Ein steiniger Weg ins Licht – oder: Lightpainting mit Frostbeulen
In dieser Story


Die Fotos, die du hier auf dieser Seite siehst, sind das Ergebnis von Neugier, Lernwillen, Kreativität … und ziemlich kalten Fingern.
Entstanden sind die Bilder im Rahmen eines Kurses der Volkshochschule, bei dem ich zum ersten Mal bewusst mit Lightpainting in Berührung gekommen bin. Nach einer theoretischen Einführung – was ist Lightpainting, wie funktioniert es, welche Lichtquellen kann man nutzen und warum weniger Licht oft mehr ist – ging es auch schon raus in die Praxis.
Und da zeigte sich sofort: Januar ist ein zweischneidiges Schwert.
Der große Vorteil: Es wird früh dunkel. Sehr früh. Perfekt also, um ohne nächtliche Uhrzeiten schnell loszulegen und schöne Effekte zu erzeugen.
Der große Nachteil: Januar ist… nun ja… kalt. So richtig.
Während wir also draußen unterwegs waren, wurde schnell klar, dass Lightpainting im Winter nicht nur eine fotografische, sondern auch eine körperliche Herausforderung ist. Drei Stunden lang standen wir abends draußen – bei etwa minus fünf Grad – und versuchten, mit Licht zu malen, während die Finger langsam beschlossen, den Dienst einzustellen.
Als wäre das nicht schon genug, sorgte die Umgebung auch noch für zusätzliche Atmosphäre: Wir liefen nicht nur an einer Demonstration vorbei (Oldenburg weiß offenbar auch im Winter, wie man sich Gehör verschafft), sondern hatten damit gleich eine ganz besondere Geräuschuntermalung für unser kreatives Schaffen.
Ich selbst hatte mehrere Ideen im Kopf. Ganz vorne mit dabei: Wunderkerzen.
Die Vorstellung war großartig – funkelnde Linien, dynamische Formen, ein bisschen Magie. Die Realität: exakt zwei Versuche. Nach dem zweiten Anzünden beschloss mein Feuerzeug nämlich sehr entschieden, dass es genug von Kunst hatte. Ihm war schlicht zu kalt. Zusammenarbeit beendet. Zuhause wollte es dann wieder, aber da war der Kurs vorbei. Ich werde ihm aber eine zweite Chance geben, denn das hat echt spaß gemacht.
Eine weitere Idee sollte mit einem Laserpointer umgesetzt werden. Sollte. Denn auch dieser war offenbar nicht für arktische Kreativabenteuer gemacht und verweigerte ebenfalls den Dienst. Technik 0 – Winter 2.
Am Ende blieb mir also nur noch das, was zuverlässig funktionierte: Lampen. Mit ihnen konnte ich Silhouetten abgehen, Formen andeuten und zumindest einen Teil der ursprünglichen Ideen umsetzen. Und siehe da: Trotz Frost, streikender Ausrüstung und klammer Finger sind dabei Bilder entstanden, die sich absolut sehen lassen können.
Gerade das macht für mich den Reiz dieser Fotos aus. Sie zeigen nicht nur ein Ergebnis, sondern erzählen mir auch ein Stück Geschichte – von Improvisation, Geduld und der Erkenntnis, dass kreative Prozesse selten perfekt laufen müssen, um am Ende coole Resultate zu liefern.
Zu jedem Bild findest du hier übrigens zwei Versionen:
die jeweilige Ursprungsdatei direkt aus der Kamera und die bearbeitete Version, die anschließend mit Photoshop entstanden ist. So lässt sich gut nachvollziehen, was bereits bei der Aufnahme passiert ist – und was später am Rechner noch herausgearbeitet wurde.
Kurz gesagt:
Diese Fotos sind draußen entstanden, bei Kälte, mit viel Ausprobieren, etwas Frust, aber vor allem mit Spaß. Und genau das sieht man ihnen hoffentlich auch an.














Diskussionsbeiträge (2)
Ja, das ist leider dunkel geraten. Es war wie geschrieben mein zweiter Versuch und danach hat mein Feuerzeug gestreikt. Ich konnte es also kein weiteres Mal probieren.
Ich wollte das Foto noch einmal neu machen und dann wird es doch etwas länger belichtet, damit es heller wird.