Kurztripp nach Karlsbad mit wunderschönen (nicht) Zielfoto
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Der Vorabend
Jeder gute Urlaub besteht aus einer gesunden Mischung an Planung und Spontanität. In dem Fall haben wir in unserer kleinen Reisegruppe von 4 Personen am Vorabend bei einem guten Becherovka (Nationalschnapps aus Karlsbad) und ganz klassisch Bier überlegt, was genau wir eigentlich am nächsten Tag machen wollen. Die Entscheidung fiel auf die Besteigung des Aussichtsturms (Dianaturm) der direkt auf dem Berg neben Karlsberg steht. Das war dann auch die komplette Planung, weil wir bereits aus unserer Vorbereitung wussten, dass die Laufzeit bei ca. 30min liegen sollte.
Der Auswahlprozess der Bar war alleingenommen bereits spannend. Nach dem Sushi Essen suchten wir eine Gelegenheit um mit Karte irgendwo noch ein paar Stunden entspannt zusammen sitzen zu können. Wir bewegten uns dafür nur in einem kleinen Teil von Karlsbad, was wir aber zu dem Zeitpunkt nicht wussten.
Da sind wir dann auf die Bar “Tequila” gestoßen. Fun Fact – wir haben keinen Tequila getrunken. Bereits vor dem Betreten der Bar versuchte ich mich an einem Stil, bei dem man die Kamera mit längerer Belichtungszeit zur Seite oder nach unten zieht, um einen verschwommenen Look zu erzeugen, bei dem aber immer noch zu erkennen ist, was fotografiert wurde. Das hat erstmal nicht funktioniert. Aber das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und mit den richtigen Einstellungen auf dem Weg nach Hause nochmal probiert und das gewünschte Ziel erreicht … und das unter Alkoholeinfluss, vielleicht sollte ich das öfters machen.
Der Aufstieg
Wir haben gut gefrühstückt und unser Ziel war klar. Hoch zu dem Turm. Erste Challenge – wer spielt Navigator? (Normalerweise übernehme ich das, ich war aber an dem Morgen überhaupt nicht dafür motiviert und habe einfach gewartet.) Es gab glücklicherweise bereits nach 60 Sekunden einen freiwilligen der die Navigation übernahm und direkt feststellte, dass es wohl doch eher 45 Minuten Laufweg sind, aber das war ja zumindest nah dran und nur eine Abweichung von 50%.
Wir setzten uns also in Bewegung und begannen den Aufstieg. Dabei konnte ich es mir nicht entgehen lassen die schöne Architektur zu fotografieren. Ich habe für den Beitrag aber nur Bilder ohne Personen ausgesucht. Nach ca. 15 Minuten waren wir im Wald angekommen und durchstreiften einen vermutlich wunderschönen Laubwald. Weil wir im März da waren und der Frühling noch nicht begonnen hat, war davon aber nichts zu sehen. Vermutlich wurde an dem Tag aber jede dort ansässige Moos-Sorte mindestens einmal fotografiert.
Auf dem Weg nach oben sind wir an einem nicht mehr fahrbereitem Auto vorbei gekommen das ein wunderschönes Postapokalypse Thema darstellte. Das Bild, das dabei entstanden ist, gehört mit zu meinen Lieblingen des Urlaubs.
Weiter auf dem Weg nach oben machten wir eine für uns faszinierende Entdeckung. Es gibt eine Standseilbahn, die nach oben fährt. Unser Weg nach unten war also schonmal gesichert, was sich als eigentlicher Glücksgriff des Urlaubs entpuppen sollte. Aber erstmal mussten wir weiter hoch.
Oben angekommen besuchten wir das dortige Schmetterlingshaus, von dem ich kein Bild habe, weil das Objektiv so beschlagen war, dass keine Nachbearbeitung auf der Welt noch etwas hätte retten können. Viel spannender war der weiße Pfau, der dort sich entspannt von allen Touris fotografieren ließ. Ein wunderschönes Tier, das ich so noch nie gesehen habe. Natürlich sind wir dann aber auch noch auf den Turm gestiegen und haben die Aussicht über Karlsbad und Umgebung genossen.
Der Abstieg
Nach unten ging es dann mit der Standseilbahn die überraschend teuer war, dafür dass man eigentlich nur nach unten möchte. Nach kurzer Wartezeit ging es auch los. Viel Passagiere waren nicht in der Bahn und besonders aufregend ist sowas auch nicht, aber es hat so sein eigenes Flair. Die Besonderheit war aber, dass die Standseilbahn nicht zu unserem Startpunkt fuhr, sondern auf die andere Seite von dem Berg (was für uns keine Überraschung war, weil wir ja auf unserem Weg nach oben auch keine Seilbahn gesehen haben, erst als wir zur Hälfte oben waren). Was für uns dann sehr überraschend kam, war das die Karlsbader Innenstadt anscheinend deutlich größer ist als wir dachten. Die Bahnendstation lag dann am anderen Ende der Innenstadt und wir hatten nochmal wunderschöne Architektur zum Erkunden. Dabei kamen wir auch an sehr sehr sehr vielen Juwelieren vorbei, bei denen ich mich frage, wie die alle nebeneinander existieren können.
Das Zielfoto
Auf unserem Weg zurück zum Hotel kamen wir auch (ungeplant) an der Mühlbrunnkolonnade vorbei die sich als wunderschöner Fotospott entpuppte. Unser riesiger Vorteil war jetzt, dass die Stadt relativ frei von Touristen war und mir ein Foto ohne Personen möglich war. Zusammen mit ein wenig Bearbeitung ist hier eins meiner Top Lieblingsbilder entstanden, die ich bisher gemacht habe.
Und die Lehre aus der Geschichte? Man kann auch ohne ein Zielfoto ein Zielfoto schießen und wenn sowas passiert freut man sich nur noch mehr darüber. Manchmal muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und die Kamera in die richtige Richtung halten. In meinem Fall war das ein sehr schöner glücklicher Moment, als ich dann zuhause das fertige Bild vor mir gesehen habe.
Und was ist jetzt mir Karlsbad? Ich kann jedem einen Ausflug in die Stadt empfehlen. Die Architektur ist wunderschön und der Flair ist schwer zu beschreiben. Solche Städte gibt es in Deutschland nicht.
PS: Dies war mein erster Artikel hier auf Zielfoto.com, war schön den Tag nochmal niederzuschreiben, auch wenn das hier definitiv kein Literarisches Meisterwerk ist. Ich freue mich aber auf weitere Einträge.



















Diskussionsbeiträge (1)
Fehler im Titel... es heißt natürlich Kurztrip und nicht Kurztripp. Zu spät gesehen und lässt sich jetzt nicht mehr anpassen.