Viltrox 55mm F1.8 EVO | APO-Objektiv für Sony E & Nikon Z im Test
Wer bisher ein “APO”-Objektiv (Apochromat) wollte, hat auf Marken wie Leica oder Voigtländer zurückgegriffen. Viltrox bringt dieses Feature nun ebenfalls. Das Ziel: Chromatische Aberrationen (hässliche Farbsäume an Kontrastkanten) fast vollständig eliminieren
Im Test tritt das Viltrox gegen das Sony 55mm f/1.8 Zeiss und das Nikon Z 50mm f/1.8 S an. Während das Nikon-Original fantastisch, aber teurer ist, zeigt das Viltrox schon im ersten Vergleich, dass es optisch ganz vorne mitspielt.
Haptik & Features: Blendenring und Metallgehäuse
In der Praxis zeigt sich, dass Viltrox bei der Verarbeitung nicht gespart hat. Das Objektiv wiegt ca. 390 Gramm und besteht komplett aus Metall.
- Blendenring: Dieser ist vorhanden und lässt sich per Schalter “de-clicken” – ein Segen für Filmer.
- Zusatz-Buttons: Ein Funktionsknopf ist ebenfalls mit an Bord.
- Bauform: Es ist etwas kompakter und leichter als das originale Nikon-Pendant, was es besonders an Kameras wie der Nikon Zf ohne Zusatzgriff sehr angenehm macht.
Praxistest: Portraits und die 80mm-Falle
Stephan nutzt das Objektiv unter anderem für ein schnelles Passbild am Fenster. Ein wichtiger Punkt für alle Nutzer von APS-C-Kameras (wie der Nikon Z50II): Die 55mm wirken dort wie ca. 80-85mm im Vollformat – die perfekte Brennweite für Portraits.
Im direkten Portrait-Vergleich zwischen dem Viltrox und dem originalen Nikon 50mm S-Line ist es für den Laien fast unmöglich, einen Unterschied in der Bildwirkung festzustellen.
Bildqualität: Schärfe, Flare und das Ende der Farbsäume
Bei der Schärfe gibt es keine Überraschungen: Schon bei f/1.8 liefert das Viltrox sowohl im Zentrum als auch am Rand ab.
- Chromatische Aberrationen: Hier spielt das “Apo”-Design seine Stärken aus. Während das alte Sony-Zeiss an harten Kanten (z. B. Tastaturen oder Ästen im Gegenlicht) deutliche Farbsäume zeigt, bleibt das Viltrox fast clean.
- Gegenlicht: Die Vergütung ist modern. Selbst bei direktem Scheinwerferlicht bleibt der Kontrast extrem hoch, ohne dass das Bild flau wird.
- Vignette: Bei Offenblende ist sie deutlich vorhanden, lässt sich aber leicht per Software korrigieren.
Autofokus & Video: Lautlos durch den Alltag
Für Videografen ist der Motor entscheidend. Das Viltrox nutzt einen lautlosen Autofokus-Motor, was besonders wichtig ist, wenn man ein Mikrofon direkt auf der Kamera montiert hat. Der Fokus ist schnell genug für rennende Katzen oder den normalen Alltag, auch wenn kein dedizierter Sport-Test durchgeführt wurde. Die Naheinstellgrenze liegt bei soliden 43 cm.
Das bessere 50er für Preisbewusste?
Viltrox bringt hier ein Objektiv auf den Markt, das für den aufgerufenen Preis (429 €) fast unverschämt gut ist. Die “Apo”-Korrektur ist kein Marketing, sondern in der Praxis bei harten Kontrasten sichtbar.
Wer bereits das Nikon 50mm S oder das Sony GM besitzt, muss nicht wechseln. Wer aber gerade vor der Kaufentscheidung steht, sollte sich das Viltrox ganz genau ansehen – die Ersparnis gegenüber den Originalen ist massiv, ohne dass man bei der Bildqualität echte Kompromisse eingeht.
Was ist euch wichtiger: Der Name auf dem Objektiv oder die “Apo”-Leistung zum halben Preis? Schreibt es in die Kommentare.
Hier findet ihr alle Details zum Objektiv: Viltrox Objektiv | AF 55mm | F/1.8 FE EVO







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