das blinde Werfen von Geld auf ein Speicherproblem.

Wie sieht das bei euch aus? Trennt ihr eure Video- und Fotodaten physisch, oder liegt bei euch noch alles in einem riesigen Ordner? Schreibt es in die Kommentare!

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Stephan Wiesner
01.03.2026

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