Kein Entrinnen
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Es hatte tagsüber immer wieder Regenschauer gegeben und ich wollte einfach noch mal der Droge „Fotografieren“, so wie es von Stephan Wiesner in seinem Video „Warum fotografiere ich“ beschrieben ist, nachkommen. Mir war bewusst, dass es wahrscheinlich an Vogelaktivitäten kaum etwas zu sehen geben würde und dennoch nahm ich meinen gewohnten Weg Richtung ehemaliger kleiner Deponie, die zwischenzeitlich als Vogelschutz und für anderes Getier beliebt ist. Über einem halbhohen Getreidefeld sah ich zahlreiche Rauchschwalben mit ihrem beliebten und für Fotografen doch beschwerlichen Zickzackflug auf Insektenjagd. Nicht ganz einfach, aber dennoch für Hobbyfotografen wie mich ausreichend, gelangen mir ein paar wenige schöne Flugaufnahmen. Aber das sollte es auch gewesen sein mit Vogelaufnahmen im Feld. Also ging ich weiter in den nahe gelegenen Wald.
Rufe von Mönchsgrasmücke, Meisen, Amsel, Singdrossel und einiges mehr waren zu hören aber die Vögel nicht zu sehen. Naja dachte ich, Hauptsache ich bin wieder in der Natur und vielleicht gibt es ja einen Falter oder andere Insekten am Wegrand.
So langsam dahingehend nahm ich ein dumpfes Brummen war und ja, es war eine Hornisse.
Angeregt durch die öffentlich gemachten Probleme mit der asiatischen Hornisse, versuchte ich mit der Kamera den Flug der gesichteten Hornisse zu verfolgen. Anflug, Abflug, Anflug, Abflug, so wiederholte sich ihr Weg bis zu einem überhängenden Halm, an dem sie sich festklammerte. Ich machte zahlreiche Aufnahmen und sah wie sie sich hin und her drehte bis sie plötzlich rücklings ins hohe Gras am Wegrand fiel. Warum ist sie denn nicht losgeflogen als sie herunterfiel dachte ich und schaute mir die Bilder im Kameradisplay an. Leider konnte ich die Bilder nicht so stark vergrößern, dass ich erkennen konnte, was sie da umklammert hatte. Für ihre Beute gab es wohl kein Entrinnen mehr. O.k. dann halt später am PC und so führte mich mein Weg nach einer weiteren vergeblichen Suche nach Vögeln wieder zum freien Feld, wo ich noch die Gelegenheit zu Aufnahmen von einem Mäusebussard hatte.
Zuhause angekommen, überspielte ich die Bilder am PC auf die Festplatte und hatte jetzt die Gelegenheit, mir die Bilder von der Hornisse genauer anzusehen. „Volltreffer“ war mein erster Gedanke, als ich mir die Bilder im Ausschnitt ansah. Zunächst stellte ich fest, dass es nicht die gefürchtete asiatische Hornisse, sondern eine europäische Hornisse war. Aber was war das für ein kleiner Käfer, den sie umklammerte. Laut Google Lens war das ein Schwarzfleckiger Zangenbock. Noch nie gehört oder bewusst gesehen. Die Natur bringt halt immer wieder Überraschungen. Die Bilder sind auf jeden Fall für mich eine Bereicherung.















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