Meine Reise in die Hochzeitsfotografie – und warum auch du den Schritt wagen kannst
In dieser Story









Vorneweg
Nach langer Zeit als stiller Nutzer von Zielfoto möchte ich heute meine Geschichte mit dir teilen. Es geht dabei nicht um ein einziges besonderes Foto, sondern vielmehr um einen ganzen Prozess – einen Weg, auf dem mein eigentliches „Zielfoto“ vielleicht noch gar nicht entstanden ist.
Ich möchte dir erzählen, wie ich zur Hochzeitsfotografie gekommen bin und warum du auch ohne Top-Equipment und Mega-Erfahrung deinen Platz in diesem Bereich finden kannst.
Diese Story richtet sich vor allem an dich, wenn du noch am Anfang stehst oder darüber nachdenkst, in der Fotografie den nächsten Schritt zu gehen. Vielleicht brauchst du nur einen kleinen Schubs. Für professionelle Hochzeitsfotografen wird hier vermutlich wenig Neues dabei sein – aber vielleicht inspiriert es euch ja trotzdem, eure eigene Geschichte zu teilen.
Wie alles begann
Vor einigen Jahren habe ich mit der Fotografie angefangen. Sehr schnell wurde mir klar, dass ich unglaublich gern Menschen fotografiere. Tiere oder Landschaften hingegen? Gar nicht mein Ding. Meine fotografische Sparte hatte ich also überraschend schnell gefunden – auch wenn ich nie aufgehört habe, mich in anderen Bereichen auszuprobieren. Die Ergebnisse… Nun ja, die erspare ich dir lieber.
Meine erste Kamera war die Fuji X-T20. Sicher nicht das leistungsstärkste Arbeitstier, aber eine Kamera, die eins perfekt kann: den Spaß an der Fotografie wecken. Besonders das spielerische Verständnis des Belichtungsdreiecks – durch das Drehen der Schalter und des Blendenrings – hat mir unglaublich geholfen.
Nach einiger Zeit kam dann die Fuji X-T3 dazu. Ebenfalls eine klasse Kamera, wenn auch technisch nicht mehr ganz up to date.
Zwischen Leidenschaft und Realität
Du kennst es bestimmt: So schön die Fotografie ist – sie ist auch teuer. Deshalb habe ich beide Kameras gebraucht gekauft. Auch bei den Objektiven bin ich aus Preisgründen pragmatisch geblieben und habe zu den Standardobjektiven von Viltrox gegriffen. Nicht teuer, aber absolut stark in der Leistung.
Getrieben von meiner Euphorie wollte ich schon nach kurzer Zeit den nächsten Schritt gehen. Vielleicht lag es auch daran, dass mein familiäres Umfeld Kameras so sehr meidet wie ein Molch die Wüste. Also fasste ich nach überraschend kurzer Zeit in der Fotografie den Entschluss, in die Hochzeitsfotografie einzusteigen – um mein Hobby ein Stück weit zu finanzieren und gleichzeitig mehr zu üben.
Die erste Hochzeit – und das große Zittern
Durch eine Anzeige auf Kleinanzeigen bekam ich schließlich die Chance, meine erste Hochzeit kostenlos zu fotografieren, um ein Portfolio aufzubauen. Vorher habe ich alles gelesen was ich zum Thema finden konnte und daheim stundenlang mit Stativ und Selbstauslöser geübt. Ich war also Model und Fotograf in einem.
Als der Tag kam, war ich unfassbar aufgeregt. Noch ganz grün hinter den Ohren habe ich versucht, meine Unsicherheit durch möglichst viele Bilder zu kompensieren.
Die Bildbearbeitung danach war zeitaufwendig und – sagen wir mal – intensiv. Aber nach vielen Stunden in Lightroom konnte ich dem Brautpaar meine damalige Bestleistung übergeben. Und obwohl sicher vieles noch besser hätte sein können, waren sie glücklich – und ich war mächtig stolz.
Die ersten bezahlten Aufträge
Mit meinen neuen Portfoliobildern konnte ich nach und nach weitere Hochzeiten begleiten – anfangs für wenig Geld. Ich baute mir eine eigene Website auf und investierte jeden Euro in meine Ausrüstung, die ich Stück für Stück erweiterte.
