Eis im Zuckerbäckerstil
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Ein anständiger Winter mit Eis und Schnee ist mittlerweile eine Seltenheit geworden. Umso mehr ist es dann geboten die Tage, an denen es geschneit hat und wirklich frostige Temperaturen weit unter 0° Celsius vorherrschen, zu nützen. Die Josefstaler Wasserfälle liegen etwa eine Autostunde von München entfernt, im Schlierseer Land. Anhand der Wettervorhersage und Webcam-Bildern habe ich für mich die Annahme getroffen, dass die Wasserfälle schön mit Eis behangen sein dürften. Folglich habe ich meinen Fotorucksack mit Ultraweitwinkeln und Standard-Zoom gepackt, die Grödel mitgenommen und bin ins Auto gestiegen.
Bereits bei der Fahrt über die Autobahn und die Landstraßen habe ich eine herrliche Winterlandschaft im Oberland bewundern dürfen. Vor Ort gibt es keinen offiziellen Parkplatz, lediglich einen etwas breiter gehaltenen, befahrbaren Seitenstreifen entlang des Hachelbachs. Von hier sind es zu Fuß etwa 10 Minuten bis zur untersten Fallstufe der Wasserfälle. Atmosphärisch ist der Weg, der parallel zum Hachelbach in den Bergwald führt. Allein war ich nicht, mehrere Mitmenschen hatten sich ebenfalls dazu entschieden zu den Wasserfällen zu gehen/zu fahren. Aber es war eine beschauliche Anzahl an Menschen, zu keiner Zeit hatte ich Schwierigkeiten meine Fotos zu machen. Die unterste Fallstufe war herrlich verziert mit Eis im Zuckerbäckerstil. Viele kleine Eiszapfen, gepaart, aneinander gereiht. Was für ein schönes Bauwerk von Väterchen Frost. Am rechten, oberen Rand hatte sich das Wasser eine Art gefrorene Röhre gebaut, aus der es hervorschoß.
Der Weg zu den weiteren Fallstufen führt über einen leichten Anstieg weiter hinauf in den Bergwald. Hier brauchte es definitiv die Grödel. Zwischen der untersten Fallstufe und der obersten Fallstufe liegen mehrere kleine Wasserfälle. Niedlich wie die Eiszapfen “ihre Füße”, kleine Eisplatten, auf dem Wasser haben.
Die oberste Fallstufe erreichte ich zu einem Zeitpunkt als die Sonne noch kurz darüber sichtbar war, bevor sie hinter dem Berg verschwand.
Zurück an der untersten Fallstufe probierte ich nochmal unterschiedliche Brennweiten aus.
Letztlich habe ich mich für das Bild, dass ich mit dem Sigma 24-70mm F.8 DG DN Art gemacht habe, als bestes Bild entschlossen. Mir gefällt die sanfte Ebenenkomprimierung die durch die 70mm bereits entsteht. Durch das Flußbett im Vordergrund wird der Blick in Richtung des Wasserfalls, der zentral in der Bildmitte liegt, gelenkt. Durch die, zum großen Teil mit Schneehäubchen bedeckten Steine hat das Auge Möglichkeiten zum Einhalten. Oberhalb des Wasserfalls befinden sich schlicht Bäume des Bergwaldes und kein ausgebrannter Himmel. Das gesamte Bild wirkt frostig, winterlich. Eben so wie ich mir Winter vorstelle.

















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