Ich hab ‘ne Meise!
In dieser Story


Hintergrund / Setting
Trotz aller politschen Querelen hat mich die Arbeit mal wieder in die USA geführt – eine Reise, die zum Glück völlig reibungslos verlief und viele interessante Eindrücke und Diskussionen mit sich brachte. Die sollen hier aber nicht das Thema sein. Ziel war Charleston in South Carolina – eine Gegend, die aufgrund der vielen Besuche und Freunde dort gefühlt meine “zweite Heimat” ist.
Mein bester Freund Phil dort hat auf der Terrasse hinter seinem Haus mehrere Futterstellen für Vögel eingerichtet – und davon gibt es dort eine bunte Auswahl. Zu den häufigsten gehören Hausfink (house finch), Purpurfink (purple finch), Grauhäubchenmeise (tufted titmouse), Rotkehl-Hüttensänger (eastern bluebird), Carolinasperling (Carolina chickadee), Carolinazaunkönig (Carolina wren) und Kolibris, vor allem Rubinkehlkolibris (ruby-throated hummingbird); für die war es Mitte März aber noch zu früh.
Da ich nach einer Woche intensiver Arbeits-Meetings noch das Wochenende bei Phil fest eingeplant hatte war klar, dass ich auf jeden Fall die R7 mit dem 100-400er Tele mitnehme, um die kleinen Vögel groß in Szene setzen zu können.
Schlüssel-Ausrüstung: Sessel und Tele-Objektiv
Und so habe ich es mir jeden Morgen, nachdem die Sonne über die benachbarten Bäume gestiegen war, mit der Kamera in einem der gemütlichen Terrassen-Sessel bequem gemacht und dem bunten Treiben zugeschaut. Mein Ziel war, Vögel im Flug zu fotografieren. Dafür ist bei der R7 der RAW-Burst-Modus mit der Voraufnahme eine enorme Hilfe, die 15 Frames = eine halbe Sekunde vor dem Drücken des Auslöserknopfes mit speichert. Sonst verpasst man den Moment, wo ein Vogel abhebt, doch immer wieder. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, zwei volle Akkus und große, schnelle Speicherkarten dabei zu haben.
Über drei Tage hinweg entstanden so etliche Bilderserien mit den ortsansässigen Finken, Spatzen und anderen. Trotz aller technischen Hilfsmittel ist es doch gar nicht so einfach, den richtigen Moment zu erwischen oder eine schöne Flügelposition im Bild zu haben. Man weiß nie, in welche Richtung der Vogel wegfliegt – und wenn die Vögel nach unten Richtung Wiese starten, klappen sie ihre Flügel oft erst auf, wenn sie schon lange aus dem Bild sind. Ein Vogel, der einfach frei in der Luft zu sitzen scheint, sieht auf Fotos immer ein wenig unwirklich aus.
Immerhin konnte ich auch den Nachweis erbringen, dass der frühe Vogel tatsächlich den Wurm fängt. Und hab mir direkt den ersten Sonnenbrand des Jahres geholt :-p
Das Zielfoto
Wie schon bei dem Sonnenuntergang in Seattle ist das finale Zielfoto nicht eines, sondern mehrere auf einmal. Genau genommen ist es jedes zweite aus einer Serie von 14 Bildern die zeigen, wie ein Eastern Bluebird von der Futterstelle startet. Die Bilder sind in erst in Lightroom bearbeitet und dann in Photoshop übereinander gelegt, wobei alle aus dem ersten, sitzenden Vogel freigestellt sind. So ist eine schöne “Flugstudie” entstanden. Ich habe bei den “Weg zum Foto” zwei der nicht verwendeten Frames mit reingepackt.
















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