Vom Werkzeug zurück zur Leidenschaft – Wie mir die Fujifilm X-E5 die Fotografie zurückgegeben hat
In dieser Story


Der Anfang: Wenn aus Leidenschaft Routine wird
Ende 2019 habe ich mir meine erste Kamera gekauft – eine Nikon Z6. Eigentlich nur für private Zwecke.
Kurz darauf kam Corona, Livestreaming, ein Jobwechsel. Aus dem Hobby wurde eine Notlösung – und plötzlich mein Alltag.
Ich arbeitete als Event- und Konzertfotograf, fest angestellt in einer Location.
Fotografie war überall. Jeden Tag. Immer verfügbar.
Was als Leidenschaft begann, wurde Routine. Termine, Abgabedruck, Erwartungshaltung.
Irgendwann war klar: Das Hobby war weg.
Heute fotografiere ich für meinen ehemaligen Arbeitgeber nur noch gelegentlich. Die Fotografie ist wieder zweites Standbein – und irgendwo auch Hobby. Zumindest theoretisch.
Warum Bilder nur gedruckt wirklich zählen
Relativ früh habe ich gemerkt: Bilder, die nur digital existieren, verlieren an Wert.
Unsere Handys und Festplatten sind voll – aber wann nehmen wir uns wirklich Zeit, diese Fotos anzuschauen?
Was geblieben ist, sind die alten Fotoalben aus der Kindheit.
Gedruckte Bilder. Echte Erinnerungen.
Zeiten, in denen man Filmrollen ins Fachgeschäft brachte und Tage später gespannt die Abzüge abholte.
Für mich war die Konsequenz klar: Bilder müssen gedruckt werden.
Deshalb lasse ich seit Jahren alle zwei Jahre ein hochwertiges Fotoalbum drucken – mit den besten 40–50 Bildern aus diesem Zeitraum.
2025: Ein Album ohne Erinnerungen
2025 war es wieder so weit. Neues Album, neuer Zeitraum.
Doch beim Sichten der Bilder kam die Ernüchterung:
Unzählige Konzertfotos. Kaum private Momente. Kaum Bilder, die etwas erzählen.
Dabei war ich viel unterwegs. Mehr Urlaub als je zuvor.
Also stellte sich nicht die Frage ob, sondern warum diese Bilder fehlten.
Hinter den Kulissen: Wenn die Kamera im Rucksack bleibt
Wandern in Österreich. Die Nikon im Rucksack.
Technisch perfekt ausgestattet – und trotzdem entstanden kaum Bilder.
In den entscheidenden Momenten wollte ich niemanden aufhalten. Kamera rausholen, einstellen, fotografieren – und der Moment war vorbei.
Familientreffen? Mit großem Teleobjektiv auf der Lauer liegen wie der „komische Onkel“? Fühlte sich einfach falsch an.
Und dann die Nacharbeit: Für ein paar Bilder alles durch Lightroom ziehen, sortieren, bearbeiten?
Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger Lust hatte ich.
Am Ende blieb die Kamera immer öfter einfach stecken.
Die Idee: Zurück zum Moment
Der Gedanke begleitete mich schon länger:
Ich brauche eine Kamera, die nicht stört. Eine, die mitkommt, ohne Aufwand. Eine echte Immer-dabei-Kamera.
Die Entscheidung fiel auf die Fujifilm X-E5.
Bestellt. Geliefert. Kurz vor Weihnachten.
Der Wendepunkt
Und dann passierte etwas Unerwartetes.
In den ersten drei Wochen hatte ich die X-E5 öfter in der Hand als meine Nikon im gesamten Jahr zuvor.
23 mm Festbrennweite. Klein. Unauffällig. Charakterstarke Looks.
Kein Ballast. Kein Druck. Einfach fotografieren.
Zwei oder drei Bilder machen? Kein Problem.
RAW und JPG, abends kurz aufs Handy, teilen mit Freunden und Familie.
Und wenn ein Bild besonders ist, kann ich mich später noch intensiv damit beschäftigen – aber ich muss es nicht sofort.
Was dieses Foto besonders macht
Dieses Foto steht genau für diesen Moment.
Nicht für Technik. Nicht für Perfektion.
Sondern für das Gefühl, wieder da zu sein.
Mit der großen Kamera wäre es wahrscheinlich nie entstanden.
Nicht, weil sie schlechter ist – sondern weil sie Distanz schafft, wo Nähe gebraucht wird.











Diskussionsbeiträge (1)