Küstenstimmung
In dieser Story


Vergangene Woche verbrachte ich mit meiner Familie einen Kurzurlaub in Kroatien. An und für sich bin ich eher ein Fan der kälteren Gefilde doch Anfang Mai ist es an der Adria noch sehr erträglich, wenig Touristen und angenehme Temperaturen. Zudem sind die gut vier Stunden an die kroatische Küste mit kleinen Kindern im Auto wesentlich einfacher zu absolvieren als ein Flugreise in den Norden. Umag war das Ziel.
Mit dem Wetter hatten wir Glück, zwar etwas zu kalt für den Pool oder gar das Meer aber immerhin warm genug um kleine Ausflüge und Spaziergänge am Strand zu machen. Und bei genau so einem Spaziergang entstand auch dieses Bild.
Gleich hinter unserem Hotel gibt es einen kleinen künstlich angelegten Sandstrand. Dieser ist mit Betonstegen, oder wie das auch immer bezeichnet werden soll begrenzt. Doch am nördlichen Rand des Strandes, eigentlich schon hinter dem Betonsteg, gibt es einen, für die kroatische Nordküste eher typischen, felsigen Bereich.
Da wir letztes Jahr bereits am selben Strand waren, wusste ich dass sich rund um die Felsen oft Seevögel tummeln. Letztes Jahr waren die Felsen von einem Schwarm Kormorane bevölkert worden. Aber auch Möwen waren vermehrt dort gelandet. Von den Kormoranen war diese Jahr jedoch nichts zu sehen. Lediglich ein Exemplar hatte sich einen Tag später auf den Felsen nieder gelassen. Diesen hatte ich ebenfalls fotografiert und schwankte auch sehr stark welches dieser Fotos mir besser für diese Story erschien.
Mit dem Wissen dass sich dort vermehrt Seevögel aufhalten nahm ich also Kamera und Teleobjektiv mit. Ich wurde nicht enttäuscht. Mehrere Möwen machten den Strand und die Felsen unsicher. Während die Kinder unter Aufsicht meiner Frau den nahegelegenen Spielplatz erstürmten, schlich ich mich an zwei Möwen heran, die dort um etwas zu fressen stritten. Bald waren die ersten Fotos gemacht, doch dann flog eine Möwe mit ihrer Beute davon. Die zweite Möwe blieb zurück und wanderte auf den Felsen umher, in der Hoffnung noch einen Leckerbissen zu ergattern. Dabei schritt sie über einen kleineren Felsen direkt vor mir und im Hintergrund nur das Meer. Dort verharrte die Möwe ein, zwei Minuten, dreht sich hin und her um eine eventuelle Beute zu erblicken. Ich hielt meine Kamera so tief wie möglich und war zum ersten Mal froh über das Klapp-Schwenkdisplay meiner Nikon, dass ich sonst eigentlich nicht so leiden kann. Schon beim blick auf das Display wusste ich, dass ich ein für mich quasi perfektes Foto bekommen würde. Ich konnte mir bereits beim drücken des Auslösers vorstellen wie es nach der Nachbearbeitung aussehen sollte.
Als der Abend herein brach und die Kinder zu Bett gingen nutzte ich die Zeit um mein Foto zu vollenden. Schwarz weiß sollte es werden denn ich wollte diesen dunklen, leicht trostlos und melancholisch wirkenden maritimen Look der mir gut gefällt. Eigentlich war es ein sonniger Tag gewesen doch am Horizont hatten sich die ersten Wolkenschleier gebildet, welche sich zu dem Tief entwickeln sollten, dass uns eine verregnete Heimreise bescheren sollte. Diese Wolkenschleier halfen mir nun da das Sonnenlicht nun etwas gedämpft wirkte. Zudem konnte ich durch die Erhöhung des Kontrasts noch mehr Dramatik in die Szenerie bringen. Ein bisschen mehr Licht hier, ein paar Schatten mehr da und schon war das Foto, zumindest für mich, perfekt. Als ich kurz darauf meiner Frau das fertige Bild zeigte, meinte ich mit einem Augenzwinkern: „Egal was jetzt noch kommt, für mich hat sich der Urlaub schon voll und ganz ausgezahlt!“











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