Im Angesicht des Artensterbens
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Wie jeden Tag drehte ich meine Runde durch unseren Garten. Und wie (fast) jedes Mal, hatte ich eine Kamera dabei.
Unser Garten ist kein gewöhnlicher Garten bzw. wie die meisten Leute ihn heutzutage definieren. Hier gibt es keinen englischen Rasen, keine Kirschlorbeerhecke und auch keine fremdländischen Zierpflanzen. Unser Garten lebt! Hier gibt es wilde Ecken, viel Totholz und heimische Pflanzen. Ein Garten indem weder Gift noch Kunstdünger zum Einsatz kommt und das natürliche Gleichgewicht der Arten noch intakter ist, als anderswo.
Das war gar nicht immer so. Als wir vor 8 Jahren das Grundstück übernommen hatten, war es auch nur ein gewöhnlicher Garten – eine mehr oder weniger grüne Wüste. Das wollte ich so nicht lassen und das Potential war da. Der Garten wird seitdem naturnah bewirtschaftet und MIT der Natur gestaltet. Das Resultat ist, dass Jahr für Jahr mehr Arten von Tieren wieder zurückkommen und sich ein immer stabileres Ökosystem einstellt. Als Biologe geht mir da das Herz auf, wenn ich sehe, dass selbst stark bedrohte und seltene Tierarten sich hier wohlfühlen.
Aus diesem Grund lohnt sich es fast immer eine Kamera beim Rundgang mit dabei zu haben. So auch diesmal! Seit 2 Jahren sind Hornissen – diese majestätischen Tiere – wieder ein häufiger Gast im Garten. Sie sind unsere Helfer, dass Mücken und Fliegen nicht Überhand nehmen und ich bin unendlich dankbar für diese stolzen Tiere. Leider steht es nicht gut, um Hornissen oder Wespen oder Wildbienen oder Vögel oder um ehrlich zu sein, um fast alle Arten. Das Artensterben ist eines der größten Probleme, die wir als Menschheit haben. Und obwohl wir komplett davon abhängig sind, dass die Ökosysteme mit all seinen Arten intakt sind, zerstören wir rücksichtslos unsere eigene Lebensgrundlage durch Monokulturen, durch Gift, durch Flächenversiegelung und die Zerstörung von Urwäldern und nehmen uns dadurch gleichzeitig auch die Grundlage Fotos von solchen wunderschönen Tieren machen zu können. Tiere, die als gefährlich angesehen werden, obwohl sie, mit Respekt behandelt, niemanden absichtlich was tun würden. Die wichtige Helfer sind und dafür nicht Mal ein Gehalt verlangen. Wir Menschen sollten viele Dinge aktuell mal gründlich überdenken und unseren Weg wieder zurück zur Natur finden.
Der Weg dorthin ist dabei nicht mal lang oder anstrengend. Und hier keimt die Zuversicht auf. Alle Arten sind wahre Stehaufmännchen und können wieder zurückkommen, man muss lediglich aufhören, ihnen immer weiter die Lebensgrundlage zu nehmen.
Die Hornissen in meinem Garten zeigen, dass es möglich ist und das es sich lohnt, Natur zuzulassen. Und ich bin sehr dankbar, dass ich dieses wunderschöne Tier im Foto festhalten konnte.










Diskussionsbeiträge (2)
Hallo Alexander,
danke für deine freundliche Kritik! Ich drück die Daumen, dass du irgendwann ebenfalls ein Gartenparadies hast, indem viele tolle Motive auf dich warten.
Viele Grüße
Matthias