Graureiher-Nachwuchs im Schlosspark Nymphenburg
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Michael, Alexander und ich hatten uns Mitte März im Schlosspark Nymhenburg für Wildlife verabredet. Unser primäres Ziel waren Waldkeuze, die in den alten, knorrigen Bäumen des Schlossparks ideale Höhlen vorfinden. An mehreren, uns bekannten, Bäumen haben wir nach Waldkäuzen Ausschau gehalten. Jedoch keine Spur, zu manchen Bäumen sind wir mehrfach gegangen, trotzdem ohne Erfolg.
Mehr per Zufall haben wir dann am Badenburger See mehrere Graureiher mit Ästen und Zweigen im Schnabel fliegen sehen. Unermüdlich flogen sie los und kehrten mit holziger Beute zurück. Dieses Treiben beobachteten und fotografierten wir. Nach einiger Zeit stellten wir uns die Frage, wann denn eigentlich bei Graureihern die Brutzeit losgehen und wie wohl so ein Baby-Reiher aussehen würde. Google gab uns eine weite Zeitspanne für die Brutzeit an: von März bis Juni. Na servus!
Im Schlosspark Nymphenburg gibt es zudem keine Webcam(s), die wie bei manchen Storchennestern den Fortschritt des Nestbaus, des Eierlegens und so weiter, zeigt/zeigen. Nachdem der März, als auch der April, noch nicht wirklich warme Tagestemperaturen hatte, und auch nachts die Temperaturen tief in den einstelligen Bereich fielen, vermuteten wir, dass entweder noch keine Eier gelegt waren oder bereits gelegte Eier entweder keine Überlebenschance oder deutlich länger bebrütet werden müssen.
Ich bin dann Mitte April mal alleine rübergefahren nach Nymphenburg, weil ich mir nach der Arbeit noch die Beine vertreten wollte. Mit bloßem Auge ließen sich nur leere Nester und Nester, in denen ein erwachsenes Tier stand, sehen.
Gegen Ende April wurde es schließlich wärmer, sodass wir uns für das letzte Aprilwochenende nachmittags im Schlosspark verabredeten.
Am Badenburger See angekommen, schauten wir zunächst mit unseren Ferngläsern (10x) zu den Nestern herüber. Hier waren gut gefüllte Nester zu sehen. Die Kleinen waren bereits recht groß geworden – ganz anders als wir es erwartet hatten. So hatten die Graureiher während der kalten Tage und Nächte doch Eier gelegt und ausgebrütet.
Aber, wie bereits im März war es eine große Distanz zwischen dem Ufer und den Inseln auf der anderen Seite. Die 800mm des Sony 400-800mm reichten nicht aus, um formatfüllende Nahaufnahmen der Tiere zu machen. In weiser Voraussicht hatte ich beide Telekonverter dabei. Auch mit dem 1,4x TC waren die jungen Graureiher einfach zu weit weg. Erst mit dem 2x TC erreichte ich die Tiere nah genug. Aber 1600mm Brennweite wollen erstmal stabil gehalten und auf dem Fotoobjekt platziert sein.
Ich hatte sowohl die A1 als auch die A7RV dabei. Aufgrund der Distanz und der Möglichkeit eventuell in der Postproduction nochmal croppen zu wollen, wählte ich die A7RV mit 11 Megapixeln mehr. Da die Jungtiere noch flugunfähig waren, wählte ich zudem Einzelfoto aus, damit der Ausschuss durch Verwackler nicht unnötig groß wurde.
Schon heftig, dass ich für diese Fotos 1600mm Brennweite benötigt habe. Wäre der Abstand zwischen den Tieren und mir noch größer gewesen, hätte ich keine Chance mehr gehabt, die Aufnahmen zu machen. Falls doch mit deutlich weniger Details.
Da es ein sonniger Nachmittag war, kam die Blende F16 (2x F8) nicht hart an.
Nächstes Jahr werden wir vielleicht etwas eher vorbeischauen, in der Erwartung, dass die dann schlüpfenden Jungtiere deutlich kleiner sein werden.
Abschließend bleibt nur noch zu schreiben, dass es faszinierend ist, dass in einer Millionenstadt wie München noch Platz für heimische, wilde Tiere ist.
















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