Irgendwann kam ich jedoch an den Punkt, an dem ich die Grenzen meiner Fujis deutlich spürte. Vor allem in Kirchen oder am Abend stieß ich mit der Lowlight-Performance ISO-technisch an meine Grenzen. Also traf ich die Entscheidung, von Fuji zu Sony zu wechseln.
Ich investierte in zwei gebrauchte Sony A7III – und das war für mich ein absoluter Gamechanger. Mit meinen neuen Kameras sowie dem Sigma 35mm f/1.4 und dem Sony 85mm f/1.8 hatte ich endlich das Gefühl, nicht mehr technisch limitiert zu sein. Ergänzt wurde das Ganze am Abend durch zwei Godox TT685. Kleine Upgrades wie Speicherkarten oder der Godox V1 kamen später dazu, aber mein Grundequipment blieb über mehrere Jahre – und über 50 Hochzeiten hinweg – unverändert.
Mit wachsender Erfahrung konnte ich schließlich auch meine Preise anpassen – und endlich blieb am Ende auch etwas übrig.
Heute – und mein Appell an dich
Heute, einige Jahre später, habe ich unglaublich viel gelernt. Hochzeiten ähneln sich zwar, aber trotzdem überrascht jede einzelne immer wieder. Fehler passieren, aber jeder einzelne bringt dich weiter. Manchmal muss man einen Fehler auch mehrfach machen um daraus zu lernen. Für mich ist die Hochzeitsfotografie die perfekte kreative Ergänzung zu meinem Hauptberuf.
Und genau dazu möchte ich dich motivieren: Wenn du darüber nachdenkst, etwas Neues auszuprobieren – tu es!
Du brauchst nicht das neueste und perfekte Equipment. Für meine Art zu fotografieren reicht mir ein einziges scharfes Bild – ob ich nun dank besserer Kamera 10 oder 15 perfekte Shots habe, spielt keine Rolle.
Ich weiß, dass ich mit 24 Megapixeln nicht so croppen kann wie andere mit 60 – also achte ich einfach schon beim Fotografieren auf meinen Bildausschnitt. Klar, ein etwas schnellerer Autofokus wäre manchmal schön, aber damit kann ich leben.
Was ich dir damit sagen möchte:
In der Hochzeitsfotografie zählen Kreativität, Empathie und der Umgang mit Menschen mehr als jedes Objektiv.
Hochzeitsfotografie lernst du nur auf Hochzeiten – denn Erfahrung ist der wichtigste Bildgarant. Wenn du deine Technik beherrschst, auch unter Stress, ist es völlig egal, welches Equipment du besitzt. Technik ist immer nur so gut wie die Person, die sie bedient. Ihr Fehlen macht ein Bild nicht unmöglich, manchmal nur etwas schwieriger. Ich habe hier ein paar Bilder dazgepackt. Manche sind mit den Fujis, andere mit den Sonys entstanden. Ich persönlich könnte nicht sagen, welches aus welcher Kamera stammt. Deinen Kunden geht es wahrscheinlich ähnlich.
Und nachdem ich so lange von meiner gebrauchten Technik erzählt habe, habe ich mir vor wenigen Tagen die Sony A7V vorbestellt 🙂

















Diskussionsbeiträge (4)
Hey, danke für die lieben Worte. Ich kann dich in dem Gedanken nur bekräftigen. Gerade wenn du gerne Menschen fotografierst, sind Hochzeiten perfekt. Vorallem ist es ein tolles Gefühl, anderen mit seinen Bildern eine Freude zu bereiten. Abgesehen davon kann es gerade zu heilsam sein. Auf Hochzeiten ist die Welt noch in Ordnung, gerade in der heutigen Zeit ist es toll einfach mal acht Stunden in diese heile Welt abzutauchen.
Was du auch machst, ich wünsche dir viel Freude und alles Gute!
Vielen Dank Sebastian, das freut mich sehr zu hören! Dir auch alles Liebe :)