Der Wels
In dieser Story
Der Anfang: Die Idee
Die Idee zu diesem Foto entstand nicht geplant, sondern aus einem Impuls heraus. Beim Arbeiten an dem Welskopf ging mir immer wieder durch den Kopf, wie stark dieses Tier allein über seine Form und Präsenz wirkt. Der Kopf, die Barteln, der Blick – all das hat etwas Archaisches. Irgendwann war klar: Das hier soll kein bloßes Bastelprojekt bleiben, sondern ein Objekt mit Haltung. Der Moment, in dem der Kopf erstmals auf der Holzplatte lag, war der Auslöser für das Foto.
Hinter den Kulissen: Der Tag
Der Tag begann unspektakulär an der Werkbank. Holz, Lederreste, Messer, Schrauben – alles lag bereit. Schritt für Schritt nahm der Kopf Gestalt an. Zwischendurch Pausen, Nachjustieren, wieder verwerfen. Gerade das Zusammenspiel aus organischer Form und handwerklicher Präzision hat Zeit gebraucht. Das Foto entstand am Ende, als das Objekt „fertig genug“ war, um für sich zu stehen, aber noch sichtbar Arbeit in sich trug.
Der Weg zum Bild
Die größte Herausforderung war, den Welskopf nicht dekorativ wirken zu lassen. Er sollte nicht niedlich, nicht ironisch sein. Das Licht wurde bewusst neutral gehalten, die Perspektive von oben gewählt. So entsteht Distanz – fast wie ein sachlicher Blick auf ein Fundstück. Der Cutter am Rand, die Werkbank, das rohe Umfeld: nichts davon wurde weggeräumt. Es gehört zur Geschichte.
Hürden und Probleme
Schwierig war vor allem die Balance. Zu viel Detail hätte den Kopf künstlich gemacht, zu wenig ihn beliebig. Auch das Material hat Grenzen gesetzt: Leder reagiert anders als Holz, Schrauben setzen klare Linien, wo eigentlich Rundung gefragt ist. Mehrfach musste ich Schritte zurückgehen und neu ansetzen.
Was das Foto besonders macht
Das Bild lebt von seinem Widerspruch. Ein Fischkopf, eigentlich etwas Vergängliches, wird hier als dauerhaftes Objekt inszeniert. Jagdtrophäe, Handwerksstück, vielleicht auch Kommentar – das bleibt offen. Der Blick des Welses wirkt ruhig, fast stoisch. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen Lebendigem und Gemachtem.
Der Spannungsbogen
Am Anfang steht Neugier, dann Arbeit, Zweifel, Korrektur. Am Ende steht ein Objekt, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Das Foto hält genau diesen Moment fest: nicht den Prozess, nicht die Vollendung, sondern den Punkt dazwischen.
Abschluss
Dieses Bild erzählt keine große Geschichte im klassischen Sinne. Es dokumentiert eine Entscheidung: etwas Alltägliches ernst zu nehmen, ihm Zeit zu geben und es sichtbar zu machen. Genau das macht es für mich besonders.












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