Eine Nacht in den Dolomiten: Cadini di Misurina, Drei Zinnen & die Milchstraße
In dieser Story

Ein Ort, ein Traum, ein Aufbruch
Es gibt Orte, von denen man jahrelang träumt. Orte, die sich im Kopf festsetzen, lange bevor man je dort gewesen ist.
Die Cadini di Misurina waren für mich genau so ein Ort.
Als ich schließlich allein mit meiner Kamera dort oben stand, weit weg vom Alltag, wusste ich: Genau für diese Momente mache ich Landschaftsfotografie.Mein Weg begann unten am Misurinasee. Während viele mit dem Auto zur Auronzohütte fahren oder dort oben übernachten, entschied ich mich bewusst für den Aufstieg zu Fuß.
Zwischen Menschenmengen und Geduld
Oben angekommen wurde mir schnell klar, wie begehrt dieser Ort ist. Die bekannte Felsspitze war bereits stark frequentiert. Der Sonnenuntergang begann vielversprechend: warmes Licht, lange Schatten, diese besondere Stimmung in den Bergen. Dann kam der Nebel. Innerhalb weniger Minuten verschluckte er die gesamte Landschaft. Sicht gleich null. Enttäuschung war kurz da, doch in den Bergen lernt man schnell: Geduld ist Teil der Fotografie.
Ich blieb. Gemeinsam mit einem anderen Fotografen harrte ich aus. Kälte, Wind, Warten. Und dann, genauso plötzlich wie er gekommen war, verschwand der Nebel wieder. Zurück blieb eine dramatische Bergkulisse, darunter noch Dunst im Tal. Solche Momente lassen sich nicht planen. Man kann nur bereit sein.
Nacht, Kälte und der magische Moment
Inzwischen waren nicht nur Sterne, sondern auch die Milchstraße immer deutlicher über den Gipfeln zu sehen. Fokussieren im Dunkeln, kalte Finger, immer wieder kontrollieren und nachjustieren – bis schließlich alles passte.
Als ich das fertige Bild sah, wusste ich: Genau dafür nimmt man diese Mühen auf sich. Die Nacht im Zelt war kalt, unruhig, aber ehrlich. Am Morgen hatte ich einen entscheidenden Vorteil: Während sich erneut eine Schlange am Fotospot bildete, war ich bereits da.
Ich nutzte das erste, weiche Licht und war sehr froh dass alles so gut geklappt hatte.
Was bleibt
Am Ende nahm ich nicht nur Bilder mit nach Hause, sondern auch die Gewissheit, dass sich Aufwand, Geduld und auch Einsamkeit lohnen können. Manchmal muss man länger bleiben als geplant. Und oft entstehen die besten Bilder genau dann, wenn man nicht sofort bekommt, was man erwartet.
Zwei Tage allein in den Bergen.
Ein Ort, von dem ich lange geträumt habe.
Und Bilder, die bleiben.















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