Milchstraße über Eibsee und Zugspitze
In dieser Story


Ich hatte in den Meet-ups schon Ende November 2025 mein Vorhaben angekündigt, die Milchstraße über dem Eibsee und der Zugspitze zu fotografieren.
Das Jahr 2026 war für Milchstraßen-Fotografie, zumindest an meinen geplanten Spots wie Externsteine, Schloss Neuschwanstein oder Drei Zinnen, bislang ein schlechtes Jahr. Zunächst gute Wettervorhersage, um dann mit Regen oder mindestens geschlossener Wolkendecke in der jeweiligen Nacht aufzuwarten.
Endlich, für die vergangene Augustwoche, gute Wettervorhersage, die auch tatsächlich anhielt. Klare Nacht ohne Wolken. Let’s go!
Wir trafen uns gegen 19:30h bei mir zu Hause im Landkreis München, für letzte Vorbesprechungen, um dann pünktlich um 20:00h im Auto zu sitzen und loszufahren. Etwa 1,5 Stunden dauerte die Fahrt vom Münchner Landkreis zum Parkplatz des Eibsees. Achtung: Die Parkplätze, die dem Eibsee-Hotel zugehörig sind haben ein Nachtparkverbot. Hier werden €50 Vertragsstrafe bei Nichtbeachtung aufgerufen. Der Parkplatz der Zugspitzbahn ermöglicht legales Nachtparken. Für das Parkticket, welches uns eigentlich bis 05:00h morgens hätte parken lassen, legten wir €34 hin. Geteilt durch vier ist der Preis nicht mehr wild. Vom Parkplatz aus ging es dann bergab zum Wanderweg, um den Eibsee. Wichtig ist, hier den Weg rechtsrum zu nehmen, um auf der nördlichen Uferseite zu bleiben.
Aus unseren Recherchen wussten wir, dass das Eibseehotel auch weit in die Nacht beleuchtet sein würde. Das beisst sich mit Astrofotografie, sodass wir uns entschlossen, bis zum Steinhaus weiterzugehen. Von dieser Bucht aus war das Eibsee-Hotel nicht mehr zu sehen. Spannend war die Entwicklung des Himmels im Vergleich von Ost und West. Während, mit bloßem Auge, der östliche Nachthimmel bereits richtige Nacht war, war der westliche Himmel weiterhin relativ hell erleuchtet. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die nautische und astronomische Dämmerung in den Sommermonaten erst sehr spät einsetzt.
Während wir dieses Schauspiels hatten wir genügend Zeit unsere Equipment in Stellung zu bringen und erste Überlegungen zu Bildkomposition anzugehen. Auch manuelles Fokussieren auf die Sterne war bereits möglich, um später wertvolle Zeit zu sparen.
Mein Plan war es Panorama aufzunehmen, da die Milchstraße im August recht hoch über dem Horizont steht und ich den Milchstraßenschweif mitnehmen wollte. Das Galaktische Zentrum (GZ) steht mit etwa 12° gerade so hoch, dass es über die niedrigeren Berge, westlich der Zugspitze, noch hinüberschaut. Ich wollte zudem unbedingt den Eibsee mit auf meiner Bildkomposition haben. Für hohen Milchstraßenschweif und Eibsee reichte, auch mit 14mm, eine Querformataufnahme im 3:2 nicht aus. Also Panorama.
Es war endlich soweit, kurz nach 22:30h, und die Milchstraße mit GZ kam “rechts” neben der Zugspitze zum Vorschein. Jetzt war der Moment auf den wir alle so lange hingefiebert hatten! Ich bekann mit dem Stativkopf langsam von links nach rechts Fotos zu machen. Lieber zu viel, als zuwenig, wenn sich Lightroom dagegen entscheiden sollte, die Bilder zum Panorama zusammen zu fügen oder wenn doch ein Flugzeug oder Satellit im Bild war. Die Himmelverschmutzung in den knapp 2 Stunden störte uns allesamt. Unzählige Aufnahmen für den Papierkorb, weil Flugzeuge ihre Schlirren über die Milchstraße legten. Natürlich lässt sich so etwas in der Post Production in Lightroom entfernen, nervig ist es aber dennoch.
Ich habe in der Nacht etwa 80 Bilder gemacht, das hier gezeigte Panorama entstand auf 6 Einzelbildern. Was mir leider nicht gelungen ist, ist die vollständige Spiegelung der Milchstraße im Eibsee. Hierzu war wohl der Aufstellungsort zu niedrig oder auch die Berge zu hoch, da sich diese im Eibsee spiegeln. Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau. Neben dem trotzdem gelungenen Panoramabild, war die größte Freude gemeinsam mit meiner Fotogruppe in diese Nacht gegangen zu sein und sich gemeinsam mit anderen an der Milchstraße zu erfreuen.












Diskussionsbeiträge