Der Künstler ist anwesend
In dieser Story


Ich habe mit meinen Fotos schon einige Privathaushalte, Büros, Tankstellen, touristische Leuchttürme, Seniorenheime und Reha-Kliniken bestückt.
Oft war der Heimatbezug gewünscht .
Dann wurde ich 2022 gefragt, ob ich eine Ausstellung machen möchte.
Viel Honig „ums Maul“ geschmiert und Lobhudelei im Anschreiben.
Das ehrt im ersten Moment und ich machte mir Gedanken.
Zur gleichen Zeit hatte ein Künstlerfreund eine Ausstellung in Schloss Arenfels in Bad Hönningen.
Ein schöner Sonnentag lud zu einem Ausflug ein.
Stephan hat eine Galerie im Ahrtal und ich bewundere seine Werke. Seine Spezialität ist die grafische Umsetzung von Worten.
Er hat Erfahrung mit Ausstellungen und seine Meinung war mir wichtig.
Selbstverständlich hatte ich meine Kamera dabei.
Doch an diesem Tag ging es nicht um mein Zielfoto, sondern um einen Entschluss.
Die Fotos waren „Beifang“ und eine schöne Erinnerung an diesen Tag.
Zuerst schaute ich mir die Ausstellung von Stephan an, dabei stach mir ein Werk ins Auge. Habe mich darin verguckt, gekauft und es hängt seitdem in meinem Büro.
Dann hatte Stephan Zeit, der Besucherstrom war abgeebbt.
Mit einer Tasse Kaffee nahmen wir in den tiefen Sesseln Platz. Die Herbstsonne wärmte wunderbar.
Nun fühlte ich Stephan auf den Zahn.
Er ist durch und durch Profi. Beleuchtete das Thema von allen Seiten.
Vorbereitung, Planung, Abstimmungen, Aufbau, Vernissage, Ausstellungsbetreuung, Menschen die man mag oder auch nicht, Abbau, Kosten, Zeit und Resümee.
Vielen Fakten und Emotionen.
Der erste Kaffee war genossen, Zeit für einen Zweiten und Themenwechsel.
Die Sonne verschwand in den Räumen und ich machte mich auf den Heimweg.
Tausend Gedanken – mal darüber schlafen.
Am nächsten Morgen hatte ich eine besondere Email im Eingang.
Die Leitung eines Seniorenheimes hatte eine Bitte.
Der Runde Geburtstag einer Mitarbeiterin näherte sich und sollte ein Landschaftsfoto geschenkt bekommen.
Die Mitarbeiterin hatte sich bei der Eröffnung der Einrichtung in eines meiner Fotos „verliebt“ und ist jeden Tag mit einem Lächeln daran vorbei gegangen.
Das war der Leitung aufgefallen. In einem Nebensatz hatte die Mitarbeiterin erwähnt, dass sie sich dass Bild, wenn es denn mal abgehängt werden sollte,
gerne zu Hause aufhängen würde.
Also ein kurzer Anruf bei der Leitung. Selbstverständlich sollte das Bild nicht abgehängt werden, es war eine Neuproduktion – besonders hochwertig mit Rahmen und Hohlkehle.
So konnte mein Tag starten.
Dann kam mir der schöne Nachmittag mit Stephan in den Sinn und das noch eine Antwort ausstand.
Ich habe eine Absage erteilt – mein Bauchgefühl war bei den Menschen die man mag oder AUCH NICHT.
Funfact:
Das Bauchgefühl hat mich bisher nicht im Stich gelassen.
Im Rahmen eines touristischen Projektes wurde mal eine Ausstellung mit meinen Fotos ausgestattet.
Ich habe nur die Dateien zur Verfügung gestellt. Die ganze Arbeit und Organisation lag beim Veranstalter.
Ich sollte nur zur Eröffnung anwesend sein.
Meine Frau ist mitgefahren.
Ein paar Reden muss man immer über sich ergehen lassen.
Dann kam die Hauptrednerin. Nach 25 Minuten stupste ich meine Frau an: „Wir fahren“
Meine Frau schüttelte den Kopf – sie ist zu diplomatisch.
Nach weiteren 10 Minuten war die Rede zu Ende und die Ausstellung wurde eröffnet.
Ein Erlebnis welches mich darin bestätigt, einem Menschen jeden Tag ein Lächeln in Gesicht zaubern macht glücklich.

















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