Timelaps der Milchstraße zum Sommeranfang, womit man auch Rechnen muss.
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Das Ziel(foto)
Irgendwann habe ich im Regionalfernsehen mal ein Foto der Milchstraße, die hinter dem Josephskreuz auf dem Auerberg im Harz aufgeht, gesehen und dachte mir (wie auch beim Vogel im Rapsfeld): Das will ich auch machen!
Die Planung
Letzten Freitag, also am 20.06.2025, als ich so den Wetterbericht gehört habe, dachte ich plötzlich, Milchstraße wäre jetzt mal wieder dran, denn ich wusste, der Mond ist fast nicht zu sehen am kommenden Tag.
Und da man für solche Bilder gut planen sollte, habe ich gleich die Lightpollutionmap angeworfen um einen geeigneten Ort dafür zu finden. Leider gibt es in meiner Wohngegend keine Orte mit keiner oder wenigstens wenig Lichtverschmutzung die ich nicht ohne lange Anreise erreiche und an dem es dann noch einen netten Hintergrund (indem Fall Vordergrund) gibt.
Aber dann ist mir dieses Foto eingefallen. Und siehe da, der Auerberg ist, sagen wir, im grünen Bereich was die Dunkelheit angeht. Schön im Harz und mit dem Auto in etwa einer Stunde zu erreichen. Also noch in PhotoPills und in Maps die Gegebenheiten ausgekundschaftet.
Viel Ausrüstung ist für dieses Foto nicht nötig. Da ich aber gleich noch ein Timelaps der aufgehenden Milchstraße machen wollte, habe ich zusätzlich zur a6700 und dem Viltrox 13mm F1.4 den Akku-Dummy und eine große Powerbank eingesteckt. Stirnlampe mit schwachem Rotlicht, Stativ, einen Campingstuhl, ein Buch und etwas Verpflegung selbstverständlich.
Allein im Wald
Meine Frau fand die Idee super, wollte aber nicht mit, mein Sohn ebenso. Mein Arbeitskollege, der selber fotografiert und gerade von analogem Mittelformat auf Nikon FF umgestiegen ist, wäre auch gern mitgekommen, hatte aber Familiäre Verpflichtungen.
Also dann eben allein in die Natur in den Harz. In der Gegend waren wir mit meinen Eltern Pilze suchen und am Josephskreuz war ich als Kind auch schon.
Die Fahrt dorthin war schön, in der Goldenen Stunde durch den Vorharz und Harz bei strahlendem Sonnenschein ist wunderbar. Start war 20 Uhr, ich wollte ja sicher vor Sonnenuntergang vorbereitet dort den Auslöser betätigen. Denn eine Timelaps der Milchstraße ist noch spektakulärer wenn sie vom Tag in die Nacht geht.
Angekommen am Parkplatz habe ich meine Ausrüstung genommen und bin auf den 581 Meter hohen Auerberg gegangen. Vorbei an zahlreichen Glockenblumen die sich auf den, durch den Klimawandel arg gebeutelten Harz, vom Bäumen “befreiten” Flächen ausbreiten, mit einem spektakulären Blick auf den Brocken im Sonnenuntergang. Übrigens, alle Fotos vom Weg zum und an der Location, sind mit dem Smartphone entstanden. Getreu dem Motto von Stephan: Die beste Kamera ist immer die, die man dabeihat.
Der richtige Platz, die richtigen Einstellungen
Die Schwierigkeit bei Timelaps-Aufnahmen vom Tag in die Nacht ist, die Richtigen Einstellungen zu wählen. Die Kamera fängt ja bei Tageslicht an und muss auch bei Dunkelheit noch abliefern. Hier kann man bei der a6700 das Ganze so konfigurieren, dass die Kamera erst die Verschlusszeit bis auf einen voreingestellten Wert anpasst, ich habe 15 Sekunden gewählt, und dann erst mit der ISO auf einen ebenfalls vordefinierten Wert (ISO2500 habe ich genommen) geht. Dann die Intervallaufnahme konfigurieren, den Stabi abschalten, die Messmethode wählen (kommt darauf an, ob man den Vordergrund auch berücksichtigt haben möchte) und den elektronischen Verschluss wählen, der Mechanische muss ja hier nicht belastet werden.
Wo es schwierig wird, ist beim Fokussieren. Da man ja hauptsächlich die Sterne als Ziel hat, kann man die erst fokussieren, wenn sie sichtbar sind. Das ist recht schwierig bei Tageslicht. Da hilft nur rantasten.
Die Platzwahl war dann doch schwieriger als erwartet. Denn vor Ort war ich zwar allein, die Gastronomie und die Anlage an sich war seit 18 Uhr geschlossen, aber der Wirt hat zwei Lampen der Außengastronomie angelassen. Das zum Thema Lichtverschmutzung.
Ups…
Um nicht mitten in der Intervallaufnahme den Akku wechseln zu müssen, habe ich einen großen Akku mit reichlich Anschlüssen und Ausdauer (57kWh) mitgenommen und über ein Dummy die Kamera mit Strom versorgt. Den Akku hatte ich in meinen K&F Fotorucksack verstaut, um ihn vor möglichem Tau zu schützen, die Nacht war ja noch lang. Die Kamera machte stoisch ihre Bilder und folgte den Einstellungen.
Währenddessen genoss ich die Ruhe, las anfangs im Buch, lauschte dem Wald, sah in die Sterne und machte immer wieder Fotos mit dem iPhone. Ich war ganz allein, lediglich die Wirtsleute gingen irgendwann ins Bett.
Ich habe meine Wegzehrung verputzt und weiter Fotos mit dem Handy gemacht denn es wurde langsam dunkel und ich finde den Nachtmodus vom iPhone, wenn man ihn richtig benutzt, nicht schlecht (Ein Bild der Milchstraße ist vom iPhone, angelehnt an den Stativfuß, hier ist aber der Bildausschnitt unglücklich). Irgendwann war der Akku vom Telefon soweit runter vom Bearbeiten der Bilder mit LR, dass ich ein Ladekabel aus der Fototasche geholt habe und es mit dem großen Akku geladen habe.
Zwischendurch habe ich zwischen zwei aufnahmen, der Intervall war auf 22 Sekunden gestellt, die Schärfe der Sterne justiert und dann das Display umgeklappt um weniger Störlichter zu haben.
Irgendwann merkte ich aber, dass mein Telefon nicht mehr geladen wird. Verdammt! Dachte ich und stürmte zur Kamera, die war natürlich aus. Irgendwann ist der Fotorucksack leicht nach vorn gekippt und beim Akku wurde der Powerbutton betätigt.
Die Freude war entsprechend groß, denn es war etwa 0:30 Uhr und nach 490 Aufnahmen endete das Ganze. Aber bis hier hatten es schon über 1000 sein sollen.
Aber da fehlt ja noch das Zielfoto
Nun, dann wird die Nacht nicht ganz so lang dachte ich und ich machte noch DAS Zielfoto. Das war an sich recht schnell erledigt, leider fehlte mir hier aber jemand, der mit einer Lampe das Josephskreuz anleuchtet. Das hätte dem Ganzen noch das gewisse Etwas gegeben.
Am Ende habe ich einige schöne Fotos bekommen, einen schönen Sommeranfang erlebt und bin wieder um einige Erfahrungen reicher geworden. Den beim nächsten Mal ändere ich nicht nur einige Einstellungen an der Kamera…
















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