Mein Schnappschuss des Jahres – manchmal passiert Fotografie einfach
In dieser Story
Ein spezieller Basketballabend – ein Spiel mit großer Bühne, großer Spannung und, wie sich später herausstellte, einem großen Rekord. Knapp 19.000 Zuschauer in der Halle. Ein Besucher-Zuschauerrekord. Schon beim Betreten der Lanxess-Arena lag etwas Besonderes in der Luft: dieses Geräuschkulisse, Musik, Vorfreude und Erwartung, das man nicht hören, sondern eher fühlen kann.
Ich war als Fan der Telekom Baskets da. Nicht als Fotograf.
Zumindest nicht wirklich.
In meiner Jackentasche „nur“ kleines Besteck mit der Panasonic DMC-G81, eine Micro-Four-Thirds-Kamera, dazu das Olympus 45mm f/1.4, lichtstark, kompakt, vertraut. Kein Telezoom, keine Ersatzobjektive, kein Plan. Und vor allem: keine konkrete Bildidee. Typisch – man nimmt die Kamera mit, falls etwas passiert. Und meistens passiert dann… nichts.
Das Spiel lief, die Halle war laut, Emotionen schwangen von den Rängen aufs Parkett und wieder zurück. Ich schaute mehr mit den Augen eines Zuschauers als durch den Sucher. Die Kamera blieb erstaunlich oft in der Tasche. Manchmal ist das so. Und manchmal ist genau das die Voraussetzung für ein gutes Bild.
Dann kam das Time-Out und die Cheerleader betraten das Feld.
Plötzlich änderte sich die Energie im Raum. Licht, Bewegung, Rhythmus. Alles ging schnell. Sehr schnell. Ich hatte keine Zeit, irgendetwas einzustellen, keine Zeit zu überlegen. Die Kamera hatte ich zu Hause schon grob voreingestellt – manueller Modus, offenblendig, kurze Verschlusszeit, nichts Besonderes, nichts Perfektes.
Dann kam dieser Choreografie und ich habe einmal draufgehalten.
Klick.
Serienbild war, warum auch immer, ausgeschaltet. Kein Nachjustieren, kein zweiter Versuch. Danach war der Moment vorbei, die Cheerleader vom Feld, das Spiel ging weiter, und ich steckte die Kamera wieder weg. Ich dachte nicht weiter darüber nach. Zu viel Spiel, zu viel Stimmung, zu viel echtes Erleben.
Erst später, beim Sichten der Bilder, blieb ich hängen.
Dieses eine Foto. Wirklich nur dieses eine Foto ohne Serienbildfunktion. Verrückt.
Nicht technisch perfekt. Spontan und voller Dynamik.
Die Bewegung eingefroren und doch spürbar. Es erzählte genau das, was ich an diesem Abend empfunden hatte: Überforderung, Begeisterung, Lautstärke, Energie. Ein Bild, das mich wohl immer an diesen Abend erinnert.
Und genau deshalb ist es für mich mein Schnappschuss des Jahres.















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