Der Eiffelturm als Brücke
In dieser Story


Reisen als Inspiration für die Fotografie
Im Alltag fehlt manchmal die Zeit oder das attaktive Motiv, zu dem es einen hin zieht. Reisen bieten oft die perfekte Gelegenheit zum Fotografieren. Genau so war es auch bei einer Reise ins wunderschöne Porto. Die Stadt ist berühmt für ihre Altstadt mit den eng gebauten Häusern am Hang und natürlich auch für ihre vielen Brücken. Heraus sticht dabei die Ponte Luis I., eine Gitterkonstruktion im Stil des Eiffelturms, konstruiert von einem Schüler Gustave Eiffels. Sie überspannt den Duoro-Fluss und verbindet die Altstadt Portos mit dem Zentrum den Portwein-Kellereien in Villa Nova de Gaia. Die obere Ebene ist quasi dauerhaft von Touristen bevölkert, die ab und zu mal einer im Schrittempo fahrenden Straßenbahn ausweichen müssen. Autos hat man zu Sicherheit auf die untere Ebene der Brücke verbannt, die nur unwesentlich weniger bevölkert ist.
Der Weg zum Zielfoto
Meistens geht es auf Reisen darum, das besondere Flair einer Stadt oder Landschaft einfangen, aber manchmal zielt man auch einfach auf den “Hero-Shot” – den etwas epischen, vielleicht auch schon oft fotografieren Blick auf ein Monument oder eine Sehenswürdigkeit. Genau das hatte ich mir für meinen ersten Tag in Porto zum Ziel gesetzt: Die beleuchtete Brücke Ponte Luis I. in der blauen Stunde zu fotografieren.
Da ich vorher noch nie in Porto war, nutzte ich den Nachmittag, um die Gegend an den beiden Flussufern zu erkunden und damit auch ein paar geeigente Blickwinkel zu finden. Die Perspektiven von unten am Fluss sagten mir alle nicht so zu, auch wenn man hier noch ein paar der charakteristischen Boote mit ins Bild hätte einbauen können. Stattdessen fiel die Wahl für den Abend auf einen leicht erhöhten Blick vom Vorplatz eines hoch über dem Duoro gelegenen ehemaligen Klosters. Für einen freien Blick von Osten auf die Brücke kam allerdings nur ein winziger Bereich an dem Geländer in Frage. In der entferntesten Ecke des Platzes fand ich die richtige Perspektive, aber es blieben eben nur ein paar Schritte Platz für einen ungestörten Blick. Nach einem kurzen Abstecher in meine Unterkuft, um mein Stativ zu holen, machte ich mich ausreichend früh vor dem Sonnenuntergang wieder auf den Weg hoch zum Klostervorplatz. Dort wurde ich von der erstaunlichen Menschenmenge überrascht, die ebenfalls den Sonnenuntergang dort bei Straßenmusik und Wein genießen wollte. Wie sich herausstellte, war offenbar Portugisischer Nationalfeiertag.
Neben weiteren Touristen und offensichtlichen Influencern baute ich mein kleines Reisestativ mit Kamera und einem Kabelauslöser in der vorher ausgekundschafteten Ecke des Platzes auf und wartete darauf, dass die Sonne untergeht. Dabei konnte ich das Influencer-Schauspiel mit verschiedenen Kleiderwechseln und gestellten Posen beobachten und dabei immer mal wieder ein paar Auslösungen in der goldenen Stunde einstreuen. Nach Sonnenuntergang wurde es schnell leerer – für die meisten dort war das eigentliche Spektakel vorbei, doch für mich näherte sich das Licht nun erst den Wunschvorstellungen.
Das Foto uns seine Bearbeitung
Für das Foto war schnell klar, dass ein Panorama die beste Option ist. Die Objektivwahl fiel daher auf das das Nikon Z 14-30mm Weitwinkel, das gegenüber dem “Standard” 24-70mm die gleichmäßigeren Blendensterne produziert. Mit 6 Sekunden Belichtung bei Blende f/13 waren die Sonnensterne schön ausgeprägt, aber gleichzeitig war das Wasser im Fluß noch nicht strukturlos.
Die Bearbeitung in Lightroom war überschaubar: Ich habe die Tiefen in der Stadt etwas aufgehellt, ein paar unattraktive lilafarbene Reflektionen an einer Hotelfacade im Vordergrund abgedunkelt und mit einem linearen Verlaufsfilter stellte ich eine etwas gleichmäßigere Belichtung her.
Fazit
Natürlich ist es schön, wenn das Ergebnis den vorher ausgemalten Vorstellungen entspricht. Aber wie so oft ist der Weg zum Bild das eigentliche Ziel. Es ist am Ende auch die Vorbereitung, das Warten und das Genießen des Entstehungsprozesses. Und manchmal sind es auch die irritierten Blicke der Leute um einen herum, wenn man nach Sonnenuntergang eigentlich erst richtig anfängt zu fotografieren.











Diskussionsbeiträge