Festbrennweitensnob
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Ich muss mal ein kleines fotografisches Glaubensbekenntnis widerrufen.
Ich war lange der klassische Festbrennweiten-Purist. Sony GM hier, GM da. Teuer, schwer, brillant – und ehrlich gesagt auch ein bisschen identitätsstiftend. Wer ernsthaft fotografiert, schleppt eben Glas. Und wechselt. Und leidet. Gehört dazu, oder?
Dann kam die Realität: Reisen, Wandern, Rucksack, Handschuhe, Wetter. Objektivwechsel im Schnee oder auf dem Grat? Nervig. Drei GM-Linsen im Rucksack? Noch nerviger. Und am Ende fotografiert man doch oft mit der Linse, die gerade drauf ist, weil man jetzt nicht schon wieder anhalten will.
Zwischendurch habe ich das Sony 20–70 mm f/4 G probiert. Technisch wirklich stark, tolles Reisezoom, sauber, leicht, verlässlich. Aber irgendwie… nicht vielseitig genug. Untenrum gut, obenrum zu kurz. Also wieder Wechseln, wieder Überlegen, wieder Glas im Rucksack.
Dann – fast widerwillig – ein Superzoom. Ich hätte schwören können, dass das nur ein kurzes Experiment wird. Stattdessen blieb es drauf. Und blieb drauf. Und blieb drauf.
Ist es besser als ein GM-Prime? Natürlich nicht. Ist die absolute Schärfe auf Pixelniveau identisch? Nein. Ist das Bokeh so „magisch“ wie bei 85 GM oder 135 GM? Ebenfalls nein.
Aber: Es ist verdammt gut. (Auch wenn die Verezcihnjng bei 20mm echt übel ist – sieht man nach der Korrektur aber auch nicht). Landschaft? Sieht top aus. Porträts unterwegs? Überraschend brauchbare Freistellung. Tele-Details auf der Wanderung? Einfach reinzoomen, fertig. Kein Staub, kein Gefummel, kein „Moment verpasst“.
Ich hatte früher für den Telebereich oft ein adaptiertes Canon FD 135 mm 3.5 dabei. Charmant, leicht, nostalgisch. Aber wenn ich ehrlich bin: Das Superzoom ist in jeder praktischen Hinsicht besser. Und am Ende zählt unterwegs eben genau das.
Vielleicht war ich gar nicht so sehr Qualitätsfanatiker, sondern einfach Gewohnheits-snob. Diese teuren GM-Objektive sind fantastisch – keine Frage, jnd ich gebe sie auch nicht her. Aber sie sind nicht in jeder Situation die klügste Wahl. Und schon gar nicht automatisch „besser“, wenn man sie aus Bequemlichkeit doch nicht nutzt.
Ich hätte früher gesagt: Superzooms sind zu viel Kompromiss. Heute würde ich sagen: Sie sind viel Freiheit
Für gezielte Fototouren nehme ich weiterhin Festbrennweiten mit. Für Reisen und Wandern? Ehrlich gesagt: Superzoom drauf, fertig.
Man wird älter. Und offenbar auch pragmatischer 🙂











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