Mystisch im Totengrund: Nebelapokalypse in der Heide
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Wenn die Heide-Saison gestartet ist, kommt man eigentlich fast nicht umhin, auch mal der Wilseder Heide in der Nähe von Bispingen einen Besuch abzustatten. Zumindest dann nicht, wenn man halbwegs in der Nähe wohnt.
Einer der beliebtesten Fotospots ist dort der Totengrund. Ein kleines Tal, in dessen Kessel die Heide und die Wacholderbüsche wachsen und blühen. Aufgrund der “Bauweise” hat man mit etwas Glück schönen Bodennebel, der den Grund flutet.
Für mich war es diesen Sommer schon der 2. Versuch. Eine Woche zuvor stand ich schon einmal dort. Allerdings bei Postkartenwetter und keinen Nebel. Das war mir da aber bewusst. Ich hatte schlicht Bock. Natur, baumel lassen und Heideduft. Herrlich.
Diesen Freitag sollte dann das Zielfoto klappen.
Dabei ist der eigentliche Sonnenaufgang gar nicht so mein primäres Foto. Klar nimmt man den mit und ein paar Wölkchen wären auch heute schön gewesen. Aber ich finde, die wirklich tollen Fotos entstehen, wenn die Sonne schon oben ist und das Tal mit dem Nebel durch das seitliche Sonnenlicht erstrahlt und ihm eine ganz besondere Stimmung verpasst.
Für meinen 2. Versuch bin ich diesmal aus Underloh gestartet. Von mir aus liegt das an der Südspitze, wodurch ich das Gebiet einmal umfahren muss. Möchte man nur zum Totengrund, empfinde ich den Weg von dort schöner. Anders als von Oberhaverbeck – von wo ich sonst gestartet bin – hat man außer kurz am Anfang, fast den ganzen Weg rechts und links schöne, freie Heideflächen. Morgens gegen 4:30 Uhr spielt das noch keine Rolle, aber der Rückweg ist umso schöner. Plant man eine große Wanderung, ist es eigentlich fast egal an welchem Ort der Startpunkt liegt.
Da ich bis Underloh aber gut 25-30 Minuten länger fahren musste, habe ich mir ein Hotelzimmer genommen. Und das war die beste Entscheidung überhaupt. Denn Donnerstagabend war der Wetterbericht mies. Komplett bedeckt, keine Sonne und wahrscheinlich auch kein Nebel. Wäre ich von zu Hause gestartet, wäre ich Freitagnacht nicht losgefahren. So saß ich aber im Hotel – was ich nicht mehr gebührenfrei stornieren konnte – und dachte mir “Wenn ich schon mal da bin…!”.
Nachdem ich dann früh morgens erneut den Wetterbericht gecheckt hatte, traute ich meinen Augen kaum. Keine von den Hiobsbotschaften am Abend zuvor sind eingetroffen. Keine Wolken, kaum Wind, Sonne…..und Nebel!
Als ich dann nach ca. 5 km Fußmarsch am Totengrund angekommen bin, das Tal komplett mit Nebel geflutet sah, habe ich die Gelegenheit genutzt, dass ich dort noch alleine war und ein kleines Freudentänzchen aufgeführt.
Nachdem dann das obligatorische – aber für mich etwas lahme – Sonnenaufgangs-Foto im Kasten war, schraube ich das 70-200mm II drauf und legte aus der Hand los.
Die Stimmung beim Rückweg war prächtig. Nächste Jahr, gleiche Zeit, gleicher Ort. Wir sehen uns.




















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