diesmal erfolgreich: Besuch des Eisvogelparks in Landsberg a. Lech
In dieser Story


erfolgloser Besuch im Februar
Im Januar habe ich das erste Mal von dem Eisvogelpark bei Landsberg erfahren und gehört, dass dieser seit Jahren eine “sichere Bank” für sehr nahe und emotionale Begegnungen mit dem Eisvogel ist.
Da ich bis dahin zwar viele Fotos vom Eisi an unterschiedlichen Spots machen konnte, dieser aber immer viel zu weit weg für meine max. 500mm war und das Reincroppen mit einer 24MP Nikon Z6III jetzt auch nicht unbedingt prickelnde Ergebnisse liefert, waren meine Bilder eher in die Rubrik “Schnappschuss” und “Beweisbild” einzuordnen.
Da war der Eisvogelpark die einzige Lösung. Wie bereits in meiner anderen Story von damals berichtet, blieb der Erfolg jedoch aus. Die Eisvögel haben den Winter nicht überlebt. Manche sagen, weil sie vom Sperber gefressen wurden, andere machen die Kälte und zugefrorenen Gewässer verantwortlich. Wobei ich eher mit der ersten Variante gehe. Gewässer mit ausreichend Fischen hätten sie ja immer noch im Eisvogelpark gehabt.
Dankenswerterweise bekamen wir einen Ersatztermin für den 02.06. und bereits im Vorfeld war uns wegen den vielen aktuellen Posts auf Instagram klar, dass die Eisis zurück sind. Eine neue Generation voller Tatendrang sozusagen. Zum Fischen gekommen und um fotografisch in Szene gesetzt zu werden selbstverständlich auch;)
Emotionalität, optimale Bedingungen, schwierig zu fotografieren
Wer jetzt glaubt (so wie ich), dass die Nähe des Hides zum Ansitzast und dem Wasser die Fotos quasi von allein perfekt werden lässt, der wird ziemlich schnell eines Besseren belehrt. Ich bin schlecht im Schätzen, aber der Abstand zwischen Stuhl im getarnten Hide und dem Bereich, wo der Eisi fischt, beträgt vielleicht 2 bis 3 Meter. Dass es dennoch schwierig wird, sollte ich bald merken. Es ist zwar ein Cheat Code, aber definitiv kein Selbstläufer.
Kaum hatten wir uns gegen 08:00 Uhr Morgens eingerichtet, kündigte sich der erste Eisi auch schon mit seinem typischen Rufen an und landete wenige Sekunden später. Meine Marschroute war klar: Priorität haben die einfachen Bilder, Eisi auf Ast mit oder ohne Fisch. Sobald ich die im Kasten habe, wollte ich mich um Actionfotos kümmern und dann vielleicht noch das ein oder andere SlowMotion Video machen.
Und ich sag’s euch: die ersten Momente, dem Eisi so nah wie noch nie, waren emotional! Aus dem Grinsen nicht mehr rausgekommen, habe ich tatsächlich wenig Bilder gemacht und ihn einfach nur fasziniert angeschaut. Wie ein verliebter Junge seinen allerersten Schwarm in der Schule. Die einfachen Bilder waren dann aber dank des regelmäßigen Auftauchens der Eisvögel schnell gemacht, jetzt ging es an die Kür.
wenn die Technik nicht das macht, was sie soll
Meine Mitstreiter, ausgetattet mit feinster Technik von Sony (A7RVI und A1II, natürlich mit den besten nativen Zoomobjektiven) und ungefähr mit der selben Marschrichtung, machten sich nun auch an die Actionshots. Schnell kamen sie aus dem Jubeln nicht mehr raus; ein scharfes Eintauch-Bild nach dem anderen. Und ich? Bei mir ging erstmal gar nichts. Meine Nikon Z6III ist über jeden Zweifel erhaben, aber das Tamron 150-500mm f/5-6.7 hat mich hier teilweise maßlos enttäuscht.
Beim Ausrichten eines sehr großzügigen Fokusmessfeldes auf den vermuteten Eintauchpunkt des Eisis sprang der Fokus wie wild zwischen Wasseroberfläche, Gräsern und Steinen hin und her, teilweise sogar auf Objekte außerhalb des Messfeldes – trotz eingestellter Vogelerkennung. Es gab große Probleme beim Erkennen des Eisvogels, wenn er ins Bild reingeflogen kommt. In 95 % der Fälle wurde das Tier kein Einziges Mal erfasst, selbst wenn es perfekt im Fokusmessfeld war. Der Ausschuss war also sehr sehr hoch 😀 Und ich entsprechend gefrustet. Später habe ich versucht dem Eisi mit der Kamera vom Ast bis ins Wasser zu folgen und dabei die Serie zu ballern. War zwar schwierig, aber hat etwas mehr Erfolg gebracht.
Resümee des Tages
11 Stunden im Hide, grandiose Bilder und doch noch tolle Actionaufnahmen (wenn auch nicht perfekt fokussiert) und der wieder größer gewordene Wunsch nach einem nativen Telezoom oder einer Festbrennweite. Und das Vorhaben, wiederzukommen. Achja: die erwähnten anderen Tiere waren Ringelnattern, Baummarder, Eichhörnchen und diverse Vögel wie Eichelhäher, Mittelspecht, Buntspecht, Meisen, etc.

















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