Kraft der Stille – Drei Tage mit den Bären in Slowenien
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Kraft der Stille – Drei Tage mit den Bären in Slowenien
Es gibt Reisen, die man macht, um Bilder zu bekommen – und es gibt Reisen, die einem Bilder im Herzen hinterlassen, die nie verblassen.
Gemeinsam mit drei anderen Wildlife-Fotografen machte ich mich auf den Weg nach Slowenien. Drei Tage auf staubigen Bergstraßen, drei Abende in verschiedenen Fotohides mitten in den Wäldern – in der Hoffnung, den König dieser Landschaft zu erleben: den Braunbären
Der erste Tag – wenn Stille zu Kraft wird
Wir sitzen still, die Zeit zieht sich, das Licht wechselt. Dann geschieht es: Lautlos, wie ein Schatten, taucht er plötzlich auf. Ein Bär. Ein massiges Tier, tonnenschwer wirkend – und doch so leise, als hätte er sich aus der Erde selbst erhoben. Für mich erschien er in diesem Moment wie ein Geist der Wälder.
Mein Herz schlägt bis zum Hals, meine Hände zittern kaum merklich am Auslöser. Doch als er aufblickt, direkt in die Kamera, direkt in meine Augen – da bleibt die Welt für einen Moment stehen. Dieser Blick: prüfend, durchdringend, unergründlich. Für einen Atemzug lang fühle ich mich wie ein Eindringling. Dann, fast unmerklich, spüre ich, dass er mich akzeptiert – als stillen Gast in seiner Welt.
Als die Bären am Ende dieses ersten Abends wieder im Wald verschwinden, sitze ich regungslos da. In meinen Augen steigen Tränen auf. Außer bei meiner Begenung mit dem Wolf hat mich noch kein Tier so tief berührt.
Der zweite Tag – Begegnung im besten Licht
Am nächsten Abend überrascht uns ein anderer Gast: ein Fuchs. Schlank, elegant, aufmerksam. Er tritt vor die Kamera, als hätte er gewusst, dass die Sonne gerade ihr goldenstes Licht über das Moos legt. Für einige Minuten ist er der Star der Bühne – und wir dürfen zusehen. Dann verschwindet er wieder, und bald darauf erscheinen erneut die Bären, mächtig, ruhig, fast erhaben.
Der dritte Tag – Mutterliebe in Fell und Tatzen
Der letzte Tag schenkt uns das unvergessliche Highlight: Eine Bärenmutter tritt hervor, und neben ihr tapsen zwei kleine Bärenkinder. Ungeschickt, neugierig, verspielt. Sie klettern, stolpern, raufen – während die Mutter wachsam jeden Schritt beobachtet. In diesem Moment schmilzt jedes Herz. Die Wildheit ist noch da, die Kraft, die Ehrfurcht – aber auch eine Zärtlichkeit, die man kaum erwartet.
Nähe ohne Störung
Drei Tage lang sitzen wir in den Hides, oft kaum 20 Meter entfernt von diesen Tieren – manchmal noch näher. Doch nie fühlen wir uns als Störung. Es ist ein stilles Miteinander: Wir sehen, wir staunen, wir fühlen – und die Bären bleiben ganz bei sich, in ihrem Lebensraum, ungestört, frei.
Kraft der Stille – so nenne ich dieses Bild, diesen Moment. Denn genau das ist es, was mir diese Reise geschenkt hat: das Staunen darüber, wie leise und würdevoll die größten Tiere des Waldes auftreten können.
Danksagung
Mein besonderer Dank geht an Günter, der diese unvergessliche Reise organisiert hat, sowie an Elke und Stefan, mit denen ich diese einzigartigen Erlebnisse teilen durfte. Ohne euch wäre es nur halb so schön gewesen.


















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