Ankunft ohne Erwartung
Ich bin nach Dresden geflogen, mit dem einfachen Plan, meine neue Voigtländer-Linse in einer mir vertrauten Umgebung zu testen. Keine konkrete Bildidee, kein festes Motiv – nur Zeit, Neugier und der Wunsch, zu sehen, was mir begegnet. Als ich mit dem Zug in der Innenstadt ankam und ausstieg, stand ich plötzlich mitten in einem Moment, den man sonst leicht übersieht.
Die Begegnung
Direkt vor dem Ausgang saß ein obdachloser Mann mit seinem Hund. Ein kalter Wind zog durch die Straße, einer dieser Tage, an denen man selbst in dicker Jacke fröstelt. Ich ging zu ihm hin, stellte mich vor und fragte ihn nach seinem Namen. Diese einfache Frage schien ihn mehr zu überraschen als alles andere. Er erzählte mir, dass die meisten Menschen vorbeigehen, wegschauen oder etwas Geld in den Becher werfen – aber kaum jemand bleibt stehen, redet oder fragt nach seinem Namen.
Zeit teilen
Ich fragte, ob ich ihm etwas zu essen oder zu trinken holen dürfte, und kam mit zwei Kaffee zurück. Ich setzte mich zu ihm und seinem Hund. Wir redeten. Über nichts Besonderes und gleichzeitig über sehr viel. Nach etwa 15 Minuten war mir so kalt, dass ich kaum noch stillsitzen konnte. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass er dort den ganzen Tag sitzt – und oft auch draußen schläft.
Das Foto
Bevor ich ging, fragte ich ihn, ob ich ein paar Fotos für meinen Kanal machen dürfte. Er willigte ein. Es ging nicht darum, ein „starkes Bild“ zu erzwingen, sondern einen Moment festzuhalten, der von Nähe, Respekt und Würde geprägt war. Sein Hund lag ruhig neben ihm, der Blick des Mannes war offen, ruhig, ohne Pose.
Was geblieben ist
Dieses Bild erinnert mich daran, warum ich fotografiere. Nicht wegen Technik oder neuer Ausrüstung, sondern wegen Begegnungen. Wegen der Geschichten, die direkt vor uns liegen – oft genau dort, wo wir normalerweise nur vorbeigehen. Manchmal beginnt alles mit einer einzigen Frage: „Wie heißt du?“
Dirk Fortenbacher
Pilot aus Tübingen
Ich arbeite als Pilot. Von oben wirkt unsere Welt ruhig und geordnet. Am Boden sieht sie
oft ganz anders aus.
In der Luftfahrt begegne ich Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten – und erlebe dabei täglich, wie weit sich Arm und Reich voneinander entfernt haben. Diese Erfahrungen lassen mich nicht los. Sie haben meinen Blick verändert und mich dorthin geführt, wo meine Fotografie heute steht.
Weil gute Bilder Zeit brauchen – und Nähe. Mein aktuelles Projekt widmet sich Obdachlosigkeit und Altersarmut. Menschen, die oft unsichtbar sind, obwohl sie mitten unter uns leben. Ich möchte ihre Geschichten zeigen – respektvoll, ehrlich und ohne Sensationslust.
Im Rahmen eines geplanten Street-Festivals sollen die Fotografien öffentlich ausgestellt und verkauft werden. Der vollständige Erlös soll über die Strassenzeitung Trott-war an Betroffene weitergegeben werden und fließt direkt in die Straßenzeitungsarbeit und soziale Unterstützung.
Somit verbindet mein Hobby der Fotografie, Öffentlichkeit und soziales Engagement.
Ich arbeite als Pilot. Von oben wirkt unsere Welt ruhig und geordnet. Am Boden sieht sie
oft ganz anders aus.
In der Luftfahrt begegne ich Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten – und erlebe dabei täglich, wie weit sich Arm und Reich voneinander entfernt haben. Diese Erfahrungen lassen mich nicht los. Sie haben meinen Blick verändert und mich dorthin geführt, wo meine Fotografie heute steht.
Weil gute Bilder Zeit brauchen – und Nähe. Mein aktuelles Projekt widmet sich Obdachlosigkeit und Altersarmut. Menschen, die oft unsichtbar sind, obwohl sie mitten unter uns leben. Ich möchte ihre Geschichten zeigen – respektvoll, ehrlich und ohne Sensationslust.
Im Rahmen eines geplanten Street-Festivals sollen die Fotografien öffentlich ausgestellt und verkauft werden. Der vollständige Erlös soll über die Strassenzeitung Trott-war an Betroffene weitergegeben werden und fließt direkt in die Straßenzeitungsarbeit und soziale Unterstützung.
Somit verbindet mein Hobby der Fotografie, Öffentlichkeit und soziales Engagement.
Diskussionsbeiträge