König mit Schnurrbart
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Am Wochenende war schon klar, da braut sich in meiner Brust etwas übles zusammen.
Der Arzt bestätigte mir das mit den Worten, “herzlichen Glückwunsch, schöne Bronchitis”. Also Antibiotika und mindestens eine Woche Ruhe, ganz klasse bei dem Wetter.
Meine Frau fuhr ins Büro und ich schaute vom Bett aus dem Fenster in unseren schönen Kirschbaum. Ein wirklich lautes Gezwitscher ließ mich aufhorchen, der kann nicht weit weg sein.
Ich raffte mich auf und schaute nach, direkt vor dem Schlafzimmer präsentierte sich der Winzling im Sonnenlich und hörte gar nicht mehr auf mit seinem Gesang. Die Kamera lag noch griffbereit auf dem Schreibtisch, das 600er war auch noch montiert, das war meine Chance. Schnaufend und hustend griff ich mir die Kamera und schlich zurück ins Schlafzimmer.
Auf dem Bettrand sitzend suchte ich nach dem kleinen Vogel, er hatte den Platz gewechselt und saß fast auf meiner Höhe in einer kleinen Birke.
Dauerfeuer und draufhalten, immer wieder unterbrochen durch meine Hustenattacken, hoffentlich ist alles scharf.
Die Auswertung der Bilder brachte viele tolle Aufnahmen hervor, von denen mir zwei ganz besonders gefielen. Der Kleine war zwischendurch abgetaucht und kam mit einer Portion Nestbaumaterial wieder hoch. Ich dachte, das schaut ja aus wie ein Schnurrbart. Noch eine ganze Zeit lang schaute ich mir das Schaulaufen an. Viel gelesen über den Zaunkönig habe ich auch, einige sehr gute Infos aus den Videos von Chris Kaula. Ich war wohl zur richtigen Zeit und am richtigen Ort, somit hatte der hartnäckige Husten tatsächlich etwas Gutes.
Mittlerweile habe ich die Bronchien wieder frei und der Kleine macht immer noch Krach, allerdings nicht mehr so präsent. Dafür sind jetzt die Grünspechte im Garten, gestern zu Dritt.
Vielleicht gelingt mir bei denen ja mal ein gutes Bild.












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