Vögel fotografieren mit OM System: Chris Kaula & Stephan Wiesner machen den Praxis-Check

Wenn Wildlife-Profi Chris Kaula und Stephan Wiesner gemeinsam losziehen, ist eines sicher: Die Ausrüstung muss zeigen, was sie kann. In ihrem aktuellen Revier-Besuch dreht sich alles um die Vogelfotografie mit dem OM System. Das Ziel? Maximale Brennweite bei minimalem Gewicht – und das alles mitten im Matsch auf Augenhöhe mit Kiebitz und Uferschnepfe.

Hier erfährst du, wie die beiden das MFT-System bis an die Belastungsgrenze getrieben haben und welche Profi-Tipps du für deine eigenen Aufnahmen mitnehmen kannst.

Das Setup: 1000 mm Brennweite aus der hohlen Hand

Der größte Vorteil des Micro-Four-Thirds-Systems (MFT) zeigt sich dort, wo es auf Distanz ankommt.

  • Brennweiten-Wunder: Durch den Crop-Faktor von 2,0 wird aus dem kompakten OM System 150-400mm f/4.5 effektiv ein 300-800 mm Kraftpaket.
  • Der 1000-mm-Trick: Chris nutzt den integrierten 1,25-fach Telekonverter. Mit einem Handgriff landet er bei 1000 mm effektiver Brennweite (Blende 5.6). Im Video beeindruckt der direkte Vergleich: Ein herkömmliches 600-mm-Vollformat-Objektiv wirkt daneben wie ein riesiger Klotz.
  • Stabilisierung ohne Stativ: 1000 mm ohne Stativ? Was früher undenkbar war, bügelt der Sync-IS (das Zusammenspiel von Kamera- und Objektivstabilisator) heute gnadenlos glatt.

Biologie trifft Fotografie: Das „Hassen“ erkennen

Ein starkes Foto braucht Vorbereitung. Chris erklärt ein Verhalten, das jeder Vogelfotograf kennen sollte: das „Hassen“ (oder Mobbing). Bodenbrüter wie Kiebitze fliegen aggressive Scheinangriffe gegen Räuber wie Raben oder Weihen, um ihre Nester zu schützen.

Chris’ Tipp: Behalte nicht nur den großen Raubvogel im Auge. Die spektakulärsten Flugmanöver und „Kung-Fu-Action“ liefern die kleineren Vögel, die den Eindringling attackieren.

Die Profi-Settings von Chris Kaula

Damit die Ausbeute stimmt, nutzt Chris an der OM-1 Mark II ganz spezifische Einstellungen:

  1. Intelligenter Autofokus: Die Vogelerkennung klebt förmlich am Auge des Tieres. Falls der Vogel den Kopf wegdreht, springt der Fokus sofort auf den Körper um – so verpasst man keinen Moment.
  2. Serienbilder mit Maß: Auch wenn die Kamera 50 Bilder pro Sekunde schafft, bremst Chris auf 20 fps ab. Das reicht für fast jede Action und schont den Speicherplatz.
  3. Verschlusszeit-Check: Für wendige Vögel wie Schwalben empfiehlt Chris mindestens 1/2000 Sekunde. Bei größeren, trägeren Vögeln wie Gänsen darf es auch mal die 1/200 Sekunde sein, besonders bei Mitziehern.

Kreative Techniken: Kunst statt Doku

Chris und Stephan zeigen, dass man auch bei hartem Licht oder trübem Wetter außergewöhnliche Bilder machen kann:

Silhouetten und Bokeh-Ringe

Bei hartem Gegenlicht belichtet Chris massiv unter (bis zu -7 Blendenstufen). Das Ergebnis: Der Vogel wird zur schwarzen Silhouette, während die Lichtreflexe auf dem Wasser im Hintergrund zu riesigen, weichen Bokeh-Kreisen verschmelzen.

Stimmung per Knopfdruck

Du willst Wärme ins Bild bringen? Chris stellt den Weißabgleich manuell auf 6000–7000 Kelvin. Für einen kühlen, mystischen Look geht er runter auf 2500 Kelvin. So bestimmst du die Bildwirkung unabhängig vom tatsächlichen Wetter.

Die Kunst des Mitziehens (Panning)

Um Dynamik zu erzeugen, nutzt Chris beim Sonnenuntergang eine extrem lange Verschlusszeit von 1/25 Sekunde. Er verfolgt den fliegenden Vogel mit der Kamera: Der Hintergrund verwischt in Streifen, der Vogel bleibt scharf. Ein riskanter, aber lohnenswerter Shot!

Mehr Megapixel gefällig? Der High-Res-Shot

Ein oft gehörter Kritikpunkt an MFT ist die Auflösung von 20 Megapixeln. Die Lösung im Video: der High-Res-Shot. Hier rechnet die Kamera mehrere Sensor-Verschiebungen zusammen.

  • Freihand: 50 Megapixel
  • Vom Stativ: Sagenhafte 80 Megapixel Ideal für ruhige Momente, in denen du jedes Detail im Gefieder einfangen willst.

Perspektive schlägt Megapixel

Die wichtigste Lektion dieses Drehs: Es ist nicht nur die Technik, sondern die Perspektive. Chris und Stephan zeigen, dass man für das perfekte Bild auch mal im Matsch liegen muss. Das OM System ist dabei der ideale Partner, weil es dich agil hält und Brennweiten ermöglicht, die man sonst nur mit dem Bollerwagen transportieren könnte.

Neugierig geworden? OM System bietet das TEST&WOW Programm.

Wie stehst du zum Thema Gewicht? Würdest du für 1000 mm Brennweite auf ein kleineres Sensorsystem wechseln? Schreib es uns in die Kommentare!

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Stephan Wiesner
13.04.2026

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