Ich habe dir etwas mitgebracht :)
In dieser Story


Auf unserer Islandreise machten wir uns auf den Weg zum Kap Bjargtangar an der Steilküste Látrabjarg in den Westfjorden. Dort befindet sich eine der größten Brutstätten verschiedener Vogelarten – und natürlich hofften wir darauf, die berühmten Puffins (Papageientaucher) zu sehen. Diese kleinen, fast pinguinartigen Vögel ,nur eben mit Flügeln, die sie tatsächlich nutzen können. Sie verbringen zehn von zwölf Monaten ausschließlich auf dem Meer und kommen nur an Land, um ihre Höhlen in die Klippen zu graben und ihre Jungen großzuziehen.
Nach rund 45 Kilometern über eine Schotterstraße erreichten wir das Kap. Unsere Tochter kam in die Kraxe, und ich packte meine Kameraausrüstung zusammen. Wie so oft konnte ich mich nicht entscheiden und nahm einfach alles mit – inklusive meiner beiden Analogkameras.
Voller Vorfreude wanderten wir die Steilküste entlang, stets auf der Suche nach den Puffins. Doch wir liefen und liefen … und fanden nichts. Keine Spur der kleinen Vögel. Zwar entdeckten wir ihre Höhlen, aber das war’s auch schon.
Etwas ernüchtert machten wir uns nach etwa fünf Kilometern auf den Rückweg.
Kurz bevor wir das Auto erreichten, passierte es dann: Plötzlich tauchte ein Puffin auf! Ich schlich mich an und machte die ersten Fotos. Dann erschien ein zweiter, ein dritter – und auf einmal waren überall Puffins. Später erfuhren wir, dass sie erst am Abend vom Meer zurückkehren, weil sie tagsüber fischen oder Material für ihre Nester sammeln.
Wir machten unzählige Fotos, und die Auswahl fiel uns entsprechend schwer.
Das Bild, für das wir uns entschieden haben, erzählt eine kleine Geschichte: Puffins leben monogam und kehren jedes Jahr zur Brutzeit zueinander zurück. Gemeinsam graben sie ihre Höhle und ziehen ihre Jungen groß. Auf unserem Foto bringt einer der beiden frisches Nistmaterial für seinen Partner.
Als wir genug gesehen hatten, ließen wir die Tiere in Ruhe und gingen zurück zum Auto. Dort entdeckten wir mehrere Robben, die sich unten an den Klippen sonnten und uns neugierig beobachteten – ein unerwartet schöner Anblick.
Zum Abschluss nutzte ich den Sonnenuntergang, um noch ein wenig mit unserer Tochter zu spielen. Es war einer dieser Tage unserer Reise, an denen so viele kleine besondere Momente zusammenkamen, dass wir abends vor lauter Eindrücken kaum einschlafen konnten.
Island war ein so wunderbares, vielfältiges und gleichzeitig friedliches Land, dass wir am liebsten einfach geblieben wären. 🙂
















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