Unterwegs im nebeligen Lindau
In dieser Story


Lange Reise, kurzer Sinn.
Da ich mir über Weihnachten eine Sony A7C II als kompakte Zweitkamera zugelegt hatte, musste ich diese natürlich auch irgendwann austesten. So richtig Zeit dazu hatte ich bisher noch nicht gefunden, bis jetzt, im wohlverdienten Urlaub. Leider wohne ich in einer nicht besonders spannenden Gegend, was bedeutet, dass ich einige Kilometer weit fahren muss um in schönere Landschaften zu kommen.
Wie immer habe ich mich also durch meine Fotospot-Liste auf Google Maps geklickt, um spontan ein geeignetes Ziel zu finden. Dabei fiel die Wahl schnell auf Lindau am Bodensee. Hier war ich bisher noch nicht, wollte aber schon immer mal dorthin. Gleichzeitig würde ich mir dort ein paar Eindrücke für eventuell zukünftige “Fotoprojekte” einfangen können.
Gut 01:45 Std. Fahrt standen vor mir. An einem eisig kalten, vom Berufsverkehr geplagten, Januar-Mittwoch-Morgen. Zugegeben hätte ich auch zum Kamera ausprobieren wo anderst, nicht ganz so weit weg, hinfahren können, aber das hatte ich mir eben in den Kopf gesetzt. Da muss ich durch!
Ich packe meinen Koffer und nehme mit…
… meine Sony A7C II mit dem Sigma 24-70, das Sony 16-35er, das Tamron 50-400er und zum Vergleich noch meine Sony A7 IV. Nur zur Sicherheit, man weis ja nie, wanderten auch noch ein paar ND- und Polfilter für spontane Langzeitbelichtungen in den Rucksack. Was ich natürlich wiedermal vergessen hatte, den PD Capture Clip am Rucksack anzubringen… Typisch. So musste halt ganz klassisch der Tragriehmen die Kamera für mich halten.
Los geht die wilde Fahrt!
Das schlimmste an der Hinfahrt war tatsächlich nicht einmal der Berufsverkehr, mit dem hatte ich ja gerechnet, sondern das Salz auf den Straßen. Versteht mich nicht falsch, ich bin heilfroh, dass die Räumdienste schon so früh unterwegs sind und unsere Straßen sicher befahrbar machen. Das schlimme war jedoch der Salz-Staub oder -Schlamm oder was auch immer das war, welcher sich scheinbar sehr wohl auf meiner Frontscheibe fühlte und mir somit fast kontinuirlich die Sicht erschwerte. Das war vielleicht ätzend!
Die Stadt im Nebel
Endlich in Lindau angekommen musste ich feststellen, dass die beschauliche Stadt am Bodensee von dichtem Nebel umhüllt war. Das war zwar so nicht in meiner Wetter-App vorausgesagt, aber das freute mich umso mehr. Denn Nebel ist was tolles! Er lässt alles mystischer, vielleicht auch düsterer oder gruseliger erscheinen. Bilder bekommen dadurch ihren ganz eigenen “Vibe” oder “Charme”. Mit ein bisschen Glück kann der Nebel ein Motiv freistellen, indem er den Hintergrund einfach verschwinden lässt. Mit ein bisschen Pech, kann er aber auch das Motiv verschwinden lassen, wenn man nicht dicht genug heran kommt. So ist es auch mit der ersten Anlaufstelle des Tages passiert. Der bekannte Leuchtturm neben dem bayerischen Löwen im Lindauer Hafen konnte man auf dem Foto nur schlecht erkennen. Für eine vernünftige Aufnahme musste ich also etwas später wiederkommen, wenn sich der Nebel etwas gelichtet hat.
Das Bootshaus
Nach einer Weile des ziellosen Herumwanderns -ich fühlte mich wie der letzte Tourist mit meiner umgehängten Kamera- fand ich dann schließlich ein Bootshaus, oder wie man das nennt, welches unerwarteter Weise zum Bild des Tages wurde. Dank des dichten Nebels stand es mehr oder weniger alleine da und es ergab sich kein störender oder unschöner Hintergrund. Eine Art “natürliche Freistellung” könnte man sagen.
Um das Foto aufzunehmen, war ich zugegeben recht faul. Ich hatte nicht einmal das Objektiv gewechselt um weiterhin die A7C II zu testen. Ich habe einfach nur die A7 IV mit dem bereits befestigten 16-35er in die Hand genommen und auf den Auslöser gedrückt. Kein Stativ, keine Langzeitbelichtung, nichts. Das wäre für dieses Bild aber auch nicht unbedingt nötig gewesen, finde ich zumindest. Welche Einstellungen habe ich verwendet? Ganz einfach! ISO Auto (800) – f/8 – 1/640 Sek. – 16mm.
Alles im Kasten
Nach dem Bootshaus, machte ich mich auch schon wieder auf den Rückweg. Ein kurzer Abstecher zum Hafen musste aber noch sein, denn der Nebel hatte sich zwischenzeitlich etwas gelichtet, sodass jetzt freie Sicht auf den Leuchtturm bestand. Das Motiv mit dem Bootshaus konnte er aber trotzdem nicht schlagen. Mit allen Bildern im Kasten, ging es dann am Mittag auch schon wieder auf den Heimweg…
Ich hoffe euch hat meine erste Story hier gefallen. Ich dachte, ich probier’s einfach mal aus.
Beste Grüße,
Flo











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