Start nach Maß ins neue Jahr – mein erster Eisvogel
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Die allseits beliebten Neujahrsvorsätze – wer hat sie nicht. Während viele wohl nicht wirklich einen ernsthaften Hintergrund haben und sich spätestens schon mit Ablauf des Monats Februar in Luft auflösen, so hat mein Vorsatz für 2026 direkt am 01. Januar einen regelrechten Boost erhalten.
Weihnachtsgeschenk für mich von mir
Am 24.12. bestellte ich mir aus einer Laune heraus das Tamron 150-500mm f/5-6.7 für den Z-Mount. Ich habe es schon lange im Auge, habe aber immer wieder gezögert und es doch wieder aus dem Warenkorb genommen.
Für den 01.01.2026 habe ich mit einem Freund, der sich bestens mit Eisvögeln auskennt, ein Treffen am Chiemsee ausgemacht, FALLS mein Objektiv bis dahin ankommt. Und es war knapp. Dank an DHL und alle anderen, dass sie am 31.12. noch so lange in den Tag hinein ausliefern. Das Treffen, um Eisvogel & Co. zu fotografieren, konnte also stattfinden.
Erstmal Warmschießen
Was für Bedingungen! Sonne pur, blauer Himmel, Minusgrade. Besser kann der erste Tag des Jahres nicht sein. Und trotz dieser tollen Umstände waren um 13:30 Uhr nicht viele Menschen unterwegs, die uns die Vögel verscheuchen hätten können. Zum Aufwärmen gab es erstmal Blaumeisen, Kohlmeisen und Kleiber vor die Linse. Für mich als ungeübten Supertelenutzer erstmal unmöglich, das Objektiv auf den richtigen Spot zu halten und so hatte ich erstmal kein einziges Foto.
Aber nach nicht einmal 30 Minuten habe ich mich gut an die Brennweite gewöhnt und hatte schon sehr viele erfolgreiche Anvisierungen, sodass ich den Vogel sofort nach Hochreißen des Objektivs im Sucher hatte.
Noch nie etwas anderes live gesehen als Meisen und Spatzen
Rotkehlchen, Wintergoldhähnchen, Gimpel, Baumläufer, Zaunkönige,… sie sind alle da und ich habe sie noch nie bewusst wahrgenommen. Meisen und Spatzen dagegen habe ich so oft in meinem Leben gesehen, dass sie mich schon fast gar nicht mehr interessieren 😀
Und genau, als ich das Anvisieren in den Griff bekommen habe, fingen 2 winzige Wintergoldhähnchen mit ihre gelben Irokesen an, vor uns im Baum auf Augenhöhe Fangen zu spielen und sich an den Tannenkeimlingen zu verzehren. Diese kleinen Punks (liebevoll gemeint) sind schon wirklich sehr süß muss man sagen. Allein hier habe ich schon hunderte Bilder geschossen.
Weiter zum Hauptziel des Tages
Das Zielfoto war aber dennoch der Eisvogel. Und so gingen wir weiter zu einer Brücke über einen kleinen Bach, der letztendlich im Chiemsee mündet. Auf der Brücke fiel der Blick sofort ins Wasser und wir stellten fest: heute fließt der Bach zu schnell. Der Eisvogel bevorzugt ruhige Gewässer / sanft fließende Bäche, um die Fische darin auch gut ausfindig machen zu können.
Also weiter am Bach entlang bis hin zum Chiemseeufer. Da waren dann aber doch zu viele Leute, sodass mir Ingo noch einen anderen Spot zeigen wollte.
Tipps anderer führten zum Ziel
Nun ist man als Wildlifefotograf mit einem großen Teleobjektiv samt Kamera in der Hand durchaus als solcher zu erkennen und auch nicht gerade unauffällig. Und so kam es, dass wir auf dem Weg zu unserem eigentlichen Spot von insgesamt 3 Personen bzw. Gruppen angesprochen wurden, dass sich weiter vorne gerade ein Eisvogel befindet und fleißig durch die Gegend fliegt. Das muss der sein, der sonst an dem eben erwähnten Bach zu finden ist.
Und ja: das war weder gelogen, noch übertrieben. Kaum angekommen, standen wir so nebeneinander und hielten Ausschau. Und plötzlich zischt von hinten kommend zwischen uns in Warpgeschwindigkeit etwas vorbei. Ich spürte den Luftzug an meinem Ohr und Ingo wurde sogar von dem Tier berührt. Auch wenn wir nur noch seine Rücklichter sahen, so war das Gefieder doch eindeutig dem eines wunderschönen, blauschimmernden Eisvogels zuzuschreiben.
Das Tier hatte wohl überhaupt kein Problem mit der Anwesenheit von Menschen und so flog er diverse Mal an uns vorbei, drehte seine Runden und setzte sich wirklich schön freisitzend auf die äußersten Äste von Bäumen. Der kleine Mann hatte wohl ein gewisses Geltungsbedürfnis. But I don’t blame him. Gut für uns!
Mein Zielfoto
Beim Jagen konnten wir ihn leider nicht beobachten. Ein scharfes Foto vom Eintauchen oder mit einem Fisch im Schnabel wäre die Kirsche auf der Torte gewesen. Für mich war es schon toll, ihn so frei sitzend auf einem Ast fotografieren zu können. Für ein formatfüllendes Portrait war er etwas zu weit weg. Das Bild ist daher in der Nachbearbeitung zugeschnitten und nicht zu 100 % scharf, aber es erfüllt all meine Erwartungen.
Ich bin sehr stolz und froh, endlich ein solches Foto selbst gemacht zu haben. Übermorgen geht’s direkt wieder raus!














Diskussionsbeiträge (7)
Danke dir! Für das spontane, wie ich es aktuell noch mache, muss die Bildkompensation eben hinten anstehen. Ich finde es schonmal gut, dass Du diesen Weitblick hast und einschätzen kannst, warum da jetzt viel Geäst im Hintergrund ist. Das gehört zu einer ehrlichen und ernsthaften Bewertung eben auch dazu. Wenn jemand schon in der Story schreibt, dass das Tier spontan für nur wenige Sekunden gesichtet wurde (wie bei mir der Fuchs in der anderen Story), dann kann man die Bildkomposition natürlich weiterhin schlecht bewerten, gerecht wird es dem Ganzen aber nicht.
Bald möchte ich getarnt ansitzen, um mir eben die Bildkomposition zu suchen, die perfekt ist und um dem Vogel auch näher zu kommen. Dann werden auch die Bilder besser :)
Danke! Mir lustigerweise auch. Ist mir aber erst später aufgefallen. Mittlerweile habe ich ein farblich besser ausbalanciertes Bild auf dem Rechner. 6,3 steht bei mir auch, wohl eher 4,3 :) Aber ich hab lieber ehrliche Bewertungen wie deine, als gar keine. Geht ja auch um‘s besser Werden.
Schön erwischt! 👍 Mir persönlich ist das Foto etwas zu blau-stichig, das ist aber geschmackssache.
Nichts desto trotz hat es zumindest bei mir gerade 6.3 von 5 Sternen, also scheint es ja gut anzukommen. 🤣
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