Wenn der Moment kommt…
In dieser Story


Eigentlich hatte ich nur vor den Zug zu nehmen und hoffentlich meinen Anschlusszug zu bekommen. Eigentlich war ich mit dem Kopf ganz woanders. Ich ging durch die Unterführung zum Gleis und als ich oben angekommen bin sah ich wie die Person auf dem Bild sich perfekt an die Bahnhofsuhr angelehnt hat. Da wusste ich es. Das ist es. Das ist der Moment, warum du seit Monaten deine “immer dabei” Kamera, die Fuji XM-5 in einer Bauchumhängetasche mitschleppst. Gerade an diesem Tag lag sie mir warm und schwitzig um die Schultern. Aber endlich sollte sich bestätigen, dass ich recht gehabt habe sie mitzunehmen, da man nie wissen kann wann man einen tollen Moment sieht.
Das eigentliche Foto zu machen war dann recht leicht. Kamera raus, an auf Acros stellen alles möglichst symmetrisch in die Gitternetzlinien einfügen und abdrücken. Zu Gute kam mir hier auch wirklich, das recht neugebaute Gleis, was die Symmetrieachsen finde ich verstärkt. Zum Glück habe ich an dieser Stelle aber den Serienbildmodus angehabt und habe 8 Fotos gemacht. Mein Fokusfeld war recht groß, was ich aber einfach versucht habe durch mehr Fotos auszugleichen. Bei einigen lag der Autofokus daneben. Das muss ich sagen war aber meiner Hektik und meiner eigenen Anwendung geschuldet.
Für viele mag dieses Foto vielleicht nichts so besonderes sein. Für mich ist es ein vorsichtiger Schritt in Richtung Streetfotografie. Ich finde es besonders, wie die Uhr dem Mann aus dem Körper zu wachsen scheint. Gerade in Verbindung mit dem Warten am Gleis auf den Zug steckt da für mich viel drin. Ich war nicht besonders gut in der Schule in gemalte Bilder oder Literatur etwas hineinzudeuten. Langsam lerne ich aber, wie toll diese Kunstformen sein können. Ich bin froh mich in der Fotografie als Schnittstelle zwischen Kunst und Technik ausleben zu können.











Diskussionsbeiträge