The way into orbit …
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Wie kam es dazu?
Eigentlich hatten mein Sohn und ich Karten für das Daytona 500 Rennen in Florida. Während der Planung war natürlich auch immer das Kennedy Space Center ein Ausflugsziel auf unserer Reise, da es einfach örtlich angrenzt.
Es ergab sich, dass mir während der Reiseplanung auch Fotos von Raketenstarts angezeigt wurden. Also suchte ich nach Informationen ob überhaupt ein Start in unser Zeitfenster fällt. Da die Chance auf einen Start bestand wurde klar ich muss mich tiefer mit dem Thema auseinandersetzen.
Herausforderungen
Die erste Herausforderung ist natürlich ein mögliches Startfenster in dem Zeitraum in dem man vor Ort ist. Als nicht ortsansässiger gehört da schon ein wenig Glück dazu. Zudem sind Verschiebungen an der Tagesordnung. Zum Glück starten mittlerweile regelmäßig Raketen. Vor allem den Starts der wiederverwendbaren Raketen für die Starlink Satelliten geschuldet.
Bei der Aktion hilft die App „Next Spaceflight“ enorm. Man erhält dort zu jedem Start einer Rakete allerlei Informationen. Zum einen natürlich den Ort des Starts, den angesetzten Startzeitpunkt usw.. Kurz vor Startbeginn wird noch eine prozentuale Anzeige der Wahrscheinlichkeit des Starts angezeigt.
Andere Herausforderungen kann man entweder nicht beeinflussen wie z.B. Wetter oder Schiffe die im gesperrten Luftraum sind, andere wie Parkmöglichkeiten oder Blickrichtung sind gut planbar.
Fotografisch muss man sich dann entscheiden, will man eine Nahaufnahme vom Start, eine Langzeitbelichtung, spezielle Effekte während des Starts oder die Landung der Booster fotografieren. Das hängt dann alles auch von der vorhandenen Ausrüstung ab und Tageszeit ab.
Ablauf
Im Vorfeld haben wir uns Gedanken gemacht von wo wollen wir den Start eigentlich sehen?
Ein „normaler“ Besucher kommt nicht viel näher als ca. 12km an den Startplatz heran. Die Rakete startet in östlicher Richtung. Will man den Start aus dem Norden oder Süden sehen? Danach richtet sich dann auch die sichtbare Breite der Flugbahn.
Nach dem Festlegen der Blickrichtung haben wir über Youtube mögliche Aussichtspunkte angesehen und deren Vor- und Nachteile abgewägt. Je interessanter der Raketenstart ist, desto voller wird es dann auch vor Ort an den beliebten Hot Spots. Einer der Spots ist Jetty Beach im südlichen Bereich. Am Ende muss man sagen, man sieht den Start teilweise auch von Miami aus. Somit muss man nur näher dran sein, wenn man die Startrampe oder die Flugbahn unmittelbar nach dem Start sehen will.
Erste Hoffnung war es den Start der Artemis II zum Mond zu sehen. Dieser wurde immer wieder nach hinten geschoben, was uns zu Gute kam. Dann aber war der Start genau auf 2 Tage vor unserer Reise angesetzt. Daraufhin sollten alle anschließenden Starts bis zur Rückkehr der Artemis ausgesetzt werden und wir hätten keinen Start sehen können.
Der Start wurde dann aber kurzfristig abgesagt und der Start der Crew 12 Mission rückte in den Vordergrund. Auch dieser wurde aber mehrmals verschoben und stand wegen technischer Probleme auf der Kippe.
Der Start wurde dann aber immer wahrscheinlicher und auf ca. 5 Uhr morgens festgelegt. Wir hatten keine Ortskenntnisse und sind dann zum Peacock Beach gefahren. Dieser liegt etwas südlich vom Jetty Park und man kann kostenlos parken. Dies war vielleicht nicht der Ort mit dem besten Vordergrund, aber wir konnten die Landung der Booster sehen und kamen recht nah ran. Zum Startzeitpunkt wurde es dann doch recht voll am Strand und von der rechten Seite kamen auch noch 2 Kreuzfahrtschiffe in den vor uns liegenden Hafen gefahren.
Gestaltung
Für mich war klar, bei einem Foto in der Nacht möchte ich eine Langzeitbelichtung. Zum Glück fand ich einige nützliche Informationen und Beispielfotos zu Brennweite und Belichtungsdauer.
Da man als nicht Insider weder die genaue Flugbahn oder den Ablauf des Starts kennt hilft die vorgenannte App weiter. In der Detailansicht finden sich die genauen Zeiten während des Starts zur Trennung der Stufen oder Landung der Booster. Üblicherweise ist eine Langzeitbelichtung mit 3 Minuten ausreichend um die Flugbahn bis zur Trennung der ersten Stufe zu fotografieren.
Wir hatten das Glück den Start der Crew 12 Mission zu sehen, bei dem die Booster sogar an Land, nur 350 m vom Startplatz entfernt, wieder gelandet sind.
Dies sollte alles in eine Aufnahme. Das hieß eine Belichtungszeit von ca. 8 Minuten und vorsichthalber mit 10 mm Brennweite an APS-C.
Ich habe dann in der Nacht so gut wie möglich manuell fokussiert und mehrere Langzeitbelichtungen getestet. Ich wusste bereits vorher, dass die Rakete die Umgebung extrem aufhellt, wollte aber ich die lichtschwächeren Teile während des Flugs einfangen. Ohne jemals einen Start live gesehen zu haben standen immer noch viele Fragezeichen im Raum.
Man hat nur einen Versuch und das Ergebnis wollte ich einmal mit euch teilen.
Was sieht man auf dem Foto?
Zum einen natürlich die Flugbahn der ersten Stufe als langen Bogen. Dann ist nach oben, fast senkrecht aufsteigend die Trennung der Booster zu sehen.
Weiter rechts folgt dann die Trennung der 1. Stufe und das Zünden der 2. Stufe, einhergehend mit einem wirklich spektakulären „Jellyfish“ Lichteffekt der Abgase. Nach ca. 7,5 Minuten sieht man dann links unten die kurze Lichtspur von der Landung der Booster nahe dem Startplatz.











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