Wie ein Landschaftsfotograf in die Antarktis reist und merkt, dass er gar kein Landschaftsfotograf ist.
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Welches Bild hat man eigentlich vor Augen, wenn man an Antarktika denkt? Vielleicht stellt man sich große und kleine Eisberge vor, die langsam im Wasser treiben. Vielleicht sieht man schwarze Berge, die über zweitausend Meter direkt aus dem Wasser ragen… Eigentlich ist das das ultimative Reiseziel für jeden, der die Natur liebt und als Kind Abenteuerromane eins nach dem anderen verschlungen hat.
Ebenfalls war es das für mich. Als ich letztendlich nach drei Tagen Anreise im Februar 2026 auf einem Expeditionsschiff stand, konnte ich es lange nicht so recht fassen. Die großen und die kleinen Eisberge, die schwarzen Berge waren auf einmal nicht nur da. Sie waren um einen regelrecht herum, 24 Stunden pro Tag, leuchteten am Sonnenauf- und -untergang, zogen jede Aufmerksamkeit auf sich. Ein Paradies.
Doch die klassischen „Vordergrund + führende Linien + Hintergrund“-Fotos waren extrem schwierig, auch wenn ich die ersten zwei Tage zielstrebig danach gesucht habe. Mehrere besonders schöne Landestellen konnten wir wegen der Eisberge (Ironie!) nicht erreichen, und ich… Ich stellte fest, dass es mich eigentlich gar nicht kümmerte!
Was mich aber sehr wohl kümmerte, waren all die Wesen, die diesen scheinbar unbewohnten Kontinent bewohnen. Es sind die Buckelwale, unterschiedliche Pinguinarten, Kormorane, Seeleoparden und Robben, die Schwertwale, Albatrosse und, und, und… Überall. Einfach überall. Macht man ein Foto von einem Berg, entdeckt man später eine Walflosse am Horizont. Sucht man sich einen markanten Stein als Vordergrund, klettert ein Pinguin darauf. Und auf dem Weg zum besonders schönen Eisberg im Torbogenform trifft man einen Seeleoparden im Wasser und vergisst das tote Eis…
Am dritten Tag habe ich mich eindeutig vom „Ich bin Landschaftsfotograf“ verabschiedet und einfach das fotografiert, was Spaß gemacht hat. Die Tiere, ja, aber die Mitreisenden im Streetstyle genauso wie später die Straßen von Ushuaia. Es fühlte sich richtig frei an, auch wenn es nicht meine besten Bilder waren. Aber wen kümmert es schon?
Und nun zu Hause… Keine Ahnung. Ich fahre immer noch gerne zum Sonnenaufgang in den Nationalpark nebenan. Aber an diesem Wochenende gehe ich zur Mittagsstunde die Verkehrskegel fotografieren. Die stehen bei uns nämlich ziemlich oft an sehr schrägen Stellen.
















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