Himmel oder Hölle – Das Höllental der Zugspitze
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Vorwort
Dieses Bild entstand im Urlaub, besser gesagt auf einer siebentägigen Fototour, die zum Zeitpunkt, an dem ich diesen Text schreibe, noch in vollem Gange ist. „Voll im Gange“ trifft es dabei ganz gut, denn geplant ist ein Wanderurlaub an den schönsten Plätzen der Zugspitzregion. Doch das Hauptmotiv – die Zugspitze – sollte man dabei natürlich nicht unberührt lassen.
Ein früher Start in den Tag
Der Tag begann lange vor dem Bild, nämlich bereits um 4 Uhr morgens, als mein Wecker mich aus dem Bett geworfen hat. Zuerst wanderte ich zur Ehrwalder Alm hinauf und entschloss mich anschließend, auch noch die Zugspitze zu besuchen.
Schon auf dem Weg ins Tal, diesmal mit der Seilbahn statt zu Fuß, zeigte sich ein spannendes Wolkenbild, das für die Zugspitze mit ihrem einzigartigen Panorama wie bestellt am Himmel stand.
Der Weg zum Gipfel
Der Weg zum Gipfel ist für jemanden, der schon einmal auf der Zugspitze war, vermutlich nichts Besonderes. Für mich jedoch, der noch nie auf diesem Berg gewesen war, bot sich eine 15-minütige Panoramafahrt mit traumhaften Eindrücken aus der Seilbahn.
Vorbei an Bergsteigern, die den wesentlich unkomfortableren Weg zu Fuß zum Gipfel wagten, über Geröllfelder und schließlich bis zur Bergstation war diese Fahrt für mich ein Erlebnis.
Zwischen Tourifotograf und Landschaftsfotograf
Oben angekommen war das Tiroler Gipfelkreuz, das sich wesentlich leichter erreichen lässt als das Bayerische Gipfelkreuz, ein Highlight für viele Besucherinnen und Besucher.
So stand ich nun also am Gipfelkreuz und habe mich nichtsahnend auf einen Deal eingelassen: Foto gegen Foto. Also ich werde fotografiert und fotografiere im Gegenzug die Person, die mich fotografiert hat.
Naja … wer hätte ahnen können, dass an diesem Tag sehr viele ein Foto haben wollten? So habe ich mich kurzerhand als Tourifotograf engagiert und die nächsten zehn Personen beziehungsweise Gruppen freudig mit deren Smartphones fotografiert.
Der Gang entlang der Panoramaplattform
Nach einem erfolgreichen Fotoshooting machte ich mich also auf den Weg, die Panoramen einzufangen, die mir geboten wurden. Vom Bayerischen Gipfelkreuz über den Eibsee bis hin zum bekannten Höllental – und genau das hatte es mir angetan.
Kurzerhand wartete ich einige Momente ab, bis die Wolken etwas höher gezogen waren und den Blick ins Tal freigaben.
Während die Wolken durch das Höllental zogen, öffnete sich für wenige Sekunden ein Fenster im Himmel. Sonnenlicht fiel genau in das Tal und ließ den Talboden und die Wolken aufleuchten. Ich hob die Kamera, fokussierte und drückte ab. Erst später im Hotel sollte mir klar werden, dass ich in diesem Moment das Bild der Reise aufgenommen hatte
„Wird ein nettes Bild“, dachte ich mir und verbrachte noch ein paar weitere Momente dort, bevor es mit der Seilbahn wieder nach unten ging.
Sichtung und Bearbeitung
Zurück im Hotel wartete eine gefüllte Speicherkarte darauf, aussortiert zu werden.
Gesagt, getan.
Einige Bilder wurden aussortiert, andere durften bleiben. Doch bei der Bearbeitung fiel mir immer wieder dieses eine Bild auf. Wie die Wolken dort stehen und wie die Sonne in das Tal hineinscheint – das sah bereits im RAW-Foto beeindruckend aus.
Das Paradoxon
Und so entstand die Idee eines Paradoxons, eines Widerspruchs.
Dieses von der Sonne beleuchtete Tal steht im Kontrast zu den dunklen Felswänden, die es umgeben.
Ein beleuchtetes Tal, das durch die Aussicht auf das Gipfelkreuz ein nahes Ende der Tour vermuten lässt – eine Erlösung von den vielen Höhenmetern, die bereits zurückgelegt wurden. Die Hoffnung auf das Erreichen des Ziels, getragen von hell aufleuchtenden und aufsteigenden Wolken, umgeben von dunklen Felswänden, die noch anspruchsvoll erklettert werden müssen.
Genau diesen Widerspruch konnte ich an diesem Tag spontan einfangen – und das macht mich stolz.











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